
Der Kulturpreis Baden-Württemberg ist eine gemeinsame Initiative von genossenschaftlicher Wirtschaft und Stiftungswesen. Sie wird getragen von der Überzeugung, dass Kulturförderung eine Aufgabe ist, die den Zusammenschluss unterschiedlicher Kräfte erfordert. Zu diesem Zweck haben die Baden-Württemberg Stiftung sowie die Volksbanken-Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg im Jahr 2002 eine gemeinsame Stiftung gegründet. Sie stellt die Mittel für den Kulturpreis bereit.
Der Kulturpreis Baden-Württemberg würdigt Leistungen von herausragender Bedeutung. Leistungen von Künstlerinnen, Künstlern oder Institutionen, die sich durch die Kraft der Idee abheben, die Grenzen überschreiten, Neuland erkunden, Wege in die Zukunft weisen für die Kunst und die Menschen.
Der Kulturpreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Künstler abwechselnd in jeweils einer der folgenden Sparten: Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur, Musik, Film / Neue Medien.
Der Kulturpreis Baden-Württemberg ist mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert. Der Preis besteht aus einem Hauptpreis in Höhe von 20.000 € und einem Förderpreis von 5.000 €.
Über die Vergabe des Kulturpreises entscheidet der Stiftungsrat der Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Stiftung auf Vorschlag einer qualifizierten Jury.

Preisträger 2011
Hauptpreisträger: Walter Giers
Der im Jahr 1937 geborene Pfälzer Walter Giers arbeitete zunächst einige Jahre als Jazzmusiker, bevor er 1963 sein Studium im Fachbereich Industrial Design an der Werkkunstschule Schwäbisch Gmünd beendete. Der Licht-, Klang- und Medienkünstler erhielt 2003 den Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg und im Jahr 2007 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Neu an seiner Kunst ist vor allem die Einbeziehung elektronischer Bauteile in seine Kunstobjekte, die neben der Erzeugung von Klängen und Licht auch als Gestaltungselemente dienen. Giers thematisiert in seinen Werken Probleme im Umgang des Menschen mit der Umwelt, Konflikte in der Mediengesellschaft oder den Missbrauch von Religion. Der Hauptpreisträger arbeitet oft mit Ambivalenzen und kaschiert die Problemstellungen hinter einer visuellen Fassade aus Acrylglas, hinter der sich elektrische Lampen verbergen. Mit zahlreichen Ausstellungen unter anderem in Toronto, London, Stuttgart, Amsterdam, Hamburg und Mannheim machte sich der Künstler einen Namen. Die Jury des Kulturpreises Baden-Württemberg begründete ihre klare Entscheidung, Giers zum Träger des Hauptpreises zu küren, mit seinem „herausragenden singulären Lebenswerk“.
Förderpreisträger: Pipo Tafel
Philipp („Pipo“) Tafel wurde 1979 in Stuttgart geboren und studierte Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und anschließend Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen und an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Film, Videokunst, Installation und Tanzperformance. Momentan absolviert Tafel sein vertiefendes Studium der Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Im Rahmen eines Seminars zu Ernst Herbert Gombrichts Beitrag zu einer kunsthistorisch fundierten Bild- und Wahrnehmungstheorie stellte Tafel seine installative Arbeit „SHADOWING“ fertig. In dieser originellen Umsetzung stellt er das Spiel mit Präsenz und Absenz des Schattens dar und reflektiert das Verhältnis zwischen Körper, Bild und Raum. Im Gegensatz zu einer zunehmend entkörperlichten modernen Kommunikation eröffnet Tafel dem Besucher einen ungewöhnlichen Weg: In „SHADOWING“ führt das Digitale nicht zur Entkörperlichung, sondern verhilft dem Menschen zu einem Bezug zum eigenen Körper. Tafel erhält den Förderpreis für den „crossmedialen Ansatz seiner Arbeit zur Verknüpfung von Performance und Medienkunst“, wie die Jury begründete.
Weitere Informationen finden Sie unter www.kulturpreis-bw.de.
Die Impressionen-Galerie zum Kulturpreis 2011 finden Sie hier.
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Birgit Pfitzenmaier