Sucht im Alter

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit sind auch im höheren Lebensalter keine Seltenheit. Untersuchungen weisen darauf hin, dass bundesweit ca. 27 % der älteren Männer und 8 % der älteren Frauen einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl älterer Menschen, die von Substanzmissbrauch und -abhängigkeit betroffen sind, in den nächsten Jahren vermutlich stark zunehmen. Die damit einhergehenden Folgeerkrankungen betreffen demnach eine große Bevölkerungsgruppe und stellen ein ernst zu nehmendes individuelles, aber auch gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Problem dar.

Alkohol- und Medikamentenmissbrauch können bei älteren und alten Menschen durch unterschiedlichste Ereignisse hervorgerufen werden, wie z. B. bei der Bewältigung des Übergangs von der Arbeit in den Ruhestand oder durch den Verlust des Lebenspartners. Oftmals sind Substanzmissbrauch und Abhängigkeiten aber auch "mit alt geworden". Zumeist werden Abhängigkeiten von älteren Menschen im Verborgenen gelebt oder stillschweigend von den Angehörigen hingenommen. Zwei vorherrschende Grundhaltungen sind prägend für eine relative Tatenlosigkeit hinsichtlich einer Prävention: zum Einen besteht sowohl im professionellen Umfeld wie auch bei Angehörigen eine große Scheu, über Substanzmissbrauch mit den Betroffenen zu sprechen und zum Anderen hält sich beharrlich die Fehleinschätzung, dass Veränderungen von Lebensgewohnheiten im Alter nicht möglich sind.

Suchtprävention ist eine der wichtigen Förderlinien der Baden-Württemberg Stiftung. Daher wurde ein Programm bewilligt, das gezielt in den Lebensbereichen von älteren Menschen Konzepte zur Prävention und Frühintervention entwickeln und erproben soll.

Elf Modellprojekte wurden zur Erprobung unterschiedlicher Präventionsansätze ausgewählt. Das Programm wird von Professor Karl Mann vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse nach Projektende der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zum Teil wurden von den einzelnen Projektträgern nutzbare Materialien erstellt. Diese finden Sie bei den jeweiligen Projekten zum Download eingestellt.

Am Dienstag, 29. Juli 2014 wurden die Ergebnisse der Programmevaluation vorgestellt. Die Vorträge der Veranstaltung finden Sie unten zum Download eingestellt.


Informationen

Detaillierte Informationen zu den elf Modellprojekten finden Sie hier.

Vorträge 29. Juli 2014

Vortrag Professor Dr. Karl Mann, Zentrum für seelische Gesundheit Mannheim

Vortrag Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Universität zu Lübeck

Abteilungsleiterin Gesellschaftlicher Wandel & Kultur, Soziale Verantwortung

Birgit Pfitzenmaier Birgit Pfitzenmaier
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-18
Fax +49 (0) 711 248 476-52 pfitzenmaier(a)bwstiftung.de

Referent Gesellschaftlicher Wandel & Kultur, Soziale Verantwortung

Sven Walter Sven Walter
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-24
Fax +49 (0) 711 248 476-52 walter(a)bwstiftung.de

Veranstaltungskalender