28.04.2010

Baden-Württemberg Stiftung beschließt neue Projekte in Höhe von 11,8 Mio. Euro

Aufsichtsrat wählt Ministerpräsident Stefan Mappus zum Vorsitzenden und erteilt Zustimmung zur Bestellung von Christoph Dahl zum neuen Geschäftsführer

Stuttgart, 28.04.2010 – Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung beschließt neue Projekte im Volumen von 11,8 Mio. Euro. Im Zentrum der Entscheidungen unter Vorsitz von Ministerpräsident Stefan Mappus stehen Programme zu Forschung, Bildung und Sozialem. Christoph Dahl wird neuer Geschäftsführer.

Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung hat in seiner heutigen Sitzung  Projekte in Höhe von 11,8 Mio. Euro beschlossen. Ministerpräsident Stefan Mappus, der dem Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung seit heute vorsitzt, betonte: "Die Baden-Württemberg Stiftung bringt sich aktiv in die Gestaltung unseres Landes ein. Sie tut dies effizient und kompetent. Die erzielten Ergebnisse haben einen nachhaltigen Nutzen für unsere Gesellschaft und das Land."

Der scheidende Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, Herbert Moser sagte: "Nach zehn Jahren Engagement in und für Baden-Württemberg zeigt sich, dass die Gründung der Stiftung richtig war. Mit unseren Programmschwerpunkten Bildung, Forschung und Soziale Verantwortung tragen wir frei von parteipolitischen Grenzen zur Zukunftsfähigkeit des Landes bei und haben viele gute und verlässliche Partner auf unserer Seite, die mit uns die Ideen in die Praxis umsetzen und landesweit zu den  Bürgerinnen und Bürgern bringen."

Der für den Vermögensbereich zuständige Geschäftsführer Walter Leibold ergänzte: "Nach einem erfreulichen Geschäftsverlauf in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnten die restlichen Mittel für 2010 freigegeben werden. Unsere Prognosen aus dem letzten Jahr wurden voll bestätigt. Die Wertentwicklung unserer Investmentfonds lag Ende März bei 4% in fünf Monaten. Einen Teil dieser Gewinne werden wir in den nächsten Tagen durch Ausschüttung von rund 28 Mio. Euro realisieren. Die danach vorhandene Liquidität reicht aus heutiger Sicht aus, um den gesamten Zahlungsverpflichtungen der Stiftung bis Ende 2011 nachkommen zu können. Unser weitsichtiges Vermögensmanagement und eine sehr hohe Prognosesicherheit waren Garant für die erfolgreiche Arbeit der Baden-Württemberg Stiftung in den vergangenen zehn Jahren."

Forschung
Innerhalb des Bereichs Forschung bleibt der Fokus auf der Strategischen Forschung.  Gerade im Bereich der Lebenswissenschaften hat die Stiftung Programme auf den Weg gebracht und neue Themen aufgegriffen. Um im internationalen Wettbewerb vorne zu bleiben, ist es notwendig, stets weitere zukunftsweisende Felder für Wissenschaft und Wirtschaft zu definieren. Die Glykobiologie gilt wissenschaftlich gesehen als junges Forschungsfeld. Nach der Entzifferung des menschlichen Genoms und der Erforschung des Proteoms sind nun auch die komplexen Zuckerstrukturen in den Fokus wissenschaftlicher Forschung gerückt. Im Rahmen der Strategischen Forschung wurden daher vom Aufsichtsrat 3,5 Mio. Euro für das Forschungsprogramm "Glykobiologie" zur Verfügung gestellt.

Mit dem Programm "mikromakro" unterstützt die Stiftung seit 2008 die Etablierung einer Innovations- und Erfinderkultur an Schulen. Schülerinnen und Schüler werden ermutigt, kreativ zu sein, Ideen im Bereich Naturwissenschaft und Technik zu entwickeln und diese über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren umzusetzen. Ziel ist es, dem Nachwuchsmangel in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Mathematik und Informatik  entgegenzuwirken. Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig für diese Themen begeistert werden. Neben der finanziellen Unterstützung werden Workshops und Vernetzungstreffen angeboten. Über 130 Schülergruppen befinden sich zurzeit im Programm. Bedingt durch den großen Erfolg und die rege Nachfrage, hat der Aufsichtsrat eine Aufstockung des Programms in Höhe von 1 Mio. Euro beschlossen.

Bildung
Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem der größten Austauschprogramme in Deutschland entwickelt. Es dient der Stärkung der internationalen Hochschulkooperationen. Über 11.000 junge Menschen kamen bisher in den Genuss des Stipendiums und der damit verbundenen Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln. Damit der Bildungsstandort Baden-Württemberg als exportorientiertes Bundesland und das weltweite Netzwerk weiter bestehen und ausgebaut werden können, hat der Aufsichtsrat Mittel in Höhe von 2,5 Mio. Euro beschlossen. 

Immer komplexere wirtschaftliche, ökologische und soziale Systeme machen es notwendig, vorausschauend in der Bevölkerung ein anhaltendes Bewusstsein für mittel- und langfristige Auswirkungen unserer heutigen Entscheidungen zu wecken. Für die Bildungs- und Informationskampagne "Expedition N – Nachhaltigkeit für Baden-Württemberg", die ihren ersten Auftritt anlässlich der Jubiläumsfeier zum 10jährigen Bestehen der Baden-Württemberg Stiftung haben wird, wurden 1,2 Mio. Euro bewilligt.

Mit dem Eliteprogramm für Postdoktoranden bietet die Baden-Württemberg Stiftung exzellenten Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, eigenständige Forschungsprojekte an baden-württembergischen Hochschulen durchzuführen. Dafür können bis zu 100.000 Euro beantragt werden. Für die Fortführung des Programms stellte der Aufsichtsrat 1,3 Mio. Euro bereit.

Soziale Verantwortung
Die Eindämmung von Jugendgewalt ist eine zentrale Herausforderung bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Die Gewaltbereitschaft Jugendlicher steigt stetig an. Besonders besorgniserregend ist, dass jeder dritte junge Gewalttäter zur Tatzeit alkoholisiert war. Ein Programm zur Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt soll regionale Projekte zu dem Thema entwickeln und durchführen. Hierfür wurden Mittel in Höhe von 1 Mio. Euro bewilligt.

Das Modellprojekt "Eltern-Kind-Projekt Chance" richtet sich gezielt an straffällig gewordene Frauen mit Kindern in Haft und an inhaftierte Mütter oder Väter mit Kindern in Freiheit. Für diese Personengruppe besteht ein besonderer Bedarf an Unterstützung und Begleitung für die Zeit nach der Haft, wenn die Familie wieder zusammenkommt. Während der Projektlaufzeit von drei Jahren sollen ca. 150 Fälle betreut werden. Der Aufsichtsrat bewilligte für die Projektumsetzung 0,5 Mio. Euro.

Für die Förderung von kleinen und mittleren Projekten aus dem kulturellen Bereich wurde der Kunstfonds der Baden-Württemberg Stiftung mit 0,5 Mio. Euro für 2010 ausgestattet.

Informationen

Die Bildergalerie zur Pressekonferenz vom 28.04.2010 finden Sie hier.

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