„Krüppel“, „Kurzärmle“, „Kupferdächle“ – so nannten ihn Mitschüler, als der damals zehnjährige Matthias Berg mit seiner Familie in die Kleinstadt Trossingen zog. „Kupferdächle“ wegen seiner roten Haare. Für den Jungen ein Schock. Zuvor hatte er in Detmold gelebt und war gut integriert gewesen. Doch nun, in der neuen Umgebung, war alles anders. In der fünften Klasse packte ihn ein Mitschüler immer wieder von hinten und warf ihn zu Boden. „Das war ätzend“, erinnert sich Berg. „Ich war einige Jahre Außenseiter. Es war schwer, den Mut nicht zu verlieren.“
Doch er hat den Mut nicht verloren. Heute sagt der 62-Jährige: „Die Behinderung hat mein Leben vielfältig gemacht.“ Als Sportler etwa konnte er gleichzeitig Teil von zwei Nationalmannschaften sein. „Im Winter war ich im Ski-Alpin-Nationalteam, im Sommer in der Leichtathletikmannschaft.“ Das sei im Nichtbehindertensport eher ungewöhnlich. Auch beruflich ist sein Leben bunt. Rund 23 Jahre war er Führungskraft in der Verwaltung, heute ist er Redner, Coach und Führungskräfte-Trainer, insbesondere zu Themen wie Motivation, Selbstmanagement und Resilienz.