15.03.2005

Literatursommer 2006 widmet sich der Romantik

Nach dem großen Erfolg 2004 bereitet die Landesstiftung den Literatursommer Baden-Württemberg für das Jahr 2006 vor. Die dritte Auflage des Literaturfestivals widmet sich der Epoche der Romantik. Anlass ist das zweihundertste Jubiläum des Erscheinens der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn - Alte Deutsche Lieder", einem Meilenstein der romantischen Dichtung ...

Nach dem großen Erfolg des Literatursommers Baden-Württemberg 2004 unter dem Motto "Mörike - ein blaues Band" bereitet die Landesstiftung den dritten Literatursommer Baden-Württemberg vor. Er wird sich im Jahr 2006 der romantischen Epoche widmen. Anlass dafür ist der zweihundertste Jahrestag des Erscheinens des ersten Bandes "Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim (1805/06).

Im letzten Jahr veranstaltete die Landesstiftung den Literatursommer Baden-Württemberg zum zweiten Mal. Alle zwei Jahre soll mit diesem landesweiten Literaturfestival durch möglichst vielfältige und kreative Veranstaltungen die Lust am Lesen und die Begeisterung für Literatur neu geweckt werden. Über 180 Veranstaltungen an 87 Orten in ganz Baden-Württemberg beschäftigten sich beim Literatursommer 2004 auf vielfältige Weise mit dem Thema "Mörike - Ein blaues Band". Rund 23.000 Menschen besuchten die vielen Veranstaltungen, die sich auf oft ganz neue und originelle Weise dem Dichter Eduard Mörike näherten.

Thema für die kommende Ausschreibung für den Literatursommer 2006 ist die Epoche der Romantik. Im Jahr 2006 wird das zweihundertste Jubiläum des Erscheinens der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn - Alte Deutsche Lieder" gefeiert, die zu den Meilensteinen der romantischen Dichtung zählt und deshalb zum Anlass für die thematische Wahl des Literatursommers 2006 genommen wurde. Johann Wolfgang von Goethe schrieb dazu 1806 in seiner Rezension: "Von Rechts wegen sollte dieses Büchlein in jedem Hause, wo frische Menschen wohnen zu finden sein." Achim von Arnim (1781-1831) und Clemens Brentano (1778-1842), die zwischen 1804 und 1808 in Heidelberg lebten, veröffentlichten dort drei "Wunderhorn"-Bände (1805/06-1808) und halfen damit maßgeblich, den Mythos vom romantischen Heidelberg zu begründen.

Zentralen Themen der Romantik waren das Naturerleben, die Betonung der Individualität und des Ich-Bewusstseins sowie die Sehnsucht nach Einklang zwischen Mensch und Natur. Sie betraf alle kulturellen Bereiche, die Künste ebenso wie die Philosophie, Wissenschaft, Geschichte und Politik - sie schuf ein neues poetisches Lebensgefühl. Bis heute werden die Bücher jener Zeit gelesen, die Musik gehört, die Kunstwerke bewundert - und auch die Liebes- und Geselligkeitsideale der Romantiker haben sich erhalten. Viele Dichter entdeckten die Volkspoesie und das Volkstümliche, griffen auf Märchen und Mythen zurück, thematisierten den Traum, das Phantastische und die Sehnsucht, versinnbildlicht in der "Blauen Blume".

Einige der bedeutendsten Schriftsteller der Romantik lebten und wirkten im heutigen Gebiet Baden-Württembergs, darunter Friedrich Hölderlin, Sophie Mereau, Karoline von Günderrode, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, Ludwig Uhland und Wilhelm Hauff. Neben Heidelberg und Tübingen als den geistigen Zentren der Romantik finden sich in Baden-Württemberg zahlreiche Schlösser, Burgen oder andere Orte von Sagen und Märchen. Projekte des Literatursommers 2006 können so auf Lebensgeschichten und Traditionen im Land zurückgreifen.

Die Ausschreibung für die Teilnahme am Literatursommer 2006 ist derzeit in Vorbereitung und soll im Mai 2005 veröffentlicht werden. Sie wird auch im Internet unter www.literatursommer.de zum download bereitstehen.

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