21.06.2004

Sprachförderung geht in zweite Runde

Bisher über 11.000 Kinder gefördert. Ab 22. Juni 04 startet zweite Ausschreibungsrunde ...

Stuttgart. Die Grundlagen für eine gute Sprachkompetenz werden bereits im Kindergarten gelegt. Nur wer der deutschen Sprache wirklich mächtig ist, hat die optimalen Voraussetzungen für unser Bildungssystem. Die Landesstiftung Baden-Württemberg führt in Zusammenarbeit mit allen kommunalen und freien Trägern von Kindertagesstätten das Modellprojekt "Sprachförderung im Vorschulalter" durch. In der ersten Ausschreibungsrunde nahmen 11.401 Kinder in 1.565 Fördergruppen teil. Etwa 35 % der geförderten Kinder sprechen deutsch als Muttersprache. Im Sinne eines "lernenden Projektes" hat die Landesstiftung die Erfahrungen der ersten Ausschreibung in die Neuauflage 2004 des Programms eingebracht.

Die Resonanz in den Tageseinrichtungen für Kinder war überwiegend positiv. Erstmals seien mit dem Programm der Landesstiftung schnelle und konkrete Maßnahmen möglich, um Kindern mit Sprachdefiziten deutlich vor Schulbeginn zu helfen. Mit z.T. spielerischen Aktionen wurde landesweit in den Fördergruppen Lust auf Sprache und aufs Sprechen gemacht.

Besonders gut kam bei vielen Einrichtungen das offene Programm an, es böte den geeigneten Freiraum für experimentelle Fördermaßnahmen, so der Tenor der Träger. Die Fördermaßnahmen, die in der ersten Runde bewilligt wurden, werden bis zu Beginn der Sommerferien weitestgehend abgeschlossen sein.

Aufgrund der Rückmeldungen und Anregungen der durchführenden Einrichtungen hat die Landesstiftung für die zweite Ausschreibung die Vergaberichtlinien gemäß dem "lernenden Projekt" weiter angepasst.

Wichtigste Änderungen
Grundsätzliche Änderungen betreffen v.a. die Rahmenrichtlinien: künftig ist die Ausschreibung zeitlich befristet, so dass die Fördermaßnahmen - in der Regel 120 Stunden, verteilt über ein halbes Jahr - optimal durchgeführt werden können. Die Ausschreibungsfrist 2004 endet am 15. Oktober 2004.

Außerdem hat die Landesstiftung das Alter der zu fördernden Kinder weiter konkretisiert. Sie müssen in dieser Runde vor dem 31.12.1999 geboren sein und 1 bis 1 ½ Jahre vor dem Schulbeginn stehen.

Für die Sprachstandserhebungen sind ab sofort die Verfahren "Bärenstark", "BISC", "Breuer-Weuffen", "HASE", "SETK 3-5", "SISMIK", "Was weiß ich schon in Deutsch" anerkannt. Daneben ist auch eine kontinuierliche, methodisch angelegte und belegbare Beobachtung möglich.

Bei Antragstellung muss ein Förderplan vorliegen, der neben dem Förderbedarf und den Förderzielen auch die pädagogische Planung darlegt. Um die Erzieher/innen vor Ort zu unterstützen, hat die Landesstiftung hierfür Leitfäden erarbeitet.

Für jede Fördergruppe, die aus mindestens 6 Kindern von Beginn bis zum Abschluss der Maßnahme besteht, können 2.700 Euro zur Durchführung beantragt werden.
Eine weitere Neuerung ist die aktive Einbeziehung der Eltern. Die Tageseinrichtungen haben bereits seit der ersten Runde die Möglichkeit, die Eltern der zu fördernden Kinder in die Sprachmaßnahmen zu integrieren. Tatsächlich nahmen in der ersten Runde an mehr als 50 % der Kurse auch Eltern teil. Für weiterführende Maßnahmen, wenn sich z.B. Eltern in getrennten Elternabenden bei zusätzlichen Aktionen zur Unterstützung der Sprachförderung, wie etwa durch Vorlesestunden, engagieren, können weitere 100 Euro pro Gruppe geltend gemacht werden.

Multiplikator/innen
Im Rahmen der Sprachförderung sollen sich regionale Netzwerke kompetenter Vermittler/innen aufbauen. Daher hat die Landesstiftung bei den Trägern der Kindertageseinrichtungen die Ausbildung von Multiplikator/innen ausgeschrieben. Das Verfahren steht kurz vor Abschluss und die Maßnahme soll nach den Sommerferien starten können.

Ziel hierbei ist die Ausbildung von Menschen, die den Durchführenden in den Tageseinrichtungen mit Rat und Tat zur Seite stehen und regionale Kompetenznetzwerke anregen und etablieren können.

"Mit dieser neuen Ausschreibungsrunde kommen wir dem erklärten Ziel einer landesweiten Maßnahme wieder ein Stück näher" so der Geschäftsführer Claus Eiselstein. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass mit dem Pilotprojekt 'Sprachförderung' wichtige Fortschritte gemacht werden, um allen Kindern in Baden-Württemberg die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen."

Die Landesstiftung Baden-Württemberg fördert gemeinnützige Projekte, die sie überwiegend selbst durchführt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei, neben der Forschung und Wissenschaft, in der Förderung von Bildungs- und Jugendarbeit, Kunst und Kultur, Völkerverständigung und Sport. Die Landesstiftung Baden-Württemberg ist die einzige bedeutende Stiftung, die in dieser Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert und damit in die seiner Bürgerinnen und Bürger.

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