- Neues Programm Forschungswerkstatt – Deine Idee für Morgen geht an den Start – erste Forschungsprojekte beginnen im Februar
- Insgesamt sieben Forschungsprojekte an fünf Standorten werden finanziert
- Geschäftsführerin Theresia Bauer: „Die sehr hohe Nachfrage nach dem neuen Angebot zeigt uns, dass wir mit dem Programm an der richtigen Stelle ansetzen. Wir werden unser Engagement in diesem Bereich daher künftig weiter ausbauen.“
BW Stiftung unterstützt Wissenschaftler zum Karrierestart mit bis zu 100.000 Euro
Die Baden-Württemberg Stiftung hat im Rahmen ihres neuen Programms Forschungswerkstatt – Deine Ideen für Morgen sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgewählt, deren Forschungsprojekte sie für ein Jahr fördert. Die vielfältigen Projekte starten nun an sieben wissenschaftlichen Einrichtungen im Land. In der ersten Ausschreibungsrunde im Herbst 2025 waren 196 Projektanträge eingegangen, nach einer Prüfung der formalen Kriterien entschied das Los über die Auswahl der Projekte. Anträge der Hochschule Aalen, der Universität Freiburg, der Katholischen Hochschule Freiburg, der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg, der Universität Konstanz und der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd waren erfolgreich.
„Mit der Forschungswerkstatt wollen wir eine Finanzierungslücke schließen, die für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere sehr herausfordernd sein kann.“
„Mit dem Programm Forschungswerkstatt wollen wir eine Finanzierungslücke schließen, die für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Beginn ihrer Karriere sehr herausfordernd sein kann“, sagt Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung. „Die sehr hohe Nachfrage nach dem neuen Angebot zeigt uns, dass wir mit dem Programm an der richtigen Stelle ansetzen und unser Engagement in diesem Bereich künftig weiter ausbauen sollten.“
Das neue Programm Forschungswerkstatt – Deine Idee für Morgen der Baden-Württemberg Stiftung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase und unterstützt sie bei der Ausarbeitung von innovativen, zukunftsträchtigen Forschungsideen. Wissenschaftliche Karrieren sind oft von unsicheren Übergangsphasen geprägt. Arbeitsverträge enden häufig bevor oder genau dann, wenn eine Qualifizierungsphase abgeschlossen ist – oft ohne Aussicht auf eine direkte Anschlussfinanzierung. Gleichzeitig fehlt es vielen jungen Forschenden an Zeit und Geld, um neue Projektideen so auszuarbeiten, dass sie den Anforderungen von Förderorganisationen entsprechen. Das neue Programm Forschungswerkstatt setzt genau hier an: Es unterstützt Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in solchen Übergangsphasen mit einer Förderung von bis zu 100.000 Euro für maximal ein Jahr. So erhalten Forschende kurz vor Abschluss oder bis zu vier Jahre nach der Promotion die Möglichkeit, vielversprechende Forschungsideen weiterzuentwickeln und diese bei renommierten nationalen und internationalen Förderinstitutionen einzureichen.
Die Forschungswerkstatt fördert ein Projekt in Aalen
Von der Hochschule Aalen wurde der Ingenieur Timo König mit seinem Projekt „Morphing-basierte künstliche Datengenerierung mit adaptiver Merkmalsausprägung zur Lebensdauervorhersage“ in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt zielt auf die Entwicklung einer Lebensdauervorhersage elektromechanischer Systeme ab. Dabei kommen Methoden zum Einsatz, die in ähnlicher Form bereits beim Verzerren von Fotos Anwendung finden - etwa, um das Alterungsverhalten von Menschen künstlich nachzubilden. Durch das Morphing können Sensordaten in unterschiedliche Grade von Schädigungen überführt und erfasst werden. Erst dadurch wird eine Messung der Alterung möglich, da bei reiner Beobachtung auf Grund der Kürze der Beobachtungszeit oft keine Erfassung von Schäden möglich ist.
Die Forschungswerkstatt fördert zwei Projekte in Freiburg
Von der Universität Freiburg wurde Hernan Serrano-Leon mit seinem forstwissenschaftlichen Projekt „Restoring with Evidence – Analyzing Factors of Forest Restoration Success“ in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt möchte die Effekte der Restaurierung von Wäldern hinsichtlich der Biodiversität untersuchen. Dabei werden verschiedene, aktuelle Datenquellen und -sätze zu Mikrohabitaten, Totholz, Waldstrukturen und Biodiversitätsdaten von verschiedenen Restaurierungsinitiativen in Europa herangezogen und miteinander in Verbindung gesetzt. Das Projekt will mithilfe von Daten klären, woran man erkennen kann, ob die Wiederherstellung erfolgreich ist.
Von der Katholischen Hochschule Freiburg wurde das Projekt „Empowerment, Solidarisierung und Selbstvertretung. Wie soziale Bewegungen entstehen“ des Sozialwissenschaftlers Tim Sonnenberg in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt untersucht, wie Solidarisierungsbewegungen in Gruppen entstehen und gelingen können, die nicht auf eine ausgeprägte kollektive Identität zurückgreifen können, welche Bedingungen sie fördern und wie daraus neue Methoden der Antidiskriminierungsarbeit entwickelt werden können. Das Vorhaben greift Untersuchungsergebnisse auf, nach denen eine Gruppenidentität hilfreich für die Selbstvertretung und damit für die Überwindung von Diskriminierung ist. In den Blick der Forschung rücken damit besonders marginalisierte Gruppen, wie wohnungslose oder drogenkonsumierende Menschen.
Die Forschungswerkstatt fördert zwei Projekte in Heidelberg
Von der Universität Heidelberg wurde Charlotte Blattner mit ihrem Projekt „Kommunikative Sprachpraktiken des Spanischen im europäischen Migrationskontext“ in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt untersucht, wie spanische Sprache in Familien mit Migrationshintergrund in Europa über Generationen hinweg weitergegeben wird. Dafür wird eine europaweite Online-Umfrage entwickelt und ausgewertet, um soziale und sprachliche Bedingungen der spanischsprachigen Gemeinschaft zu analysieren. Die Ergebnisse sollen langfristig zur Gestaltung sprach- und bildungspolitischer Maßnahmen beitragen.
Am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wurde die Naturwissenschaftlerin Ruth Winter mit ihrem Projekt „Precision Damage, Precision Repair: Deciphering DNA Repair Mechanism in Targeted Radionuclide Therapy“ aufgenommen. Das Projekt untersucht die sogenannte „targeted radionuclide therapy“ (TRT), ein Therapieverfahren, dass bei Krebspatienten angewandt wird, und möchte die Effizienz dieser Therapie verbessern. Dabei wird analysiert, welche genauen Mechanismen zur Reparatur von DNA-Schäden durch die TRT angegangen werden, um das in die weitere Therapie integrieren zu können. Ziel des Projekts sind bessere Behandlungserfolge.
Die Forschungswerkstatt fördert ein Projekt in Konstanz
Von der Universität Konstanz wurde der Psychologe George Fejer mit seinem Projekt „Atemräume: Integration atem- und herzratenbasierter Interaktionen in therapeutische VR-Umgebungen“ in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt untersucht, welche Rolle Körpersignale, wie Atmung, für die Selbst- und Raumwahrnehmung haben und wie sich solche Prozesse durch Virtual Reality (VR) erweitern lassen. Künftig soll das System um Herzaktivität erweitert werden, um personalisiertes Biofeedback für therapeutische Anwendungen – insbesondere bei Angststörungen – zu ermöglichen.
Die Forschungswerkstatt fördert ein Projekt in Schwäbisch Gmünd
Von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd wurde Marina Lentin mit ihrem Didaktik-Projekt „TeProPriMa: Technologiebezogenes Professionswissen von Primarstufenlehrkräften im Bereich Mathematik stärken“ in die Forschungswerkstatt aufgenommen. Das Projekt untersucht, wie mit digitalen Medien Mathematik verständnisorientiert von Grundschullehrkräften im Fach Mathematik gelehrt und gelernt werden kann.
Freiräume für wissenschaftliche Kreativität
Die Forschungswerkstatt schafft Freiräume für wissenschaftliche Kreativität und unterstützt Forschende in Baden-Württemberg, erste relevante Schritte in ihrer Karriere in Richtung Habilitation und Professur zu gehen. Finanziert werden Personal-, Sach- und Reisekosten, wobei die Kosten für die eigene Stelle der Forschenden im Mittelpunkt stehen. Eine Finanzierung der eigenen Stelle ist in einem Umfang von 50 bis 100 Prozent möglich. Die Forschungswerkstatt ist für alle Fachbereiche offen und richtet sich an alle baden-württembergischen Hochschulen und gemeinnützigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Sitz in Baden-Württemberg. Ein weiteres besonderes Merkmal der Forschungswerkstatt ist das schnelle und unkomplizierte Verfahren. Nach interner Prüfung entscheidet das Los über die Auswahl der Projekte. Bereits wenige Wochen nach Antragsfrist werden die Antragstellenden informiert und können so den weiteren Karriereweg planen.
Eine nächste Ausschreibungsrunde ist für das Frühjahr 2026 geplant. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 14. November 2025 auf das große Interesse und die hohe Nachfrage seitens der wissenschaftlichen Community reagiert und zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. So stehen in der nächsten Ausschreibungsrunde rund 900.000 Euro für die Forschungswerkstatt zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es HIER.
Über die Baden-Württemberg Stiftung
Die Baden-Württemberg Stiftung wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Als unabhängige und überparteiliche Stiftung des Landes ist sie in besonderem Maße den Menschen in Baden-Württemberg verpflichtet. Mit einem klaren Auftrag und mit einer klaren Haltung gestaltet sie den Wandel – in Gesellschaft und Kultur, in der Bildung sowie in der Spitzenforschung. Für eine gemeinsame Zukunft, die nicht auf das Ich, sondern auf das Wir baut. Die Baden-Württemberg Stiftung engagiert sich für eine lebendige Bürgergesellschaft und fördert soziale und kulturelle Teilhabe. Mit Ideen und mit Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Kultur setzt sie sich für ein nachhaltig lebenswertes Baden-Württemberg ein. Ihr Motto: Wir stiften Zukunft. www.bwstiftung.de
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