Abdifatah Osman – kurz Abdi – hat ein strahlendes Lächeln. Dabei hatte der 21Jährige lange Zeit wenig Grund, fröhlich zu sein. Mit 16 floh er aus Somalia nach Deutschland. Ganz allein. Er erinnert sich, wie fremd und hoffnungslos er sich bei seiner Ankunft in Mannheim fühlte. „Ich kam von einem anderen Kontinent und kannte niemanden.“ Alles war ungewohnt – die Sprache, die Kultur, das Wetter, er vermisste seine Familie.
Gleichzeitig war Abdifatah Osman erstaunt über die Hilfe, die er erfuhr. In einem Jugendheim in Mannheim bekam er ein Dach über dem Kopf. Das Jugendamt unterstützte ihn bei seinen ersten Schritten in der neuen Welt, ebenso Betreuerinnen und Betreuer, Lehrerinnen und Lehrer sowie sein Vormund. „Es gab Leute, die mir halfen, ohne etwas dafür zu erwarten. Das machte mich dankbar. Diese Gesellschaft und ihre Sprache wollte ich kennenlernen – und selbst Teil dieser wunderbaren Gesellschaft werden. Das motiviert mich Tag für Tag.“