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Mobbing in der Schule ist ein weit verbreitetes und ernstzunehmendes Problem. Mobbing bedeutet, dass ein Schüler/eine Schülerin wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler/-innen ausgesetzt ist. Dabei besteht zwischen Tätern und Opfern ein Ungleichgewicht der Kräfte, das Opfer ist wehrlos. Repräsentativen Umfragen zufolge ist ca. jeder vierte Schüler in Europa von Mobbing betroffen, als Opfer, Täter oder beides zugleich. Auch Vorgängerstudien der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis ergaben vergleichbare Mobbingraten. Die Folgen von Mobbing sind gravierend und reichen z. T. bis ins Erwachsenenalter. Besonders die Opfer zeigen deutlich erhöhte Risiken für psychische Störungen (Depressionen, Ängste, Selbstverletzung, Suizidalität, somatische Beschwerden etc.).  

Das einzige evidenzbasierte Mobbing-Präventionsprogramm, das nachweisbare Effekte erzielt und von unabhängigen Experten empfohlen wird (u. a. EU-Kommission Brüssel und Landtag Baden-Württemberg), ist das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm. Dieses Programm beinhaltet umfangreiche Schulungen und Materialien, die international bereits eingesetzt werden, bislang jedoch nicht auf Deutsch erhältlich waren.

Schulen, die in das Programm aufgenommen werden, erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten eine intensive Unterstützung bei der Programmimplementierung. Danach kann das Programm als Teil der Schulkultur selbständig weitergeführt werden.

Am 20. Juni 2018 wurde die Realschule Waibstadt zur bundesweit ersten Olweus-Schule zertifiziert. Die feierliche Übergabe des Zertifikats wurde im Rahmen eines kleinen Schulfestes begangen und fand große Beachtung in den regionalen Medien. Die Auszeichnung wurde von Baden-Württembergs Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann vorgenommen. In ihrer Würdigung betonte die Ministerin die Bedeutung der Mobbingprävention, insbsondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden, anonymen Verbereitung von Mobbing im Internet und über die sozialen Medien. Starke Schulgemeinschaften wie an der Realschule Waibstadt zeigen, wie man aktiv gegen Mobbing vorgehen und eine Kultur des Hinschauens auf allen sozialen Ebenen etablieren könne.

Bis zum Jahresende 2019 konnten sechs weitere Schulen zertifiziert werden: die Tulla Realschule Karlsruhe, die Waldschule Mannheim, das Heinrich Sigmund Gymnasium Schriesheim, die Justinus Kerner Gemeinschaftsschule Ludwigsburg, das Schiller Gymnasium Pforzheim sowie die Merian Realschule Ladenburg.

Am 14. Dezember 2019 wurde auf SWR2 in der Sendereihe Wissen der Radiobeitrag „Gegen Mobbing an Schulen – Das Olweus-Programm“ ausgestrahlt. In Gesprächen mit Forschern des Olweus-Teams der Universitätsklinik Heidelberg sowie mit Schülern, Lehrern und Schulleitung der Justinus Kerner Gemeinschaftsschule Ludwigsburg entstand ein sehr gelungenes Portrait, das anschaulich den Nutzen und die Besonderheiten von des Olweus-Programms deutlich macht.

Hier können die Audiodatei sowie das Manuskript zur Sendung heruntergeladen werden.

In der ersten Pilotphase (2015-2018) haben 23 Schulen am Olweus-Programm teilgenommen. Eine erste Welle von 13 Schulen hatte im Juli 2015 mit der Schülerbefragung zum Thema Mobbing begonnen. Im Juli 2016 startete die zweite Welle mit weiteren 10 Schulen. Auch hier wurde das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm schrittwiese eingeführt und jedes Jahr die Schüler befragt, sodass die Effektivität des Programms im Sinne eines Prä-Post Vergleichs geprüft werden konnten. Eine erneute Schülerumfrage im dritten Jahr erlaubt Aussagen über langfristige Effekte des Programms. Zudem wurden Daten über das psychische Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen erhoben um festzustellen, ob durch eine Reduktion von Mobbing tatsächlich auch die Ausbildung von psychischen Folgestörungen verhindert werden kann. Die Schulen wurden 18 Monate intensiv bei der Programmimplementierung unterstützt, danach ist das Programm Teil der Schulkultur und kann selbständig weitergeführt werden.

Insgesamt 16 der 23 Schulen gelang eine erfolgreiche Implementierung des Olweus-Programms.Die erhobenen Daten von knapp 6000 Schülern zeigen eine deutliche Reduktion von Mobbing sowohl auf Opfer- als auch auf Täterseite nach 12 Monaten. Dieser Effekt konnte auch im Folgejahr gehalten werden.

Aufgrund der Erfolge der Pilotphase konnte eine weitere Welle gestartet werden, in der zum Schuljahr 2018/19 sechs weitere Schulen mit dem Programm starteten.

Aktuell können sich interessierte Schulen an das Olweus-Team Heidelberg wenden und jederzeit in das Programm einsteigen. Über die zu erwartenden Kosten, ebenso wie über Inhalte und Strukturen des Programms, gibt die Informationsmappe am Ende der Seite Auskunft.

Das Programm wird vom Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg,
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung umgesetzt. 

Leitung: Professor Dr. med. Michael Kaess und Professor Dr. med. univ. Franz Resch

Interessenten können sich an die Studienkoordinatorinnen des Olweus-Teams, Fanny Ossa und Vanessa Jantzer, wenden.

Mail: olweus.programm@med.uni-heidelberg.de

Fon:  06221 56-39954

Wenn Sie das Olweus-Programm nach Durchsicht der Informationsmappe als grundsätzlich interessant und passend für Ihre Schule einschätzen, wenden Sie sich an das Olweus-Team in Heidelberg. Gerne wird Ihnen das Programm im Leitungs- oder Präventionsteam und anschließend auf einer Gesamtlehrerkonferenz vorgestellt.