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Ein Selfie mit der Ministerin

Perspektive: Ein Kinderrecht betrifft die freie Meinungsäußerung und die Beteiligung. Wird das hierzulande schon angemessen eingelöst?


Altpeter: Wir müssen Kinder an politischen Entscheidungen, die sie betreffen, viel stärker beteiligen. Wir sollten weniger über Kinder reden, sondern mehr miteinander. Ich habe auf einer Veranstaltung einmal Kinder gefragt, was sie verändern wollen. Ich dachte, sie sagen vielleicht, dass die Spielplätze besser ausgestattet werden müssen oder die Busse häufiger fahren sollen. Aber sie wollten, dass auf den Plätzen in der Stadt nicht überall leere Flaschen und Zigarettenkippen liegen. Ich dachte immer, das stört nur alte Leute. Typisches Vorurteil.

Angelina: Wir finden, dass jeder Politiker einen Kinderberater haben sollte. Das können Kinder sein, die sich für ihre Rechte interessieren und die Lust haben, einen Politiker zu unterstützen. Selbst wenn man sich nicht dauernd treffen kann, dann kann man ja auch auf anderen Wegen Kontakt halten.

Altpeter: Du meinst so eine Art Forum, bei dem ich mich mit den Kindern über Skype unterhalte, um ihre Meinung einzuholen? Das ist eine super Idee. Schreibe ich mir direkt auf.
 

Perspektive: Angelina, wobei wünschst Du Dir die Unterstützung von Politikern?

Angelina: Ich weiß nicht genau, ob Politiker dabei helfen können, aber in den Lehrplänen stehen die Kinderrechte und im Unterricht werden sie kaum durchgenommen. Die meisten Lehrer wissen nicht genau, was die zehn wichtigsten Kinderrechte sind …

Altpeter: Ja, das müssen Lehrer in der Ausbildung lernen und in Schulungen. Vor allem die Art der Vermittlung halte ich für wichtig. Man kann Kinderrechte nicht an die Tafel schreiben, vorlesen und abschreiben lassen. Ich kann ja nicht über Beteiligung von Kindern sprechen und selber eine ganz andere Art der Vermittlung wählen.

Angelina: Wir haben mit der Band mal eine Aktion in einem Sommercamp gemacht. Da haben wir den Kindern jeden Tag zwei Rechte vermittelt, mit ganz viel Spiel und Spaß. Wir haben beispielsweise gemeinsam Wasser gefiltert und dabei über das Recht auf Gesundheit gesprochen und wo es auf der Welt gar nicht selbstverständlich ist, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt. Beim Recht auf Bildung haben wir zuerst gefragt, wer lieber arbeiten möchte statt zur Schule zu gehen. Das waren viele Kinder. Dann haben wir alle zusammen Steine geschleppt. Hinterher wollten alle lieber wieder zur Schule gehen. Ich glaube, wir müssen über die Kinderrechte noch mehr reden.

Altpeter: Stimmt. In Baden-Württemberg haben wir für dieses Jahr zwei Regionalkonferenzen geplant. Eine hat im April in Waiblingen stattgefunden, die nächste wird im November in Mannheim sein. Bei diesen Konferenzen diskutieren wir zum Beispiel, wie wir mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder schaffen können.

Perspektive:
Wie kann die Beteiligung von Kindern denn konkret aussehen?

Altpeter: Wir sind beispielsweise gerade dabei, die Gemeindeordnung zu verbessern. Sie
bestimmt das kommunale Geschehen in den Städten und Gemeinden. Jugendliche sollen einen Antrag stellen können, damit eine Jugendvertretung im Gemeinderat eingerichtet wird. Diese Vertretung hat dann ein verbindliches Rede-, Anhörungs- und Antragsrecht im Gemeinderat und ein eigenes Budget. Und weil Kinder nochmal andere Beteiligungsverfahren brauchen als Jugendliche, werden wir erstmals die Beteiligungsrechte von Kindern in der Gemeindeordnung festschreiben.

Perspektive: Wie kann Beteiligung funktionieren, wenn ein Politiker so spricht, dass Kinder es erst gar nicht verstehen?

Altpeter: Das müssen die Politiker jetzt lernen. Klar wird es auch Widerstände geben. Aber wenn es darum geht, ob ein Spielplatz gebaut wird oder ein Jugendtreff, dann sind die Kinder zu hören. Und dann müssen die Politiker sich auch überlegen, wie sie das richtig organisieren. Eine Sitzung abends um acht geht nicht.

Angelina: Ich möchte gerne noch das Recht auf Schutz vor Verfolgung und Krieg ansprechen. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste vor einem Krieg fliehen, dann wäre ich froh, in ein Land zu kommen, das mich freundlich empfängt und in dem ich gut aufgehoben bin. Was können Politiker noch tun, um Flüchtlingskindern zu helfen?

Altpeter: Viele Familien mit Kindern haben schon einen langen Weg hinter sich, bevor sie hier ankommen. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zunächst Sicherheit und Unterkunft zu bieten. Dann müssen wir ihnen die Möglichkeit geben, am normalen Alltag teilzuhaben, zum Beispiel in Vereinen. Deshalb können Sportvereine, bei denen Flüchtlinge trainieren, jetzt schnell und unkompliziert Geld vom Land bekommen. Damit können sie Trikots und Fußballschuhe kaufen. Flüchtlingskinder sollen hier nicht wieder am Rand stehen.

Angelina: Dazu kann jedes Kind auch etwas beitragen. Jeder kann Flüchtlingskindern helfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, jeder von uns kann auf sie zugehen und mit ihnen reden. Denken Sie, dass es irgendwann keinen Krieg mehr gibt auf der Welt?

Altpeter: Ich wünsche es mir sehr. Es ist das ganz große Ziel, dass die Menschen friedlich miteinander leben. Aber wenn ich mir die Konflikte auf der Welt gerade anschaue, dann haben wir alle noch viel zu tun.

Zehn zentrale Rechte

193 Staaten haben der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen seit 1989 zugestimmt. Damit gelten die 40 Artikel des Übereinkommens weltweit für rund zwei Milliarden Mädchen und Jungen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, hat die zehn wichtigsten Rechte zusammengefasst. Kinder haben das Recht auf

1.    Gleichbehandlung
2.    Gesundheit
3.    Bildung
4.    Spiel und Freizeit
5.    Freie Meinungsäußerung und Beteiligung
6.    Gewaltfreie Erziehung
7.    Schutz im Krieg und auf der Flucht
8.    Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
9.    Elterliche Fürsorge
10.    Besondere Fürsorge bei Behinderung

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