Gestalten

Tiere pflegen, Ressourcen schonen, die Erde schützen: Mit dem Lehrerpreis zeichnet die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg Lehrerinnen und Lehrer aus, die alle Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung – Ökologie, Ökonomie und Soziales – im Unterricht vermitteln. Ein Besuch in drei besonderen Schulen.

Isabel Stettin
Lesedauer: 3 Minuten

Von Hühnern lernen

Naturverbundenheit und Umweltschutz werden in der Plaisirschule Backnang großgeschrieben. Dazu passt, dass die sogenannte Naturparkschule seit einigen Jahren auf ihrem Gelände Hühner hält. Christine Nagel und Mirjam Ulmer versorgen die Tiere zusammen mit den Grundschulkindern – und helfen bei der Ausbildung von ehrenamtlichen Helfern, die es für eine artgerechte Tierhaltung braucht. 

Die Haltung der Tiere macht nicht nur Arbeit, sie kostet auch Geld. Vom Preisgeld hat die Schule einen neuen Weg angelegt, der durch den Hühnergarten führt, ein neues Hühnerhaus aufgestellt und eine Bank zum Verweilen. Futter wird davon gekauft, Tierarztrechnungen werden bezahlt und Material wird angeschafft wie zum Beispiel ein Gartenschlauch und neue Gummistiefel. Und vor allem ist der Lehrerpreis auch eine Bestätigung dafür, dass sich all die Mühen lohnen. 

Wir wollen den Kindern nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vermitteln, was Tierschutz bedeutet. Sie erleben und leben es hier selbst.
Mirjam Ulmer, Lehrerin

Global denken, lokal handeln

Das gesamte Kollegium der Gemeinschaftsschule Neuenstein, namentlich vertreten durch Raissa Weiß, Annette Käppler und Helena Rückert, trägt zum lebendigen Profil dieser CLUB OF ROME Schule bei. Unter dem Motto „global denken, lokal handeln" lernen Schülerinnen und Schüler über Grenzen hinweg zu denken, globale Perspektiven einzunehmen und in ihrem lokalen Umfeld aktiv zu werden. Entsprechend ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung grundlegendes Prinzip im Unterricht, beim Lernen in Projekten und im gesamten Schulleben. Themen sind unter anderem Bäume pflanzen, Upcycling, wobei aus Abfallprodukten neuwertige Produkte entstehen, Nachhaltigkeit erkennen, die eigenen Konsumgewohnheiten zu hinterfragen und zu verändern oder Bauernhöfe und Supermärkte unter dem Thema Nachhaltigkeit als Erlebnisräume neu zu betrachten. 

Bald soll ein großes Aquarium das Schulhaus verschönern – finanziert vom Preisgeld, das die drei Lehrerinnen stellvertretend für das gesamte Kollegium entgegennehmen durften. 

Einfach experimentieren 

Thomas Bader von der Galileo Grundschule Stuttgart überzeugt mit der Selbstverständlichkeit, mit der soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung den schulischen Alltag durchdringen. Darüber hinaus kümmern sich Lehrkraft und Kinder um besonders benachteiligte Menschen. Zum Beispiel setzen sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Obdachlosen ein oder kümmern sich mit dem Weihnachtswunschbaum um benachteiligte Kinder vor Ort. 

Mit dem Preisgeld plant die Schule das nächste Hochbeet, der Schulgarten soll erweitert werden. 

Aus der Stiftung – Gesellschaft & Kultur

LEHRERPREIS DER STIFTUNG KINDERLAND BADEN-WÜRTTEMBERG 

Wie kann man Schülerinnen und Schüler für Umweltschutz und nachhaltiges Handeln begeistern? Mit dem Lehrerpreis zeichnet die Stiftung Kinderland jedes Jahr Lehrkräfte aus, die in den Klassenstufen 3 bis 6 an Schulen in Baden-Württemberg unterrichten und herausragende Schulprojekte zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit leiten. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 25.000 Euro kommt den Schulen zugute, in denen diese Lehrerinnen und Lehrer unterrichten. Mehr Infos unter: 

www.lehrerpreis-bw.de

Mehr dazu

  • Nachhaltigkeit
  • Bildung
  • Reportage