27.11.2008

Frühe Intervention: Stiftung Kinderland setzt Akzente

Mit ihrem Programm "Ausbildung von Familienbesuchern" will die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg Beziehungs- und Erziehungskompetenzen von Eltern fördern und stärken: Ein Team von Wissenschaftlern aus Ulm hat ein Curriculum zur Ausbildung von Familienbesuchern entwickelt, das in der ersten Jahreshälfte 2009 in der Praxis überprüft werden soll. Interessierte Kommunen können sich für eine Teilnahme an dieser Pilotphase bewerben ...

Mit ihrem neuen Programm "Ausbildung und Einsatz von Familienbesuchern" leistet die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Stärkung der Beziehungs- und Erziehungskompetenzen von Eltern. Ein Team von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Ulm hat hierzu ein Curriculum zur Ausbildung von Familienbesuchern entwickelt, das nun in einer Pilotphase in der ersten Jahreshälfte 2009 in der Praxis überprüft werden soll. Interessierte Kommunen können sich noch bis Ende des Jahres für eine Teilnahme an dieser Pilotphase bewerben. Um im Curriculum zur Ausbildung der Familienbesucher den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung berücksichtigen zu können, findet am 27. und 28. November in Stuttgart ein internationales Symposium statt.

"Kinder verdienen unsere uneingeschränkte Zuneigung und Aufmerksamkeit", sagte Herbert Moser, Geschäftsführer der Stiftung Kinderland. "Für Eltern ist die neue Lebenssituation ein bedeutender Einschnitt in ihr bisheriges Leben und oft auch eine große persönliche Herausforderung. Die Stiftung Kinderland schafft mit der Ausbildung von Familienbesuchern ein effektives, umfassendes und individuell gestaltbares Angebot für junge Eltern, um ihnen den Start ins Familienleben zu erleichtern." Die Stiftung sieht sich dazu verpflichtet, nachhaltig in die Schaffung eines kinder- und familienfreundlichen Baden-Württembergs zu investieren. "Eine erfolgreiche Umsetzung des Programms ist für uns die Bestätigung, dass unser Geld nachhaltig in die Zukunft des Landes und seiner Menschen angelegt worden ist", so Moser.

"Das Familienbesucher-Programm der Stiftung Kinderland ist ein weiterer Baustein für das Kinderland Baden-Württemberg. Wir müssen die Eltern bei der wichtigen Aufgabe, ihre Kinder zu erziehen und zu betreuen, unterstützen", sagte Ministerpräsident Günther H. Oettinger, der als Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Kinderland die wissenschaftliche Tagung in Stuttgart eröffnete. "Kinder sind unsere Zukunft und es ist unsere vornehmste Aufgabe, ihnen von Anfang an eine gute Zukunftsperspektive zu geben. Ich verspreche mir vom heutigen Symposium wichtige Erkenntnisse und Impulse der internationalen Wissenschaft für die weitere Entwicklung und Umsetzung des Familienhelferprojekts", unterstrich Oettinger.

Ziel des Programms ist es zum einen, die Eltern von Anfang an zu unterstützen und zum anderen, der Vernachlässigung von Kindern im frühen Lebensalter vorzubeugen. Dazu hat ein Kreis von renommierten Wissenschaftlern unter Vorsitz von Professor Dr. Jörg M. Fegert vom Universitätsklinikum Ulm ein Curriculum zur Ausbildung von "Familienbesuchern" entwickelt. Diese "Familienbesucher" überbringen als kleinen "Willkommensgruß" für jedes neugeborene Kind und seine jungen Eltern Informationen zu Hilfeangeboten rund um die Geburt und das erste Lebensjahr. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot zur Unterstützung junger Eltern und der Erkennung von Risikofaktoren sowie der Prävention von Vernachlässigung und Misshandlung.

Das Symposium Early Intervention: Bridging the Gap Between Practice and Academia, das die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg am 27. und 28. November durchführt, bringt renommierte internationale Wissenschaftler aus den Bereichen der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung im Stuttgarter Hotel am Schlossgarten zusammen. Die Konferenz wird das Thema Frühintervention aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Im Laufe der Konferenz wird das Curriculum, nach dem die Familienbesucher in der Pilotphase des Programms ausgebildet werden, um seine letzten Elemente ergänzt.

Die Pilotphase beginnt Anfang 2009. In der ersten Jahreshälfte startet in verschiedenen Modellkommunen in ganz Baden-Württemberg die Schulung von Familienbesuchern. Begleitet wird diese erste Implementierungsphase durch eine wissenschaftliche formative Evaluation, um gegebenenfalls die Schulungsunterlagen zu überarbeiten und den Ansprüchen aller Beteiligten gerecht zu werden. Die Ausbildung zum Familienbesucher richtet sich an eine Vielzahl von Berufsgruppen in sozialen und medizinischen Bereichen, beispielsweise Sozialpädagogen, Kinderkrankenpfleger und Erzieher.

In der zweiten Jahreshälfte 2009 werden in den beiden Modellkommunen die ersten Hausbesuche von den frisch ausgebildeten Familienbesuchern in einem Probedurchlauf durchgeführt. Dabei dient die Kommune als Kontaktvermittlerin zwischen Eltern und Familienbesuchern. In Form einer summativen Evaluation sollen die Familienbesuche auf ihre Wirksamkeit und ihren Nutzen hin abschließend bewertet werden. Mit Abschluss dieser Phase können alle Kommunen in Baden-Württemberg das Konzept übernehmen und ihren Bedürfnissen entsprechend umsetzen.

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