08.10.2002

Die Landesstiftung zieht Bilanz - Zukunftsfähigkeit als oberstes Ziel

Stuttgart. Die Landesstiftung Baden-Württemberg blickt auf ein Jahr erfolgreicher Tätigkeit zurück. Ihrem Auftrag gemäß, die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs zu sichern, förderte die Landesstiftung in ihrem ersten operativen Geschäftsjahr eine Vielzahl gemeinnütziger Programme. Ausgesprochen zufrieden mit der Entwicklung der Landesstiftung zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende Ministerpräsident Erwin Teufel bei der Vorstellung des ersten Geschäftsberichts ...

Im ersten Geschäftsjahr förderte die Landesstiftung Baden-Württemberg vielfältige gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Gesellschaft und Soziales sowie Kunst und Kultur. Seit der Genehmigung des Verkaufs der EnBW-Anteile durch die EU-Kommission im Februar letzten Jahres wurden Projekte beschlossen, ausgearbeitet und durchgeführt, die dem Zweck dienen, die Zukunftsfähigkeit des Landes Baden-Württemberg nachhaltig zu sichern. Gemeinnützige Maßnahmen also, die allen Bürgerinnen und Bürgern des Landes gleichermaßen zugute kommen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Landesstiftung Ministerpräsident Erwin Teufel: "Mit einer Bilanzsumme in Höhe von knapp 5,6 Mrd. DM (2,86 Mrd. Euro) und den in 2001 zur Verfügung stehenden Projektmitteln in Höhe von 213 Mio. DM (108,9 Mio. Euro) ist die Landesstiftung heute eine der größten Stiftungen Deutschlands."

Ein großer Anteil der derzeit über 150 geförderten Einzelprojekte betrifft den Forschungs- und Bildungsbereich. "Niemand wird bezweifeln, dass in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland die Investition in Menschen die einzige Möglichkeit ist, unseren Wohlstand und den Wohlstand kommender Generationen zu sichern", so Ministerpräsident Erwin Teufel. Die Landesstiftung wende sich ganz gezielt den Forschungsthemen zu, die für die Zukunft des Landes essentiell sind. So nimmt der Forschungs- und Bildungsbereich fast drei Viertel des Projektvolumens der Landesstiftung in Anspruch. Aus diesen Mitteln werde beispielsweise das Photonik-Zentrum Baden-Württemberg mit seiner Spitzenforschung im Bereich der optischen Technologien gefördert. Ein weiteres Forschungsthema ist die Nanotechnologie, der für die Zukunft allerhöchste Bedeutung eingeräumt wird. Ebenso wichtig für die Bürger ist das Forschungsprojekt Ernährung und Nahrungsmittelsicherheit. Hier werden neue Methoden zum Nachweis von Risikostoffen und Krankheitserregern in Lebens- und in Futtermitteln entwickelt sowie neue Verfahren zur Aufdeckung irreführender Kennzeichnung oder Verfälschung von Lebensmitten untersucht. Als weiteres Projekt wird von der Landesstiftung die Resistenzforschung gefördert. "Die Öffentlichkeit hat noch kaum realisiert, wie die Entwicklung von resistent gewordenen Erregern unsere Gesundheit nachhaltig beeinflussen wird", so Ministerpräsident Erwin Teufel. "Um viele Menschenleben zu schützen, muss die Resistenzentwicklung grundlegend untersucht werden. Dies geschieht mit Mitteln der Landesstiftung."

Eine ähnliche Priorität räumt die Landesstiftung den Themen Bildung und Jugend ein. Mit dem Baden-Württemberg-Stipendium ermöglicht sie jungen Studierenden aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen zu sammeln und umgekehrt auch jungen Ausländern, Baden-Württemberg kennen zu lernen. Diese Zweigleisigkeit sei entscheidend, denn es reiche heute nicht mehr aus, dass jungen Menschen das Ausland kennen lernen. "Wir brauchen auch Bekanntheit und Wertschätzung bei Entscheidungsträgern überall in der Welt, und die können wir vor allem dadurch gewinnen, dass diese jungen Menschen eine Zeit in Baden-Württemberg verbracht haben", so der Geschäftsführer der Landesstiftung, Prof. Dr. Claus Eiselstein. Das Baden-Württemberg-Stipendium gibt es nicht nur für Studierende, sondern auch für Meister- und Technikerschüler sowie für Schüler.

Ein weiteres Großprojekt der Landesstiftung ist die Aktion Start & Klick, mit der die Computer- und Internetkompetenz der breiten Bevölkerung gestärkt wird. Mehr als 80.000 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger haben in gut einem Jahr die Einsteiger-Kurse der Landesstiftung besucht. Nicht umsonst liegt Baden-Württemberg heute bundesweit an der Spitze der Computer- und Internetnutzung.

Die Jugendbildung und Jugendarbeit ist ebenfalls mit vielen Projekten vertreten. So werden etwa Programme wie "Verantwortungsvolle Mediennutzung durch Jugendliche", "Soziales Lernen" und "Neue Formen der Jugendarbeit" mit verschiedenen gemeinnützigen Einrichtungen überall in Baden-Württemberg durchgeführt. Das Projekt "JES – Jugend engagiert sich" ist in den letzten Monaten gestartet und soll Jugendliche zu sozialem Engagement ermuntern und sie dabei wirksam unterstützen.

Stark auf Kinder und Jugendliche zentriert ist auch das Projekt zu Gunsten Kinder suchtkranker Eltern und drogengefährdeter Migranten. Die Landesstiftung fördert außerdem die Elternbildung durch drei miteinander verbundene Projekte sowohl auf schulischer Ebene mit dem Landeselternbeirat als auch auf Kindergartenebene mit der LIGA der Freien Wohlfahrtsverbände und auf der Ebene der Eltern jüngerer Kinder mit dem Baden-Württembergischen Elternverein. "Bereits lange vor PISA haben wir erkannt, dass die Förderung der Jugendlichen und Kinder bei den Eltern ansetzen muss. Hier wird die Landesstiftung in Zukunft sicherlich noch mehr Akzente setzen", so der Ministerpräsident Erwin Teufel.

Die Vorausschau auf die kommenden Jahre zeige – so Geschäftsführer Eiselstein –, dass die Landesstiftung auf Dauer mit Erträgen in der Größenordnung von 75 Mio. Euro pro Jahr rechnen könne. Davon sollen etwa 25 Mio. Euro jährlich in die Rücklage eingestellt und etwa 50 Mio. Euro pro Jahr für Investitionen in die Zukunftssicherung Baden-Württembergs ausgeben werden. Die Landesstiftung wird also in den nächsten 10 Jahren rund 500 Mio. Euro für Projekte einsetzen, selbstverständlich bei Erhalt des um die Inflationsrücklagen verstärkten Kapitals.

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