08.10.2002

"Vorbeugen ist besser" - Suchtprävention für Kinder und Jugendliche

Suchtkrankheiten gibt es in allen Bevölkerungsgruppen und in jeder Altersstufe. Mit den beiden derzeit laufenden Aktionsprogrammen der Landesstiftung werden zwei Gruppen unterstützt, die von der Sucht besonders betroffen sind: Kinder suchtkranker Eltern und jugendliche Spätaussiedler ...

Nach vorsichtigen Schätzungen der Deutschen Hauptstellen gegen die Suchtgefahren (DHS) sind zwischen 2 und 3 Mio. Kinder unter 18 Jahren von den Folgen der Suchtmittelabhängigkeit eines Elternteils direkt betroffen. Allein in Baden-Württemberg haben ca. 250.000 bis 300.000 Kinder ungünstige Ausgangsbedingungen für eine gesunde psychosoziale Entwicklung. Sehr oft fehlt ihnen ein positiver Rückhalt. Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, Konzentrations- und Leistungsschwäche sowie Aggressivität und/oder Depressivität sind die häufigen Folgen. Um vor ihren Problemen zu fliehen, greifen viele dieser Kinder früher oder später selbst zu Drogen und Suchtmitteln.

Ein vergleichbar problematisches Bild zeigt die Situation der Spätaussiedler. Die Gründe hierfür liegen – neben den allgemein Sucht fördernden Faktoren – in den zunehmenden Integrationsschwierigkeiten von Migranten. Innerhalb dieser Gruppe gelten die jungen Spätaussiedler als besonders suchtgefährdet. Diese Jugendlichen fühlen sich in Deutschland häufig fremd und brauchen Unterstützung, um die bestehenden kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten ihrer neuen Heimat besser verstehen zu können.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg leistet mit diesen beiden Modellprojekten auch einen Beitrag zur Gewaltprävention. Statistische Untersuchungen haben gezeigt, dass suchtkranke Kinder und Jugendliche deutlich eher zur Gewalt neigen als andere Personen. Die Projekte helfen das soziale Klima zu verbessern und tragen zur Verringerung der sogenannten Beschaffungskriminalität bei.

Die Projektleitung hat die "Landesstelle gegen die Suchtgefahren in Baden-Württemberg" übernommen.

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