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Findet mich das Glück?

Julian Stößer: Im Spiel Berührungsängste abbauen

Reportage: Anette Frisch
Fotos: Eva Häberle

 

Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das 2007 das Unterrichtsfach Glück eingeführt hat. An der Theodor-Frey-Schule in Eberbach gibt es Glück in nahezu allen Vollzeitklassen. Zur Freude von Ernst Fritz-Schubert. Der ehemalige Schulleiter hat das Fach erfunden.

Das Glück liegt im Philosophenweg. In Heidelberg bei Ernst Fritz-Schubert. Dass er pensionierter Schulleiter ist schmälert die Vorstellung, dass ausgerechnet er etwas mit Glück zu tun haben könnte. Glück und Schule – das passt nicht wirklich zusammen. Der 66-Jährige hat das Unterrichtsfach Glück erfunden – er würde natürlich sagen: konzipiert und entwickelt. Denn erfinden, das kann man das Glück nicht.
„Schule ist nicht der Ort, wo Glück gemacht wird“, sagt Fritz-Schubert. Wir sitzen in seinem Arbeitszimmer an einem kleinen, runden Holztisch. Gegenüber steht eine Couch. Vielleicht für psychoanalytische Gespräche, die im Liegen stattfinden? Fritz-Schubert ist kein Psychoanalytiker, er hat aber während seiner Zeit als Schulleiter eine Ausbildung zum systemischen Therapeuten gemacht. Und ums System geht es ihm. Er, der 35 Jahre an einer Schule Lehrer und später Rektor war. Der selbst mit fünf Jahren in die Schule kam, „viel zu früh“. Weil seine Mutter nicht wollte, dass ihr Sohn mit dem Nachbarskind der böhmischen Flüchtlingsfamilie in eine Klasse ging. Die Schule, auf die sie ihn schickte, war weit entfernt und der Weg dorthin anstrengend. In seiner Klasse „wussten alle schon alles“. Nur er nicht. In seinem ersten Zeugnis stand: „Bei weiteren Anstrengungen wird Ernst sicher bald zu guten Leistungen kommen.“
„Ich hatte damals das Gefühl, mich die ganze Zeit nur angestrengt zu haben“, sagt Fritz-Schubert. Bis zur mittleren Reife, da war er 15 Jahre alt, erlebte er Schule als „absolute Katastrophe“. Noch heute merkt man Fritz-Schubert an, wie tief die Erfahrungen von damals sitzen. Und wenn er dann erzählt, welche Aufgabe Schule eigentlich hat, wie Emotion und Kognition zusammenwirken und welchen Beitrag das Glücks-Fach für die positive Entwicklung junger Menschen leisten kann – dann fällt es der Zuhörerin manchmal schwer, ihm zu folgen. Fritz-Schubert ist schlau und schnell. Er hat einen deutlichen Heimvorteil in Sachen Glück. Vor rund zehn Jahren hat der in Fulda geborene Hesse das Unterrichtsfach mit Theaterpädagogen, Sporttherapeuten und Psychologen konzipiert und es 2007 als erster  an seiner Schule eingeführt; er hat Lehrerfortbildungen entwickelt, vier Bücher geschrieben und hält seit seiner Pensionierung Lehraufträge an vier deutschen Hochschulen. Außerdem arbeitet er eng mit der Universität Zürich zusammen.Er hat das gemeinnützige Fritz-Schubert-Institut gegründet, das sich für die positive Pädagogik einsetzt,  und mittlerweile berät er auch Unternehmen in Glücksfragen.

 

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