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Impressum

Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
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Handelsregistereintrag: Amtsgericht Stuttgart HRB 10775

     

Auf Grundschulkinder kommen, neben allgemeinen Entwicklungsaufgaben und spezifischen Lebensereignissen, viele neue Herausforderungen wie Leistungserwartungen, Effizienzstreben, Bewertungen oder auch das sich vergrößernde soziale Umfeld und das Herstellen neuer Bindungsbeziehungen zu. Daneben stehen die Zunahme von Bildungsbenachteiligung und die Ungleichheit von Bildungschancen in unserem Land.

In diesem Zusammenhang ist die Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen, der seelischen Gesundheit, der seelischen Widerstandsfähigkeit („Resilienz“) und der Lebenskompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den letzten Jahren wieder verstärkt in das Bewusstsein von Wissenschaft und Praxis gerückt. Selbstsichere Kinder, die ihre Gefühle kennen und steuern können, lernen effektiver und gehen mit mehr Zufriedenheit zur Schule. Diese Erkenntnis erfährt zunehmend Beachtung und findet ihren Niederschlag nicht zuletzt bei der Neugestaltung von Bildungsplänen und Präventionsprogrammen.

"Grundschule macht stark!"

Zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen und der seelischen Widerstandsfähigkeit, der sog. „Resilienz“ bei Schulkindern, hat die Baden-Württemberg Stiftung das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule in Freiburg mit der Entwicklung eines Konzepts zur Resilienzförderung in der Grundschule beauftragt. Das Projekt ist Teil des Programms „Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen".

Ein wesentliches Ziel des Projekts „Grundschule macht stark!“ unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff war es, Erkenntnisse der Resilienzforschung in eine Systematik zur  Förderung der Lebenskompetenzen und der seelischen Widerstandskraft von Kindern in die Grundschule zu übertragen.

Im Rahmen des Projekts wurde an zehn beteiligten Schulen im Raum Freiburg und Tübingen ein Schul- bzw. Organisationsentwicklungsprozess angestoßen: Über 18 Monate erhielten die pädagogischen Fachkräfte der Schulen insgesamt sechs Fortbildungseinheiten zu  Themen wie Resilienz, Resilienzförderung mit Kindern, aber auch ressourcenorientierte Zusammenarbeit mit Eltern. Zusätzlich wurden Lehrergruppen, zum Teil auch das gesamte Kollegium, durch Prozessbegleitung kontinuierlich unterstützt. Die Förderung der Resilienz- und Lebenskompetenzen sollte im pädagogischen Alltag der Schulen über einen Mehrebenenansatz (Ebene der Kinder sowie ihrer Bezugspersonen, auf Klassenebene und der Ebene der Gesamtorganisation Schule) verankert werden.

Die Praxis der Resilienzförderung wurde nicht als standardisiertes Programm in gleicher Weise an allen Standorten realisiert. Die Umsetzung war abhängig vom Kenntnisstand jeder Schule – dieser war die Basis für den Entwicklungsprozess. Wichtig war es, die beteiligten Lehrer, deren Kompetenzen und Ressourcen aufzugreifen und die spezifische Situation jeder Schule zu berücksichtigen.
Im Verlauf des Projekts konnte dann in allen beteiligten Schulen eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Forschungs- bzw. Prozessbegleitungsteam einerseits  und den Fachkräften/Teams der beteiligten Schulen andererseits aufgebaut werden. Bei der konkreten Umsetzung zeigten sich z.T. sehr unterschiedliche Bedarfe in den Fortbildungen und Unterstützungsprozessen: Während in einigen Schulen das Thema der Inklusion eine besondere Bedeutung hatte, stand in anderen zunächst das Herstellen einer Atmosphäre von Sicherheit durch ein Gewaltinterventionskonzept im Vordergrund. In allen Schulteams war, neben der Resilienzförderung der Schüler und der ressourcenorientierten Zusammenarbeit mit den Eltern, auch das Thema der Resilienz und psychischen Gesundheit der Lehrkräfte ein wichtiges Thema im Projektverlauf.

Es konnten eine Reihe positiver Ergebnisse erreicht werden:

  • Insgesamt ist es gelungen, in allen Schulen Prinzipien der Resilienzförderung zu implementieren - wenngleich nur in einem Teil der Schulen das manualisierte Programm systematisch umgesetzt wurde.
  • Bei einem großen Teil der beteiligten Lehrer ließen sich Anzeichen für die Realisierung einer resilienzförderlichen Pädagogik und für Veränderungen hin zu einem ressourcenorientierteren Blick auf die Schüler identifizieren.
  • Bei den Kindern zeigten die Testverfahren eine Stärkung des Selbstwertes und eine Verringerung von Verhaltensproblematiken, aber auch eine Verbesserung des sozialen Zusammenlebens. Diese Veränderungen standen im Zusammenhang mit der Intensität des Umsetzungsprozesses: Je besser die Implementierung des Konzepts in der Schule gelang, umso stärkere, positive Veränderungen zeigten sich bei den Kindern.
  • In allen Schulen wurden die Eltern über die Projektinhalte informiert, in acht von zehn Schulen konnten Elternkurse zur Stärkung der Elternrolle und Erziehungskompetenz durchgeführt werden.
  • In den Schulen fanden sich am Projektende klare Hinweise zu einer nachhaltigen Implementierung des Resilienzkonzepts, aber auch auf eine positive Veränderung der Schulkultur.

 

Aus den Erkenntnissen der Ergebnis- und Prozessevaluation ließen sich insgesamt 14 Gelingensfaktoren identifizieren, die für einen positiven Verlauf der Schulentwicklungsprozesse bedeutsam waren; dies waren z.B. eindeutige gemeinsame Entscheidungen des Lehrerteams, die ‚Passung‘ zwischen Schulsituation und Projektinhalten, eine kontinuierliche Unterstützung durch die Schulleitung, eine gute und praxisbezogene Begleitung der Lehrer sowie eine curriculare Verankerung der Projektinhalte (z.B. durch eine feste „Resilienzstunde“ im Stundenplan).

Am Dienstag, den 30. September 2014 wurden im Rahmen eines Fachtages die Grundprinzipen des praktischen Vorgehens und die Evaluationsergebnisse in Stuttgart vorgestellt.

Eine Projektdokumentation wurde erstellt und hier zum Download eingestellt.