Stilisierte Illustration einer sonnigen Landschaft mit Hügeln, einem kleinen Haus und einem Auto. Im Mittelpunkt steht ein großes, weiß-grünes Objekt auf einem Hügel, das von starken Sonnenstrahlen angestrahlt wird.

Feature
Gesundheit und Ernährung

Mehr als acht Milliarden Menschen leben bereits auf der Erde. Die Weltbevölkerung wächst weiter und benötigt Nahrung. Essen soll gut schmecken, satt machen, gesund sein – und Tiere, Pflanzen und den Planeten schonen. Unsere Bildserie zeigt, wie das gelingen kann, Ideen junger Forschender inklusive.

Bienenstock aus dem 3D-Drucker

Ihre Bedeutung für die Landwirtschaft ist immens: Bienen bestäuben Nutzpflanzen wie Obstbäume, Gemüse und Getreide. Viele Bienenvölker aber sind durch die Varroamilbe bedroht. Linus Schwarz, Schüler am Immanuel-Kant-Gymnasium in Tuttlingen, sucht nach Lösungen. Unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung über das Programm mikro makro mint, hat der Hobbyimker einen alternativen Bienenstock entworfen und im 3D-Verfahren gedruckt. Dessen besondere Form hilft den Insekten, Kraft beim Instandhalten des Stocks zu sparen. So haben sie mehr Energie für ihren Putztrieb übrig – und können die Milben selbst nachhaltig in Schach halten. Mit seiner Idee belegte Linus Schwarz den zweiten Platz beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb Donau-Hegau 2026.

Die Planetary-Health-Diät

Unser Ernährungssystem verursacht rund ein Drittel der menschengemachten Treibhausgasemissionen und treibt maßgeblich die Überschreitung der planetaren Grenzen mit voran. Ein internationales Team aus 37 Forschenden der renommierten EAT-Lancet-Kommission hat einen ganz speziellen Ernährungsplan entwickelt, der die Gesundheit des Menschen und die Gesundheit des Planeten in Einklang bringt: die Planetary-Health-Diät. Sie besteht aus viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, aus Nüssen und Hülsenfrüchten, kombiniert mit einem geringen Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Milch. Die EAT-Lancet-Kommission schätzt, dass durch die gesunde Diät jedes Jahr 15 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindert und die Ökosysteme geschont werden könnten.

Kichererbsen, Linsen und Teff im Test

Das Klima im Südwesten verändert sich, Extremwetterereignisse nehmen zu – mit Auswirkungen auf die Ernte. Neue, widerstandsfähige Nutzpflanzen sind gefragt. Das Schülerteam Mahbube Amiri, Chloé Michaut und Eyituoyo Omagbemi vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Tuttlingen hat Teff, Kichererbsen und Linsen als Ernährungspflanzen der Zukunft unter die Lupe genommen und in Freilandversuchen getestet, wie sie im Anbau mit Wetterextremen zurechtkommen. Für sein Projekt, das vom Stiftungsprogramm mikro makro mint gefördert wurde, gewann das Trio den ersten Preis beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb Donau-Hegau 2026. Die Zwerghirse, auch Teff genannt, ist das kleinste Getreide der Welt (Bild). Sie benötigt wenig Wasser und verträgt Dürreperioden genauso gut wie Staunässe. Die glutenfreien Teff-Körner sind zudem reich an Kalzium, Eisen, Proteinen und Aminosäuren.

Ein Bioreaktor für Grünalgen

Die Mikroalge Chlorella vulgaris zählt zu den ältesten Lebewesen der Erde. Sie ist reich an Proteinen und lässt sich kostengünstig auf verhältnismäßig kleinen Flächen anbauen, was sie als Nahrungsmittel für Mensch und Tier interessant macht. Das Schülerduo Julia Bay und Marco Storz vom Immanuel-Kant-Gymnasium und vom Otto-Hahn-Gymnasium in Tuttlingen hat die optimalen Wachstumsbedingungen der Mikroalge untersucht und einen kleinen, platzsparenden Bioreaktor zur Anzucht entwickelt – unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung über das Programm mikro makro mint. Damit gewannen sie den Sonderpreis Umwelttechnik beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb Donau-Hegau 2026. Aktuell sind weitere Tests nötig, um den Bioreaktor zu optimieren.

Mikro-Makro-Mint

Über das Programm mikro makro mint weckt die Baden-Württemberg Stiftung bei Kindern und Jugendlichen Begeisterung für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Junge Menschen werden angeregt, sich mit der Lösung von Zukunftsfragen – zum Beispiel in Sachen Ernährung – zu beschäftigen. Das Programm findet in Kooperation mit der Ferry-Porsche-Stiftung statt.

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