04.06.2007

Deutschlandlauf 2007 - vom Bodensee zur Ostsee

"jes – Jugend engagiert sich" der Landesstiftung Baden-Württemberg: Jugendliche des Gymnasiums Hechingen laufen für peruanische Kinder ...

Bild 1: Start des Deutschlandlaufs des Gymnasiums Hechingen am Samstag in Friedrichshafen: Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg (links) gratuliert Philipp Schenk, Lehrer und Projektleiter zum Einsatz für die gute Sache. In acht Tagen wollen seine Schüler vom Bodensee zur Ostsee laufen - für ein Schulprojekt in Peru. Bild: Landesstifftung Baden-Württemberg Download (.jpg, 657 kb)

Bild 2: Fieber vor dem Start: Mit zwei Flaschen Bodenseewasser, das am kommenden Samstag in die Ostsee bei Rostock fließen wird, haben sich rund 50 Läufer auf den Weg auf die rund 1100 Kilometer lange Strecke gemacht. Auf der ersten Etappe begleitete Herbert Moser die Gruppe, die ihre Idee im Rahmen des Landesstiftungs-Projekts "jes - jugend engagiert sich" umsetzt. Bild: Landesstiftung Baden-Württemberg Download (.jpg, 662 kb)

Sie sind kreativ, engagiert und nehmen einen echten Kraftakt auf sich: Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen und ihr Lehrer Philipp Schenk (im Bild rechts) laufen in Etappen in einer Woche vom Bodensee bis zur Ostsee. Start war am Samstag, 2. Juni, in Friedrichshafen. Das Ziel in Rostock wollen die rund 50 Läufer am Samstag, 9. Juni, am Nachmittag erreichen. Ihr Deutschlandlauf 2007 ist eines von 400 Projekten mit über 3700 Jugendlichen, die seit 2001 im Programm "jes – Jugend engagiert sich" der Landesstiftung Baden-Württemberg stattfanden. Der Lauf dient als Spendenlauf für ein Schulprojekt in Peru.

Die erste Nacht ist vorbei. Bis zwei Uhr sind die letzten Läufer auf der Strecke gewesen. Um vier Uhr die ersten wieder. Alle Läufer sind gesund und munter. "Das ist besonders wichtig. Und wir sind absolut im Zeitplan. Auch das freut mich", sagt Lehrer und Projektleiter Philipp Schenk. Am Morgen (Sonntag) wurden die Läufer beim Stadtlauf in Heidenheim willkommen geheißen und sind ihre Strecke einfach parallel mitgelaufen. Schenk: "Solche Überraschungen machen unseren Deutschlandlauf 2007 zu einem wunderschönen Erlebnis für alle Läufer und diejenigen, die uns unterstützen." Die Etappe führt die Schüler im Laufe des Sonntags über Oberkochen nach Aalen zum Übernachtungsstandort Blaufelden.

Das ist der Deutschlandlauf 2007: Drei Dutzend Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen laufen in einer Staffel in acht Tagen vom Bodensee zur Ostsee. Dabei legen sie eine Strecke von über 1100 Kilometern zurück. Vom Startort Friedrichshafen geht der Dauerlauf bis Rostock. Während die Jüngeren in Turnhallen übernachten, laufen einige Oberstufenschüler und Eltern auch die Nächte durch. Alle fünf Kilometer wird gewechselt. Ein Bus und mehrere Fahrzeuge begleitet die Laufgruppe. Unterwegs werben die Schüler um Spenden für ihr Schulprojekt in Peru. Spenden sind aber auch jederzeit über die Homepage möglich (www.deutschlandlauf2007.de)

Philipp Schenk, Mathe- und Physiklehrer: "Alle trainieren schon seit Monaten, um unser Projekt zum Erfolg zu führen. Die größte Herausforderung war allerdings die Organisation des Vorhabens: Immer wieder gab es neue, ungeahnte Fragestellungen zu bearbeiten und zu lösen. Jeder von uns machte dabei eine Menge Erfahrungen. Aber wir laufen nicht nur der Herausforderung wegen. Die Schüler wollen vor allem Vorbild sein und zeigen, dass sie eine ganze Menge bewegen können." Ein symbolischer Akt: Zwei Flaschen Bodenseewasser werden mit auf die Reise genommen und in Rostock in die Ostsee gekippt (im Bild Mitte).

Beim Start in Friedrichshafen am Samstagmorgen um 8 Uhr war die Stimmung trotz Regens und frostiger Temperaturen gut. Aufgeregte Schüler, ein stolzer Lehrer, Schulleiter, Eltern und Bekannte waren gekommen, um den rund 50 aktiven Läufern, die die Stecke in einem rollierenden System zurücklegen, einen "guten Fuß" zu wünschen, wie der SPD-Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg, Norbert Zeller MdL. Herbert Moser (im Bild links), Geschäftsführer der Landesstiftung: "Vor 20 Jahren wäre ein solcher Lauf nicht möglich gewesen. Niemand konnte einfach vom Bodensee nach Rostock laufen. Wir können darauf stolz sein, heute in einem Land ohne solche Grenzen zu leben und hier junge Schüler zu haben, die eine solche Idee für den guten Zweck umsetzen." Für die Schüler war der Startschuss aber auch das Ende der Wartezeit.

"Was wir hier machen, ist etwas absolut Einmaliges für uns", sagte Kevin Eissler aus der elften Klasse des Hechinger Gymnasiums. Er sei stolz dabei zu sein. "Ich habe bis Ostern noch gezweifelt, dass wir das wirklich schaffen", sagte Frederick Sutter, der "Chef" des Lagezentrums und einer, der vor allem den Routenplan – ausgedruckte 2500 Seiten – detailgenau ausgearbeitet hat. Die Schüler laufen nur auf Nebenstraßen und Feldwegen, denn ein Genehmigungsverfahren für Land- und Kreisstraßen hätte die ohnehin schon schwierige Organisation ausufern lassen.

Die Hechinger Dauerläufer sind eines von mehr als 400 Projekten im Programm "jes– Jugend engagiert sich", dem größten Jugendprojekt der Landesstiftung, für das der Aufsichtsrat der Landesstiftung insgesamt über drei Millionen Euro bewilligt hat. Seit 2001 haben sich rund 3700 Jugendliche in den Bereichen Soziales, Ökologisches und Kulturelles engagiert.

Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung: "Alle jes-Projekte verdienen ganz besondere Beachtung und Würdigung. Hinzu kommt, dass der Elan der Jugendlichen wirklich ansteckend wirkt, das hat Engagement ohne inhaltliche Grenzen zur Folge."

Aber nicht nur die reinen Zahlen lassen aufhorchen, auch inhaltlich ist jes ein großer Erfolg. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Evangelische Fachhochschule Freiburg brachte überraschende Ergebnisse. Eines der Hauptziele bei jes war, junge Menschen an freiwilliges Engagement heranzuführen, ihnen eine Art "Kulturkompetenz" auf den Weg zu geben. Dieses Ziel wurde mehr als erreicht: Für mehr als 70 Prozent war die Freiwilligenarbeit bei jes ihr einziges freiwilliges Engagement.

Den Grund für diese hohe Akzeptanz geben die Jugendlichen selbst an: Sie fühlten sich angesprochen vom Angebot – im Fall der Hechinger Dauerläufer stand zuerst die Projektidee, die dann mit jes-Unterstützung starten konnte – und sie bemerkten positiv, dass die Angebote nahe ihrer Wohnumgebung stattfinden. Sie hatten Freude an ihrem Wirken und sahen sich durch das Angebot hoch motiviert, anderen zu helfen. Und sie mussten sich nicht langfristig an einen Verein oder eine andere Institution binden, stellte die Fachhochschule Freiburg in ihrer Untersuchung fest. Denn einzig die Anforderung, mindestens 40 Stunden im Einsatz zu sein, ist eine Vorgabe im jes-Programm. Dennoch: Besonders erfolgreich waren die jes-Projekte immer dann, wenn sie vernetzt waren – oft gab die Schule den Anstoß, Kommune, Verein oder Kirche waren aber ebenso häufig mit an Bord.

Viele der jes-Projekte werden am 23. November auf einer großen Abschlussveranstaltung mit Festakt im Forum der LBBW in Stuttgart vorgestellt.
Informationen zum jes-Programm auch unter: www.jugend-engagiert-sich.de

Die gemeinnützige LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg ist eine der größten Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige Stiftung, die in außergewöhnlicher Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Hinweis für die Redaktionen:
Die Strecke führt durch sechs Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern), allerdings immer nur auf Nebenstraßen und Feldwegen. Die genaue Route finden Sie im Internet auf der Homepage des Projekts (www.deutschlandlauf2007.de).

Da die Schüler nicht auf ausgebauten Straßen laufen, ist es kaum möglich, außer der Laufroute genaue Standorte auszumachen. Deshalb finden sie auf der Homepage der Landesstiftung während der gesamten Woche aktualisierte Pressemitteilungen.

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