10.09.2002

Landesstiftung fördert Modellvorhaben zugunsten von Straßenkindern und Schulverweigerern

Immer mehr Kinder und Jugendliche verweigern die Schule und leben schließlich auf der Straße. Die klassischen Angebote der Jugendhilfe greifen hier oft nicht mehr. Kriminalität, Prostitution, Sucht und Gewalt steigen dramatisch an. Mit Hilfe des Modellprogramms "Hilfen für Straßenkinder und Schulverweigerer" der Landesstiftung Baden-Württemberg soll diesen Kindern jetzt eine neue Zukunftsperspektive gegeben werden. Das Ausschreibungsverfahren läuft bereits ...

Anlaufstellen für obdachlose Kinder und Jugendliche gibt es genug, sollte man meinen. Was sich aber in der Theorie gut anhört, taugt nicht immer für die Praxis. Denn die meisten Kinder wollen gar nicht, dass man ihnen "hilft". Anlaufstellen werden so erst gar nicht in Anspruch genommen, da hier nach Ansicht der Kinder und Jugendlichen ohnehin eine ganz andere, gleichsam "fremde Sprache" gesprochen wird. Oftmals haben solche Kinder auch nicht den Mut, den ersten Schritt zu machen. Um ihnen die buchstäbliche Schwellenangst zu nehmen, brauchen sie deshalb eine geeignete Ansprache. Förderziel des Modellprogramms ist, den Betroffenen die Zugänge zur Jugendhilfe oder anderen Hilfssystemen neu zu öffnen oder offen zu halten. Angestrebt ist eine engere Verzahnung niedrigschwelliger Angebote mit anderen Angeboten der Jugendhilfe. Nur so können die neuen Hilfskonzepte nachhaltig durchgesetzt werden.

In den Modellvorhaben sollen Überlegungen zum Ausdruck kommen, wie die Straßenkinder und Schulverweigerer in den normalen Lebensalltag zurück geführt werden können. Außerdem sollen in unterschiedlichen Sozialräumen neue Ansätze erprobt werden: Je nach örtlicher Situation kann beispielsweise die Zusammenarbeit mit anderen Formen der Jugendhilfe (Schule, Polizei, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gesundheitsversorgung) aufgegriffen und auf andere Kreise des gleichen Sozialraums übertragen werden.

Zur Teilnahme am Modellprogramm sind alle gemeinnützigen oder öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, Körperschaften, Verbände und Organisationen aufgerufen, die örtlich, überörtlich oder landesweit mit der Jugendhilfe befasst sind. Die Zusammenarbeit zwischen den Teilnahmeberechtigten, insbesondere mit Schulen, Ausbildungsbetrieben sowie der Polizei unter Einbeziehung von bürgerschaftlichem Engagement, sind zulässig und erwünscht. Es werden nur gemeinnützige Projekte gefördert. Die Förderanträge sind bis spätestens 2. Dezember 2002 über das Sozialministerium Baden-Württemberg an die Landesstiftung zu richten. Detaillierte Informationen über die Förderanträge finden Sie unter der Rubrik "Ausschreibungen".

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