Werkstattgespräch Rechtsstaat erklären -
Vertrauen in der jüngeren Generation stärken

Die Reihe der Werkstattgespräche wird über das Jubiläumsjahr hinaus als erfolgreiches Format fortgesetzt.

Die Baden-Württemberg Stiftung engagiert sich für die Stärkung der demokratischen Handlungsfähigkeit und öffnet mit den Werkstattgesprächen einen Raum für Diskurs und neue, ungewöhnliche Gesprächskonstellationen. Interessierte und Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen kommen themenbezogen zusammen. 

Am 28. Januar 2026 fand das Werkstattgespräch Rechtsstaat erklären - Vertrauen in der jüngeren Generation stärken statt. Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Bildungsinstitutionen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Studierende kamen zusammen, um der Frage nachzugehen, wie das Vertrauen  in den Rechtsstaat nachhaltig gestärkt werden kann.

 

Ausgehend vom Projekt Rechtsstaat macht Schule tauschten sich die Teilnehmenden des Werkstattgesprächs über weitere bestehende und geplante Initiativen und Ansätze aus, wie das - so die allgemein geteilte Beobachtung - oft lückenhafte Wissen über den Rechtsstaat verbessert und damit das Vertrauen gestärkt werden kann. Der Rechtsstaat wird von der jüngeren Generation vielfach als abstraktes oder sogar negativ besetztes Konstrukt wahrgenommen, während seine Bedeutung für individuelle Freiheit, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt nur selten bewusst reflektiert wird. Diese Wahrnehmung wurde von mehreren Teilnehmenden als zentrale Herausforderung für die Demokratie benannt.

Im weiteren Verlauf des Werkstattgesprächs wurde intensiv über eine mögliche Einbindung von Studierenden der Rechtswissenschaften diskutiert, die als junge Menschen in Peer-to-Peer-Formaten Rechtsstaatvermittlung an Schulen übernehmen könnten. Einige methodisch-didaktische Hinweise und organisatorische Empfehlungen konnten hier von erfahrenen Expertinnen und Experten gegeben werden. Zudem wurde darüber gesprochen, dass Schulen sich einer großen Anzahl externer Angebote gegenübersehen und zugleich unter erheblichem Zeit- und Ressourcendruck stehen. In diesem Zusammenhang kündigte das Kultusministerium ein neu initiiertes Partnernetz Schule an, das außerschulische Angebote bündelt, und stieß damit auf großes Interesse.

Auch die Art der Vermittlung war Thema: mehrfach wurde betont, dass reine Faktenvermittlung nicht ausreicht. Stattdessen müsse stärker darauf abgezielt werden, Kindern und Jugendlichen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen, sie aktiv einzubeziehen und ihnen zu zeigen, wie der Rechtsstaat konkret in ihrem Alltag wirkt. Das Projekt Schule als Staat verdeutlicht exemplarisch sowohl die Chancen solcher erfahrungsorientierten Ansätze als auch die praktischen Herausforderungen ihrer Umsetzung. 

 


Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Vorstellung des neu gegründeten Vereins Recht im Klassenzimmer e.V. durch drei anwesende Studentinnen der Rechtswissenschaften. Ziel des Vereins ist es, Rechtsstaatsbildung niedrigschwellig und direkt an Schulen zu bringen. Das Engagement, die Praxisnähe und der realistische Blick der Gründerinnen wurden von den Teilnehmenden ausdrücklich positiv hervorgehoben.

Insgesamt zeichnete sich das Werkstattgespräch durch einen offenen, konstruktiven Austausch aus. Die Veranstaltung bot viel Raum für Vernetzung, für das Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven und für die gemeinsame Entwicklung neuer Impulse.

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