02.03.2011

Kulturpreis 2011: Preisträger stehen fest

Auszeichnung für Medienkünstler Walter Giers und Philipp Tafel

Der Medienkünstler Walter Giers aus Schwäbisch Gmünd ist der Hauptpreisträger des Kulturpreises Baden-Württemberg 2011. Der 73-jährige gilt als einer der Väter der „Electronic Art“ und hat regional, national und international mit seinen Werken bleibende Spuren hinterlassen. Der Förderpreis geht an Philipp Tafel. Der Kulturpreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre von der Baden-Württemberg Stiftung und den Volksbanken Raiffeisenbanken verliehen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettbewerbs standen die „Neuen Medien“. Die Preisverleihung findet am 27. Juni 2011 in der Volksbank in Karlsruhe statt.

Stuttgart, 02. März 2011. Bei der Auswahl der Preisträger musste die Jury unter 28 Vorschlägen darüber abstimmen, welche Künstler sich durch ihre Kreativität und Einzigartigkeit abheben und durch ihr Wirken in Baden-Württemberg herausragende Impulse geben. Der Licht-, Klang- und Medienkünstler Walter Giers erhält den diesjährigen Hauptpreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an Philipp Tafel.

„Mit Walter Giers ehren wir einen Künstler, der im Bereich der Medien- und Lichtkunst eine Pionierleistung erbracht hat“, freut sich Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, über die Entscheidung der Juroren. „Damit hat er sich nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch im Ausland einen Namen gemacht.“ „Wir sind stolz auf die reichhaltige, vielfältige Kultur in Baden-Württemberg, sie gehört zu uns, zu unserem Gemeinwesen“, ergänzte Verbandsdirektor Herbert Schindler, Vorstandsmitglied des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. „Es ist den Volksbanken Raiffeisenbanken ein wichtiges Anliegen, das kulturelle Leben im Land zu unterstützen.“

Der Hauptpreisträger Walter Giers
Der im Jahr 1937 geborene Pfälzer Walter Giers arbeitete zunächst einige Jahre als Jazzmusiker, bevor er 1963 sein Studium im Fachbereich Industrial Design an der Werkkunstschule Schwäbisch Gmünd beendete. Der Licht-, Klang- und Medienkünstler erhielt 2003 den Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg und im Jahr 2007 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Neu an seiner Kunst ist vor allem die Einbeziehung elektronischer Bauteile in seine Kunstobjekte, die neben der Erzeugung von Klängen und Licht auch als Gestaltungselemente dienen. Giers thematisiert in seinen Werken Probleme im Umgang des Menschen mit der Umwelt, Konflikte in der Mediengesellschaft oder den Missbrauch von Religion. Der Hauptpreisträger arbeitet oft mit Ambivalenzen und kaschiert die Problemstellungen hinter einer visuellen Fassade aus Acrylglas, hinter der sich elektrische Lampen verbergen. Mit zahlreichen Ausstellungen unter anderem in Toronto, London, Stuttgart, Amsterdam, Hamburg und Mannheim machte sich der Künstler einen Namen. Die Jury des Kulturpreises Baden-Württemberg begründete ihre klare Entscheidung, Giers zum Träger des Hauptpreises zu küren, mit seinem „herausragenden singulären Lebenswerk“.

Der Förderpreisträger Philipp Tafel
Philipp ("Pipo") Tafel wurde 1979 in Stuttgart geboren und studierte Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und anschließend Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen und an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Film, Videokunst, Installation und Tanzperformance. Momentan absolviert Tafel sein vertiefendes Studium der Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Im Rahmen eines Seminars zu Ernst Herbert Gombrichts Beitrag zu einer kunsthistorisch fundierten Bild- und Wahrnehmungstheorie stellte Tafel seine installative Arbeit „SHADOWING“ fertig. In dieser originellen Umsetzung stellt er das Spiel mit Präsenz und Absenz des Schattens dar und reflektiert das Verhältnis zwischen Körper, Bild und Raum. Im Gegensatz zu einer zunehmend entkörperlichten modernen Kommunikation eröffnet Tafel dem Besucher einen ungewöhnlichen Weg: In „SHADOWING“ führt das Digitale nicht zur Entkörperlichung, sondern verhilft dem Menschen zu einem Bezug zum eigenen Körper. Tafel erhält den Förderpreis für den „crossmedialen Ansatz seiner Arbeit zur Verknüpfung von Performance und Medienkunst“, wie die Jury begründete.

Die im Jahr 2002 gegründete „Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung“ vergibt den Kulturpreis alle zwei Jahre im thematischen Wechsel. Er ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert und teilt sich in einen Haupt- und einen Förderpreis. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film/Neue Medien, Literatur und Musik. Die Preisträger müssen einen erkennbaren Bezug zum Land Baden-Württemberg aufweisen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kulturpreis-bw.de.

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