02.07.2012

Von der Forschung in die Praxis

Baden-Württemberg Stiftung unterstützt Betriebe beim Wissenstransfer aus der Dienstleistungsforschung

Die Baden-Württemberg Stiftung ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu neuesten Erkenntnissen aus der Dienstleistungsforschung. Im Rahmen des Programms „Wissenstransfer Dienstleistungsforschung“ wurden in mehr als 30 Pilotbetrieben Forschungsergebnisse in die Praxis überführt und Wege zu mehr Wettbewerbsfähigkeit aufgezeigt. In einer teilnehmenden Firma des Programms, der Gebäudereinigung Emil Vollmer GmbH, zogen die Beteiligten heute Bilanz.

Stühlingen, 2. Juli 2012 – Wenn Wischmopp und Staubwedel im Schrank bleiben und die Reinigungskräfte stattdessen Theater spielen, hat das einen guten Grund: Das Reinigungsunternehmen Emil Vollmer GmbH erweitert sein Dienstleistungsportfolio – durch Rollenspiele mit Schauspielern werden die Mitarbeiter auf ihren Einsatz in Privathaushalten vorbereitet. Damit ist der Betrieb ein Vorreiter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Denn nach mehr als 20 Jahren intensiven Forschens nutzen bislang meist nur die großen Unternehmen die Erkenntnisse moderner Dienstleistungsforschung – und erhöhen damit ihre Chancen auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Pilotbetriebe entwickelten innovative Dienstleistungen
Um kleinere und mittlere Unternehmen hierbei gezielt zu unterstützen, hat die Baden-Württemberg Stiftung 2008 das Programm „Wissenstransfer Dienstleistungsforschung“ aufgelegt. In vier Projekten hatten mehr als 30 Pilotbetriebe die Möglichkeit, neue Dienstleistungen zu entwickeln oder bestehende zu optimieren. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, zog heute Bilanz: „Unser Programm stieß bei den teilnehmenden Firmen auf großen Zuspruch: viele Betriebe nutzten die Chance, ihre Dienstleistungsangebote zu optimieren. Dank der Projekte stehen ihnen gut aufbereitete Informationen zur Verfügung, so dass sie vorhandenes Wissen schnell und effektiv in die Praxis umsetzen können.“

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg begleitete die Entstehung und Durchführung des Programms. „Denn die Stärkung des Dienstleistungsstandorts ist ein wirtschaftspolitisches Ziel der Landesregierung. Wir wollen im Dienstleistungsbereich eine Innovationskraft wie im industriellen Produktionsbereich erreichen“, erklärte der Mittelstandsbeauftragte Peter Hofelich in Stuttgart anlässlich der Bilanz.

Von der Forschung direkt in den Betriebsalltag
Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und das Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerk (itb) entwickelten zunächst eine Reihe von Instrumenten und systematischen Vorgehensweisen, um den Pilotbetrieben die abstrakten und komplexen Erkenntnisse aus der Dienstleistungsforschung zugänglich zu machen. Neben Leitfäden und Schulungsunterlagen entstand im Rahmen des Projekts „Transferinitiative: Erfolg mit neuen Dienstleistungen“ auch ein sogenannter „Service-Check“. Damit können Unternehmen innerhalb von 15 Minuten überprüfen, wie sie bei der Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote im Vergleich zu anderen stehen. In Beratungsgesprächen konnten die Teilnehmer dann die Potenziale ausloten und Strategien entwickeln. Transfereinrichtungen wie die Handwerkskammer Konstanz waren mit ihrer Expertise ebenfalls am Projekt beteiligt. Dadurch wurde sichergestellt, dass Betriebe auch nach Projektende bei der Entwicklung ihres Dienstleistungsportfolios unterstützt werden.

Best Practice in Stühlingen
Einer der Pilotbetriebe im Programm „Wissenstransfer Dienstleistungsforschung“ der Baden-Württemberg Stiftung ist das Reinigungsunternehmen Emil Vollmer GmbH im Südwesten Baden-Württembergs. „Zunächst hatte ich keine Vorstellung davon, welche neuen und innovativen Dienstleistungen wir überhaupt entwickeln könnten“, begründete Geschäftsführer Dietmar Vollmer seine anfängliche Skepsis. „Doch eine Analyse ergab, dass wir uns noch viel stärker im Sektor ‚Reinigung von Privathaushalten‘ einbringen sollten.“ Im Zuge des demografischen Wandels nähmen immer mehr Privatpersonen eine professionelle Gebäudereinigung in Anspruch.

Eine Kundengruppe mit ganz besonderen Ansprüchen, wie Dietmar Vollmer weiß: „Unsere Reinigungskräfte betreten meist sehr persönliche Räumlichkeiten wie Schlaf- oder Badezimmer. Zudem sind die Kunden bei der Reinigung in der Regel anwesend und erwarten ein einwandfreies Auftreten.“ Durch einen zweitägigen Theaterworkshop seien die Mitarbeiter insbesondere auf den Erstkontakt und schwierige Situationen – beispielsweise wenn Kunden Kritik äußern – professionell vorbereitet worden. Der Erfolg lässt sich laut Vollmer sehen: „Pro Woche gewinnen wir im Schnitt zwei neue Privatkunden dazu, und das seit zwei Jahren.“

Informationen

Wissenstransfer wird fortgesetzt
Auf der Webseite www.dienstleistung-bw.de haben die beiden Forschungseinrichtungen IAO und itb den „Service-Check“ auch anderen Unternehmen zugänglich gemacht. Als Anregung finden sich hier weitere Erfolgsgeschichten, unter anderem von der Stuttgarter Firma Alfred Kiess GmbH, die jüngst vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg einen Anerkennungspreis beim Wettbewerb um den „Dienstleister des Jahres 2012“ erhielt.

Mit einer Publikation wird die Baden-Württemberg Stiftung die entwickelten Werkzeuge und Instrumente kleinen und mittleren Unternehmen sowie Transfereinrichtungen zur Verfügung stellen. In ganz Baden-Württemberg können dann Firmen die Erkenntnisse aus der Dienstleistungsforschung in ihren betrieblichen Alltag integrieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Die Publikation wird unter www.bwstiftung.de zur Verfügung stehen.

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