17.02.2009

Strategische Forschung im Fokus - Landesstiftung bewilligt Projekte in Höhe von rund 20 Mio. Euro

Stuttgart. Der Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg beschließt neue Projekte im Volumen von rund 20 Mio. Euro. Im Zentrum der Entscheidungen unter Vorsitz von Ministerpräsident Günther H. Oettinger stehen Programme der strategischen Forschung ...

Der Aufsichtsrat der Landesstiftung hat in seiner heutigen Sitzung 13 Programme und Projekte in Höhe von 19,88 Mio. Euro beschlossen. Strategische Forschungsthemen erhielten dabei den Löwenanteil. "Die Landesstiftung setzt auch in schwierigen Zeiten wichtige Impulse zur Sicherung der Standortqualität von Baden-Württemberg", erklärte Ministerpräsident Günther H. Oettinger, der dem Aufsichtsrat der Landesstiftung vorsitzt. "Ich freue mich, dass es uns wiederum gelungen ist, strategisch wichtige Themen für die Forschung und das soziale Zusammenleben voranzubringen, ohne die Substanz der Stiftung anzugreifen."

"Nach dem Aufsichtsratsbeschluss vom Oktober 2008, mit dem bereits Projekte im Umfang von über 24 Mio. Euro für 2009 freigegeben wurden, ist es uns gelungen, auch aus Rückflüssen abgeschlossener Programme, weitere und neue Projekte auf den Weg zu bringen", sagte der Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, Herbert Moser. Mittel in Höhe von 2 Mio. Euro, die für den Ankauf von Kunstgegenständen aus dem Haus Baden nicht benötigt würden, könnten so direkt für Programme der strategischen Forschung eingesetzt werden.

Der für den Vermögensbereich zuständige Geschäftsführer Walter Leibold: "Die Landesstiftung ist Dank ihrer weitsichtigen und erfolgreichen Strategie bei der Vermögensverwaltung trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise auch 2009 in der Lage, mit beträchtlichen finanziellen Mitteln in die Zukunftsfähigkeit des Landes zu investieren. Insbesondere der rechtzeitige Aufbau liquider Mittel gewährleistet, dass die Landesstiftung weiterhin ertragstark bleibt und die an sie gestellten Erwartungen erfüllen kann."

Forschung
Die Landesstiftung wird die grundlegende Ausrichtung ihrer Forschungsmaßnahmen weiter ausbauen. Für ein Programm zu Umwelttechnologien, das den branchenübergreifenden Wachstumsmarkt der Zukunft berücksichtigt, hat der Aufsichtsrat 4,25 Mio. Euro bereitgestellt. Die Umwelttechnologieforschung ist ökologisch wichtig und eine wirtschaftlich lukrative Investition in die Zukunft. Baden-Württemberg hat in einigen Segmenten dieses Marktes bereits eine technologische Führungsrolle übernommen, die es weiter auszubauen gilt.

Ein weiterer Beschluss des Aufsichtsrates befasst sich mit den Informations- und Kommunikationstechnologien. Für diesen anwendungsorientierten Forschungszweig wird die Landesstiftung eine Ausschreibung vorbereiten, die die Entwicklung und Implementierung von innovativen Softwarelösungen voranbringt. Ein besonderer Fokus liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Informatikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. Auch hierfür stehen 4,25 Mio. Euro zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat stellte außerdem für eine abschließende Untersuchung und Ergebnisvalidierung des Forschungsprogramms zur Borreliose-Prävention 200.000 Euro bereit. Ziel ist es, einen Maßnahmenkatalog für die effektive und einfache Zeckenbekämpfung zu erarbeiten und den Kommunen zur Verfügung zu stellen. Mit bereits 2008 beschlossenen Mitteln in Höhe von 5 Mio. Euro wird die Landesstiftung zudem 2009 ein Programm zur adulten Stammzellforschung ausschreiben. Dabei soll auch der Einsatz von Stammzellen in der regenerativen Medizin in den Fokus genommen werden, um auch die Umsetzung der Forschungsergebnisse in Therapieansätze zu verfolgen.

Im Bereich "Wissenschaft & Öffentlichkeit" führt die Landesstiftung das im Herbst 2008 gestartete Programm "Coaching4future" weiter, das mit 1 Mio. Euro neu dotiert ist. Das landesweite Netzwerk verbindet Partner aus Schule, Hochschule und Wirtschaft und informiert gezielt über Studium und Berufsaussichten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten MINT-Berufen.

Bildung
Für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM hat der Aufsichtsrat zusätzlich 1 Mio. Euro bereitgestellt, so dass 2009 nun insgesamt 2,5 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Mit diesem Budget soll gewährleistet werden, dass langjährig aufgebaute internationale Beziehungen zwischen den Einrichtungen im In- und Ausland auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 aufrecht erhalten werden können.

Das erfolgreiche Programm "kicken & lesen", mit dem bildungsferne Jungen über den Fußball an das Abenteuer "Lesen" herangeführt werden, wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Rund 135.000 Euro stehen hierfür zur Verfügung. Für die Fortführung der Geschäfts- und Servicestelle Osteuropa stellte der Aufsichtsrat für 2009 weitere 200.000 Euro bereit.

Soziale Verantwortung und Kultur
Die Integration von Menschen mit Behinderung ist eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe, der auch die Landesstiftung Rechnung trägt. Sie hat bereits mehrere Initiativen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung auf den Weg gebracht. Mit einem Budget von 1,5 Mio. Euro soll nun ein Programm aufgelegt werden, das sich an ältere behinderte Menschen oder Menschen mit chronischen Krankheiten wendet. Gerade der Übergang von einem betreuten Arbeitsleben in den Ruhestand wirft noch viele unbeantwortete Fragen auf. Hier kann Baden-Württemberg eine wichtige Vorreiterrolle übernehmen.

Programme der Landesstiftung haben gezeigt, dass sportliche Aktivitäten die Gesundung kranker Menschen fördern können. Die Landesstiftung will mit einem neuen Programm wissenschaftlich untersuchen, wie sich frühzeitige Sportaktivitäten auf Patienten mit Krebserkrankungen und besonders auf Kinder mit Krebs auswirken. Das Programm ist zunächst mit 265.000 Euro ausgestattet.

Für die gemeinnützige Verwendung im Rahmen des Erwerbs von Kunstgegenständen aus dem Haus Baden stellt die Landesstiftung insgesamt 6 Mio. Euro zur Verfügung. Der Kunstfonds der Landesstiftung, der der Förderung kleinerer und mittlerer Kunst- und Kulturprojekte dient, wird um 300.000 Euro aufgestockt. Die Ausstellung "Staufer und Italien" der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, an der Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen beteiligt sind, erhält eine Zuwendung von 700.000 Euro.

Landesstiftung Baden-Württemberg
Die gemeinnützige Landesstiftung Baden-Württemberg ist eine der großen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige Stiftung, die in außergewöhnlicher Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert - und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

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