21.10.2009

Neue Initiativen für Forschung und Bildung

Die Landesstiftung stellt rund 17 Mio. Euro bereit - Ministerpräsident: "Land wird Sprachförderung übernehmen." Der Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg beschließt neue Programme im Volumen von über 17 Mio. Euro. Im Zentrum der Entscheidungen unter Vorsitz von Ministerpäsident Günther H. Oettinger stehen Programme zu Forschung, Bildung und Sozialem. Die Landesstiftung zieht sich ab dem Kindergartenjahr 2010/2011 aus der Sprachförderung zurück, das Land wird sie übernehmen ...

Der Aufsichtsrat der Landesstiftung hat in seiner heutigen Sitzung zwölf Programme und Projekte in Höhe von 17,75 Mio. Euro beschlossen. Ministerpräsident Günther H. Oettinger, der dem Aufsichtsrat der Landesstiftung vorsitzt, betonte: "Die besondere Stärke der Stiftung zeigt sich daran, dass wir auch in schwierigen Zeiten wichtige Themen in Angriff nehmen können. Und wir können auf verlässliche, in der Praxis erprobte Konzepte der Landesstiftung zugreifen. Dank der Arbeit der Landesstiftung in den letzten Jahren liegen ausgezeichnete Erfahrungswerte in Sachen Sprachförderung vor. Das Land kann nun die vorhandenen Kompetenzen nutzen und die Sprachförderung in die Regelfinanzierung des Landes übernehmen."

Der Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, Herbert Moser sagte: "Es zeigt sich zunehmend, dass die Landesstiftung mit ihren Schwerpunkten richtig liegt: Wir können unsere in Projekten gewonnenen, zukunftsweisenden Erkenntnisse und Erfahrungen umgehend in die Praxis führen und landesweit in die Fläche bringen. Das zeigt unsere Zukunftsorientierung und macht uns schnell und effizient."

Der für den Vermögensbereich zuständige Geschäftsführer Walter Leibold ergänzte: "Unsere Geldanlagen haben Dank einer vorausschauenden Strategie den Stürmen der Finanzkrise getrotzt." So sei es der Landesstiftung auch in diesen turbulenten Zeiten möglich gewesen, ohne den Kapitalstock anzugreifen, alle beschlossenen Projekte zu finanzieren und darüber hinaus auch Mittel für neue Projekte bereit zu stellen. "Die heute beschlossenen Projekte sind unabhängig von der Entwicklung der Finanzmärkte durch unsere sicheren Einnahmen gedeckt," so Leibold.

Forschung
Innerhalb des Bereichs Forschung bleibt der Fokus auch im nächsten Jahr auf der Grundlagenforschung mit Anwendungsperspektive sowie der Nachwuchssicherung. Wissenschaftlicher Fortschritt, Innovationen und hochqualifizierte Nachwuchskräfte sind die großen Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Im Rahmen der strategischen Forschung wurden daher vom Aufsichtsrat zunächst 6 Mio. Euro für zwei Forschungsprogramme zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Studie "Strategische Forschung" stehen dabei Themen auf der Agenda, die aus wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektive von besonderer Bedeutung für das Land sind.

Das von der Landesstiftung zur Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik initiierte Bildungsnetzwerk "Coaching4future" stößt bei Schulen, Hochschulen und namhaften baden-württembergischen Betrieben auf großes Interesse. Mehrere Tausend Schüler, Lehrer, Studierende und Personalverantwortliche in der Wirtschaft informieren sich regelmäßig über die Internetplattform www.coaching4future.de zu Fragen rund um Studium und berufliche Perspektiven. Rund 230 Betriebe sind landesweit mit ihrem Angebot im Netz der Stiftung. Coaching Teams mit naturwissenschaftlich-technischen Jungakademikern informieren an Schulen über die gesellschaftliche Relevanz von MINT-Berufen. Für das kommende Jahr hat der Aufsichtsrat 1 Mio. Euro zur Fortsetzung zur Verfügung gestellt.

Bildung
Seit 2003 führt die Landesstiftung das Programm "Sag’ mal was – Sprachförderung für Vorschulkinder" durch. Sie hat das Thema Sprachförderung mit in die gesellschaftspolitische Diskussion gebracht und hat als eine der ersten Initiativen bundesweit ein flächendeckendes Programm durchgeführt. Dabei hat sie für wertvolle Erfahrungen und neue Kompetenzen in den Kindertagesstätten gesorgt. Gemäß ihrem Auftrag, Programme modellhaft auf ihre Praxistauglichkeit zu testen, wird sich die Landesstiftung ab dem Kindergartenjahr 2010/2011 aus der flächendeckenden Sprachförderung zurückziehen. Diese soll in die Gesamtverantwortung des Landes übergehen.

Der Bedeutung der Internationalisierung und der Hochschulen trug der Aufsichtsrat mit zwei Entscheidungen Rechnung: In einer ersten Tranche stellte er 2 Mio. Euro für das "Baden-Württemberg-STIPENDIUM" bereit. Durch dieses Programm konnten bisher über 11.000 junge Menschen Auslandserfahrungen sammeln. Mit zunächst 200.000 Euro wird das "Eliteprogramm für Postdoktoranden" fortgeführt. Damit werden herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihrem Weg zur Professur unterstützt.

Ein neues Programm der Landesstiftung befasst sich mit dem Thema Nachhaltigkeit: Immer komplexere wirtschaftliche, ökologische und soziale Systeme machen es notwendig, vorausschauend in der Bevölkerung ein anhaltendes Bewusstsein für mittel- und langfristige Auswirkungen unserer heutigen Entscheidungen zu wecken. Für das Programm hat der Aufsichtsrat als 1. Schritt 2 Mio. Euro bereitgestellt.

Soziale Verantwortung
Eine Erweiterung erfährt das Programm "Komm mit in das gesunde Boot", mit dem das Bewegungs- und Ernährungsbewusstsein von Kindern geschult wird. Das Programm hat sich in Kindertageseinrichtungen als sehr erfolgreich erwiesen: Über 20.000 Kinder haben an mindestens einem der beiden Module teilgenommen. Nun soll das Boot auch in den Grundschulen ankern. Als Basis dient die wissenschaftliche Studie URMEL-ICE, die das Universitätsklinikum Ulm im Auftrag der Landesstiftung durchgeführt hat. Sie hat gezeigt, wie nachweislich Bewegungsmangel und Fehlernährung bei Kindern behoben werden kann. 1,5 Mio. Euro hat der Aufsichtsrat für das Vorhaben bewilligt.

Das Programm "Integrationsbegleitung in besonderen Lebenslagen" hat vor allem Menschen im Blick, die noch erhebliche Integrationsdefizite aufweisen. Eine ehrenamtliche Begleitung wirkt sich bei diesen Menschen sehr positiv auf den Erfolg der Maßnahmen aus. 1 Mio. Euro stehen für das Programm nun zur Verfügung.

400.000 Euro hat der Aufsichtsrat zudem für das Modellprojekt "Training bei Demenz" bereitgestellt. Das Projekt basiert auf einer erfolgversprechenden Studie, die im Rahmen des Programms "Sport – Bewegung – Prävention" der Landesstiftung erstellt wurde. Ziel ist es, mit einem krankheitsspezifischen Trainingskonzept messbare Verbesserungen der motorischen, kognitiven und psychischen Fähigkeiten bei demenziell erkrankten Menschen zu erreichen.

Die gemeinnützige LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg ist eine der großen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige Stiftung, die in außergewöhnlicher Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert - und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

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