Biodiversitätsschutz ist Gesundheitsvorsorge.
„Gesundheit bedeutet, dass ein Organismus in der Lage ist, auf Veränderungen seiner Umwelt zu reagieren und sein Wohlbefinden auch unter Belastung möglichst zu erhalten. Ein Wildtier kann Krankheitserreger in sich tragen, ohne selbst zu erkranken. Ein Grund dafür ist die genetische Vielfalt innerhalb einer Population: Je größer sie ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Tiere Krankheitserreger erfolgreich abwehren können. Das macht die gesamte Population widerstandsfähiger. Auch ein vielfältiges Mikrobiom hilft dem Körper, Belastungen besser zu bewältigen.
Biologische Vielfalt ist zudem entscheidend für die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen. Biodiversitätsschutz ist deshalb zugleich Gesundheitsvorsorge. Das zeigen unsere Forschungsergebnisse aus Ghana: Wenn der Lebensraum von Fledermauskolonien durch Waldrodung und landwirtschaftliche Nutzung schrumpft, gewinnen jene Arten die Oberhand, die häufiger Coronaviren übertragen. Gesundheit beginnt nicht erst in der Arztpraxis, sondern bereits bei der Gestaltung unserer Umwelt.“