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Impressum

Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42
70174 Stuttgart
Deutschland

Fon +49.711.248 476-0
Fax +49.711.248 476-50
E-Mail: info(a)bwstiftung.de

www.bwstiftung.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführung: Christoph Dahl (Geschäftsführer), Rudi Beer, Dr. Andreas Weber, Birgit Pfitzenmaier (Prokuristen)
Gesellschafter: Land Baden-Württemberg
Handelsregistereintrag: Amtsgericht Stuttgart HRB 10775

     

     

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg lebten im Jahr 2012 gut 2,1 Millionen Menschen im Alter von 65 und mehr Jahren in Baden-Württemberg. Somit gehört fast jeder fünfte Mensch im Land zur Altersgruppe der 65jährigen und Älteren und damit annähernd doppelt so viele wie noch vor knapp 20 Jahren, mit steigender Tendenz. Um sich den Herausforderungen des demographischen Wandels zu stellen, hat der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung 1,5 Mio. Euro für die Umsetzung des Aktionsprogramm Senioren beschlossen.

Das Aktionsprogramm Senioren beinhaltet die Entwicklung konkreter Maßnahmen für die Förderung von Interessen und Potenzialen der Generation 60+ auf kommunaler Ebene sowie die Durchführung des Forschungsprojektes „Pflegerische Versorgung von Morgen: Sicher, flächendeckend, kompetent!?“

Im Rahmen des Projekts Netzwerk für Generationen treten Kommunen den Auswirkungen des demografischen und sozialen Wandels aktiv entgegen.

Um auch in Zukunft ein lebendiges und aktives Gemeinwesen zu haben, in das Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen, gilt es für Kommunen neue Wege und Strukturen zu schaffen. Die Voraussetzungen, Vorerfahrungen und Ressourcen vor Ort unterscheiden sich. Aus diesem Grund erhalten 12 am Projekt teilnehmenden Kommunen eine passgenaue Prozessbegleitung zur Entwicklung individueller Strategien und Strukturen. 

Hierbei werden insbesondere die folgenden Bausteine in den Blick genommen:

- Partizipation fördern
- Aktives, unterstützendes Zusammenleben fördern
- Versorgungssicherheit schaffen und Infrastruktur weiterentwickeln

Die Projektumsetzung hat die FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg im Auftrag der Stiftung übernommen.

Das Programm wird von einem Expertenbeirat begleitet. Dem Beirat gehören an:

  • MDgt.in  Christine Engelhardt, Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
  • OB a.D. Professor Stefan Gläser
  • Professorin Dr. Astrid Hedtke-Becker, Fakultät für Sozialwesen der Hochschule Mannheim
  • Barbara Kahler, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Berlin
  • Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg
  • Senator e.h. Professor Roland Klinger, Verbandsdirektor des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg
  • Helmut Kneppe, Geschäftsführender Vorstand im Kuratorium Deutsche Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V., Köln
  • Professor Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg
  • Ministerin a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V., Bonn
  • MDgt. Jürgen Maier, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbbraucherschutz Baden-Württemberg
  • Reinhold Schimkowski, Vorstandsvorsitzender der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.
  • Roland Sing, Vorstandsvorsitzender des Landesseniorenrats Baden-Württemberg
  • Loring Sittler
  • Professor Dr. Clemens Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, Berlin
  • Professor Eberhard Trumpp

Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung und im Rahmen des Aktionsprogramms Senioren führten die Hochschule Esslingen und die Hochschule Ravensburg-Weingarten das Forschungsprojekt „Pflegerische Versorgung in Baden-Württemberg von Morgen: Sicher, flächendeckend, kompetent!?“ durch. Das Projekt zielte auf die Erhebung des beruflichen Verbleibs sowie des qualitativen und quantitativen Bedarfs an generalistisch und in ausbildungsintegrierenden Studiengängen ausgebildeten Pflegekräften in Baden-Württemberg ab.

Insgesamt konnte ein weiterhin hoher quantitativer Personalbedarf bzw. ein sich abzeichnender Personalnotstand in der Pflege nachgewiesen werden. Gleichzeitig kommt es in der pflegerischen Versorgung zu wachsenden Anforderungen. Vor diesem Hintergrund sind die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen mit einer generalistischen Ausbildung oder einem ausbildungsinte-grierenden Pflegestudium grundsätzlich günstig. Darüber hinaus scheinen diese neuen Ausbildungsformen in weiten Teilen kompatibel zu dem sich wandelnden Berufsprofil der Pflege.

Allerdings zeigt sich im Hinblick auf die akademisch qualifizierten Fachkräfte, dass sie weniger gut in die bestehenden Strukturen der Pflege zu integrieren sind. Ihre pflegepraktischen Fertigkeiten werden seitens potenzieller Arbeitgeber kritisch hinterfragt. Umgekehrt schätzen sich die Absolventinnen und Absolventen selbst als gut ausgebildet auch und gerade für pflegepraktische Tätigkeiten ein. Sie präferieren eine klientennahe Tätigkeit – jedoch mit ausgewiesenen Kompetenzbereichen. Damit der Akademisierungsprozess auch in der Pflegepraxis ankommt, sind zeitnah entsprechende Einsatzfelder in der direkten pflegerischen Versorgung zu identifizieren und strukturell zu verankern.

Insbesondere die Altenpflege profitiert bislang in auffallend geringem Maße von den neuen Ausbildungsformen und hat ganz offensichtlich mit deutlichen Attraktivitätsproblemen zu kämpfen. Demnach spielt dieser Pflegesektor für die Absolventinnen und Absolventen beider neuen Ausbildungsformen eine untergeordnete Rolle bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Pläne und Ziele. Vor allem mit Blick auf die geplante flächendeckende Einführung der generalistischen Pflegeausbildung und den sich mit ihr verbindenden breiteren Beschäftigungsoptionen ihrer Absolventinnen und Absolventen, könnte die mangelnde Attraktivität von beruflichen Handlungsfeldern der Altenpflege die aktuell bestehende Personalknappheit zukünftig noch weiter verschärfen. Dies kann bereits bei der Gewinnung von geeigneten Auszubildenden spürbar werden.