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Die Studie Aufwachsen von Jugendlichen mit Behinderung ist darauf ausgerichtet, eine Forschungslücke zu schließen, die sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus politischer Sicht drängend erscheint. Bislang sind Menschen mit Behinderung in vielen quantitativen Befragungen aufgrund von den methodologischen und studienkonzeptionellen Entscheidungen unterrepräsentiert bzw. nicht erkennbar. Für eine empirische Sozialforschung, die das übergeordnete Ziel verfolgt, gesellschaftliche Verhältnisse und Prozesse möglichst adäquat zu beschreiben, stellt diese Unausgewogenheit ein erhebliches Defizit dar.

Das Forschungsvorhaben wird Menschen mit Behinderungen an verschiedenen Stellen des Projektes als Expert_innen zum Thema beteiligen. Partizipative Elemente können beispielsweise in Form von Fokusgruppen mit Jugendlichen mit Behinderungen oder über die Beteiligung von Beiratsmitgliedern mit Behinderung gestaltet werden. Die Studie wird ab September 2018 bis März 2021 durchgeführt.

Die Studie Aufwachsen von Jugendlichen mit Behinderung folgt der Grundhaltung, Jugendliche mit Behinderung in erster Linie als Jugendliche und nicht primär als behinderte junge Menschen zu betrachten. Sie richtet daher den Blick auf die alterstypischen Belange und persönlichen Erfahrungen von Jugendlichen mit Behinderung in ihren Alltagswelten.

Die inhaltlichen Fragestellungen richten sich auf die vier Themenfelder Freizeit, Freundschaften, Autonomie sowie Zufriedenheit und subjektives Erleben. Unter anderem werden folgende Fragestellungen untersucht:

  • Wie erleben und gestalten Jugendliche mit Behinderung ihre außerschulische Lebenssituation?
  • Welche institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen werden von ihnen als Unterstützung empfunden, welche als Einschränkung?
  • Welche Ansatzpunkte lassen sich für Politik und Praxis identifizieren, um die Teilhabemöglichkeiten von Jugendlichen mit Behinderung zu befördern?

Die Zielgruppe der Studie sind Jugendliche mit verschiedenen Formen von Behinderungen, d.h. Jugendliche mit Sinnesbehinderungen, körperlicher Behinderung, Behinderung im sozial-emotionalen Bereich, Sprachbehinderung, Lernbehinderung, sogenannter geistiger Behinderung und mit Mehrfachbehinderung bzw. komplexer Behinderung im Alter von 13 bis 18 Jahren. Mit einer angestrebten Fallzahl von 2.000 teilnehmenden Jugendlichen soll eine belastbare Datenbasis geliefert werden, anhand derer die Lebenswelt von Jugendlichen mit Behinderung differenziert und detailliert beschrieben werden kann.

Die Politik sieht in dem bestehenden Mangel an Daten zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderung Handlungsbedarf: Das 2009 in Deutschland in Kraft getretene „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ der Vereinten Nationen (UN-Behindertenrechtskonvention) verpflichtet Vertragsstaaten „zur Sammlung geeigneter Informationen, einschließlich statistischer Angaben und Forschungsdaten, die [...] ermöglichen, politische Konzepte zur Durchführung dieses Übereinkommens auszuarbeiten und umzusetzen“ (§31). Dementsprechend wird derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales eine bundesweite repräsentative Erhebung zu den Lebensumständen von Menschen mit Behinderung, der Bundesteilhabesurvey, durchgeführt. Aufgrund der thematischen Schwerpunkte dieser Studie bleiben allerdings Jugendliche mit ihren altersspezifischen Bedarfen unberücksichtigt. Genau diese Forschungslücke adressiert die Jugendstudie Aufwachsen von Jugendlichen mit Behinderung, indem sie sich den Themen Freundschaften, Freizeitaktivitäten, Verselbständigung und subjektive Zufriedenheit widmet.

Darüber hinaus dienen die Erhebung und Verbreitung von Informationen zur Lebenssituation von Jugendlichen mit Behinderung dazu, die gesellschaftliche Sichtbarkeit einer Gruppe von Jugendlichen zu erhöhen, die oftmals Gefahr läuft, aus dem öffentlichen Blick zu geraten. So können diese Jugendlichen stärker als bisher als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden.

Bereits von 2016 bis 2018 wurde am Deutschen Jugendinstitut e.V. das Projekt „Methodenstudie zur Entwicklung inklusiver quantitativer Forschungsstrategien in der Jugendforschung am Beispiel von Freundschaften und Peerbeziehungen von Jugendlichen mit Behinderungen“ durchgeführt. In diesem Projekt wurden zum einen unterschiedliche empirische Zugänge zur Befragung von Jugendlichen mit Behinderung erprobt, zum anderen Befragungsinstrumente in unterschiedlichen Modi im Hinblick auf ihre Angemessenheit für entsprechende Teilnehmer_innen geprüft und (weiter-)entwickelt. Die Jugendstudie Aufwachsen von Jugendlichen mit Behinderung baut auf dieser Vorarbeit auf und setzt sie in der geplanten Erhebung praktisch um. Als methodologisches Leitprinzip gilt dabei, dass möglichst viele Jugendliche mit unterschiedlichen Formen und Graden von Behinderung an der Erhebung beteiligen werden können.

Die Studie Aufwachsen von Jugendlichen mit Behinderung wird am Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) in München durchgeführt. Das DJI ist ein zentrales sozialwissenschaftliches Institut für Forschung und Entwicklung in Deutschland in den Themenbereichen Kindheit, Jugend, Familie und den darauf bezogenen Politik- und Praxisbereichen. Als außeruniversitäre Institution an der Schnittstelle zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, föderalen Ebenen, Politikbereichen und Arbeitsfeldern der der pädagogischen Fachpraxis bietet das DJI Erkenntnisse aus der empirischen Forschung, wissenschaftsbasierte Beratung der Politik sowie fachliche Begleitung und Anregung der Praxis.

Deutsches Jugendinstitut e.V.
Abteilung Jugend und Jugendhilfe

Kontakt:
Dr. Sandra Schütz
Tel: + 49 (0)89 / 62 306-306
Email: Schuetz@dji.de
Web: www.dji.de/FGJ1