Das Tolle an Uhren, findet Ulrike Scheller, ist, dass sie Generationen überdauern können. Von ihrem Großvater, der selbst bei Junghans gearbeitet hat, hat die 38-Jährige den Bezug zu Uhren. Sie trägt auch noch heute gerne historische Modelle. Die Uhrmacherausbildung ist im Zeitalter von Handy und Smartwatch, die einem nicht nur die Uhrzeit verraten, zu einem Nischenhandwerk geworden. Wer sich diese Ausbildung aussucht, hat meist schon vorher eine sehr konkrete Vorstellung von diesem Beruf. Viele sind, wie Ulrike Scheller, familiär vorgeprägt. „Schon beim Basteln als Kind habe ich gemerkt, dass ich gut mit kleinen Teilen umgehen kann“, sagt die Uhrmachermeisterin.
„Einen Dachstuhl auszubauen wäre nicht meine Dimension.“ Bei Junghans ist Scheller heute als Ausbilderin tätig sowie für die Herstellung von Prototypen und die Werkefertigung verantwortlich. Viele der Werke werden bei Junghans aus einzelnen Bestandteilen noch selbst aufgebaut. Vor allem die Werke der Funkuhren, die ihre präzise Uhrzeit durch ein Funksignal erhalten, sind eine Spezialität von Junghans. Funkuhren, Solar- und Quarzuhren sowie mechanische Werke: „Diese Vielfalt hat man nicht überall.“