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Impressum

Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
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Deutschland

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Fax +49.711.248 476-50
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Vertretungsberechtigte Geschäftsführung: Christoph Dahl (Geschäftsführer), Rudi Beer, Dr. Andreas Weber, Birgit Pfitzenmaier (Prokuristen)
Gesellschafter: Land Baden-Württemberg
Handelsregistereintrag: Amtsgericht Stuttgart HRB 10775

     

Mobbing in der Schule ist ein weit verbreitetes und ernstzunehmendes Problem. Mobbing bedeutet, dass ein Schüler/eine Schülerin wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler/-innen ausgesetzt ist. Dabei besteht zwischen Tätern und Opfern ein Ungleichgewicht der Kräfte, das Opfer ist wehrlos. Repräsentativen Umfragen zufolge ist ca. jeder vierte Schüler in Europa von Mobbing betroffen, als Opfer, Täter oder beides zugleich. Auch Vorgängerstudien der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis ergaben vergleichbare Mobbingraten. Die Folgen von Mobbing sind gravierend und reichen z. T. bis ins Erwachsenenalter. Besonders die Opfer zeigen deutlich erhöhte Risiken für psychische Störungen (Depressionen, Ängste, Selbstverletzung, Suizidalität, somatische Beschwerden etc.).  

Das einzige evidenzbasierte Mobbing-Präventionsprogramm, das nachweisbare Effekte erzielt und von unabhängigen Experten empfohlen wird (u. a. EU-Kommission Brüssel und Landtag Baden-Württemberg), ist das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm. Dieses Programm beinhaltet umfangreiche Schulungen und Materialien, die international bereits eingesetzt werden, bislang jedoch nicht auf Deutsch erhältlich waren.

Schulen, die in das Programm aufgenommen werden, erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten eine intensive Unterstützung bei der Programmimplementierung. Danach kann das Programm als Teil der Schulkultur selbständig weitergeführt werden.

Am Dienstag, 8. November 2016 fand im Rahmen des Aktionsprogramms ein Symposium unter dem Titel Suizidprävention in der Schule statt.

Das Symposium im Heidelberger Palais Prinz Carl lockte rund 160 Interessierte nach Heidelberg. Es gab einen Einblick in das Aktionsprogramm der Baden-Württemberg Stiftung und präsentierte neue Erkenntnisse aus der Forschung zur Suizidprävention in Schulen und Einblicke in forschungsbasierte praktische Angebote.

Professorin Danuta Wasserman, die das internationale, von der Europäischen Union finanzierte Projekt „Saving and Empowering Young Lives in Europe“, kurz SEYLE, vorstellte, zeigte auf, dass die Prävention von Suizidgedanken und Suizidversuchen, aber auch von zugrundeliegenden internalisierenden Problemen (z.B. depressiven Symptomen) in der Schule möglich ist. Die Prävention externalisierender Probleme wie Mobbing sei ein wichtiges Thema, wenngleich weniger beforscht.

Hier zeigte Herr PD Dr. med. Michael Kaess in seinem Vortrag, dass die Reduktion von Mobbing ein Ansatzpunkt sein kann, um Suizidalität vorzubeugen. Er präsentiert erste vorläufige Zwischenauswertungen der Evaluation in Baden-Württemberg, die darauf hindeuten, dass durch das Olweus-Mobbing-Präventionsprogramm Mobbing effektiv reduziert werden kann und dies auch Suizidalität reduziert.

Prof. Dr. med. Paul Plener stellte mit „Schulen Stark machen gegen Suizidalität und Selbstverletzendes Verhalten“, kurz 4S, ein Trainingsprogramm für das Schulpersonal vor. Schulen in Baden-Württemberg können sich über eine 2-tägige Fortbildung Kompetenzen aneignen, wie der Erstkontakt mit betroffenen Jugendlichen gestaltet und sie zur Inanspruchnahme von Hilfen motiviert werden können.

Mit Youth-Life-Line stellte Nina-Mareen Schweigert ein Angebot vor, das Jugendlichen in akuten Lebenskrisen und bei Suizidgefährdung anonyme, niedrigschwellige Beratung online ermöglicht. Peer-Berater, d.h. Gleichaltrige, die ehrenamtlich unter professioneller Betreuung per Email beraten, sind zentraler Bestandteil dieses baden-württembergischen Konzepts.

Die Beiträge der Referentinnen und Referenten sind hier zum Download eingestellt. 

Vorträge

Vortrag Professorin Danuta Wasseman: Mental health promotion and suicide prevention in young Europeans

Vortrag PD Dr. Michael Kaess: Mobbing und Suizidalität - ein möglicher Ansatzpunkt für Suizidprävention

Vortrag Professor Paul Plener: Schulen stark machen gegen Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten

Vortrag Nina-Mareen Schweigert: Youth-Life-Line - Im Leben bleiben. Peer-Beratung und Begleitung online für suizidgefährdete Jugendliche

Workshops

Workshop "Verbesserung des Schulklimas (nach Olweus) zur Reduktion von psychischen Problemen und Suizidalität" (PD Dr. med. Michael Kaess, M. Sc. Lena Eppelmann, M. Sc. Fanny Ossa, Dipl.-Psych. Vanessa Jantzer / Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie)

Zurzeit arbeitet man in Heidelberg daran, das Olweus-Programm gegen Mobbing und antisoziales Verhalten an baden-württembergischen Schulen zu implementieren, zu begleiten und zu evaluieren. Der Workshop gab Einblick in Arbeitsweise, Grundgedanken und praktische Programmbausteine des Programms, psychische Folgen von Mobbing werden erörtert und es wurde darüber informiert, wie das Olweus-Programm im deutschen Schulsystem umgesetzt werden kann.

Workshop "Therapeutic Assesment - Gestaltung des Erstkomtaktes zu Jugendlichen mit suizidalen Äußerungen und selbstverletzendem Verhalten" (Prof. Paul Plener, Rebecca Groschwitz / Universitätsklinik Ulm)

Workshop "Umgang mit Emotionenzur Prävention von psychischen Problemen und Suizidalität" (Professorin Dr. Tina In-Albon / Universität Koblenz Landau)

In der ersten Pilotphase (2015-2018) haben 22 Schulen am Olweus-Programm teilgenommen. Eine erste Welle von 12 Schulen hatte im Juli 2015 mit der Schülerbefragung zum Thema Mobbing begonnen. Sechs der Schulen haben die 18-monatige Implementierungsphase bereits abgeschlossen und arbeiten seitdem erfolgreich mit dem Programm. Im Juli 2016 startete die zweite Welle mit weiteren 10 Schulen. Auch hier wird das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm schrittwiese eingeführt und jedes Jahr werden die Schüler befragt, sodass die Effektivität des Programms im Sinne eines Prä-Post Vergleichs geprüft werden kann. Eine erneute Schülerumfrage im dritten Jahr erlaubt Aussagen über langfristige Effekte des Programms. Zudem werden Daten über das psychische Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen erhoben um festzustellen, ob durch eine Reduktion von Mobbing tatsächlich auch die Ausbildung von psychischen Folgestörungen verhindert werden kann. Die Schulen werden 18 Monate intensiv bei der Programmimplementierung unterstützt, danach ist das Programm Teil der Schulkultur und kann selbständig weitergeführt werden.

Die bislang erhobenen Daten von knapp 6000 Schülern (erster und zweiter Messzeitpunkt) zeigen eine deutliche Reduktion von Mobbing sowohl auf Opfer- als auch auf Täterseite nach 12 Monaten. Erwartungsgemäß wird sich dieser Effekt im Folgejahr noch weiter ausbauen. Die ersten Erfolge der Pilotphase stimmen optimistisch. Daher verlängert die Baden-Württemberg Stiftung ihr Engagement und finanziert das Projekt weiter. Bis zum Schuljahr 2018/19 können weitere Schulen in das Programm einsteigen.

Das Programm wird vom Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg,
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung umgesetzt. 

Leitung: Professor Dr. med. Michael Kaess und Professor Dr. med. univ. Franz Resch

Interessenten können sich an die Studienkoordinatorinnen des Olweus-Teams, Fanny Ossa und Vanessa Jantzer, wenden.

Mail: olweus.programm@med.uni-heidelberg.de

Fon:  06221 56-39954

Wenn Sie das Olweus-Programm nach Durchsicht der Informationsmappe als grundsätzlich interessant und passend für Ihre Schule einschätzen, wenden Sie sich an das Olweus-Team in Heidelberg. Gerne wird Ihnen das Programm im Leitungs- oder Präventionsteam und anschließend auf einer Gesamtlehrerkonferenz vorgestellt.