15.03.2012

Wie Ferienfreizeitmaßnahmen ein Erfolg werden

Stiftung Kinderland Baden-Württemberg feiert Abschluss des Programms „Ferienzeit – Gestaltungszeit“ und stellt Evaluation vor

Rund 3500 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen drei Jahren am Programm „Ferienzeit – Gestaltungszeit“ der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg teilgenommen. Die mehr als 40 innovativen pädagogischen Modellprojekte wurden wissenschaftlich evaluiert, um Empfehlungen für gelingende Ferienfreizeitmaßnahmen ableiten zu können. Bei der Abschlussveranstaltung wurden jetzt die Erkenntnisse vorgestellt.

Stuttgart, 15. März 2012 – Von der Erfinderwerkstatt bis zum Kunstsommercamp – mehr als 40 innovative pädagogische Ferienfreizeitmaßnahmen wurden innerhalb von drei Jahren im Rahmen des Programms „Ferienzeit – Gestaltungszeit“ der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg umgesetzt. Bei der Abschlussveranstaltung im GENO-Haus Stuttgart sind jetzt die Ergebnisse der begleitenden Evaluation durch Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff von der Evangelischen Hochschule Freiburg vorgestellt worden. Die wichtigste Erkenntnis: Gelingende Ferienfreizeitprogramme sollten den Bildungsanspruch mit dem Wunsch der Kinder und Jugendlichen nach „Spaß haben“ und „Gruppenerleben“ verbinden und ihnen genügend Raum zur Mitgestaltung geben.

„Das Ferienangebot der Stiftung Kinderland bietet den Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Vielfalt an naturwissenschaftlichen und kulturell-künstlerischen Angeboten. Es fördert einen intensiveren Kontakt zwischen Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Lebenslagen, seien dies unterschiedliche Wohnquartiere, soziale Situationen oder etwa das Vorhandensein von Behinderung oder nicht. Das ist eine optimale Gelegenheit, in entspannter Umgebung Verschiedenartigkeit von Grund auf zu erleben“, sagte Staatssekretär Dr. Frank Mentrup MdL, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, bei der Abschlussveranstaltung. Dr. Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart, ergänzte: „Als Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Stuttgart freut es mich natürlich sehr, dass auch Stuttgarter Einrichtungen und Vereine mit ihren vielfältigen und interessanten Angeboten zum Erfolg des Programms beigetragen haben.“

Ferienzeit sinnvoll gestalten – Familien unterstützen
„Mit unserem Programm ,Ferienzeit – Gestaltungszeit‘ wollten wir den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die schönsten Wochen des Jahres sinnvoll zu nutzen“, erklärte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Die vielfältigen und innovativen Modellprojekte haben die jungen Teilnehmer dabei unterstützt, neue Interessensgebiete kennen zu lernen, spielerisch ihr Wissen zu erweitern und ihre Talente zu entfalten.“ Die Stiftung Kinderland habe mit dem Programm zudem Familien entlasten wollen, in denen beide Eltern bzw. die oder der Alleinerziehende berufstätig ist. In den Ferien würden diesen Familien oftmals organisatorische und logistische Höchstleistungen abverlangt.

In seiner Untersuchung ging Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff der Frage nach, welche Faktoren zu einer gelingenden Ferienfreizeitmaßnahme beitragen. Als besonders wichtig beurteilte er eine detaillierte Planung, die auch potentiell unvorhergesehene Situationen wie schlechtes Wetter berücksichtigt und den Kindern und Jugendlichen gleichzeitig die Möglichkeit gibt, eigene Ideen einzubringen. Auch hätten sich Kooperationen, etwa mit Schulen und Kindergärten bewährt, insbesondere wenn es um die Programmgestaltung und die Akquirierung von Teilnehmern gehe. Unabdingbar seien zudem ein ausreichend hoher Betreuerschlüssel sowie ein aufeinander eingespieltes Team, das alle Verantwortlichkeiten klar festgelegt habe.

Nicht für die Ferien, für das Leben lernen!
Die mehr als 40 Modellprojekte sollten den Kindern und Jugendlichen Einblicke in die Bereiche „Tier-, Natur- & Klimaschutz“, „Wissenschaft & Technik“, „Kunst & Kultur“ sowie „Soziales Engagement für benachteiligte Menschen“ geben. Neben der Wissensvermittlung standen auch die Schulung motorischer Fähigkeiten, die Selbstverwirklichung sowie die Stärkung sozialer Kompetenzen im Mittelpunkt. Für letztere sei vor allem das Zusammensein mit Kindern mit Handicaps eine besondere Bereicherung gewesen. So gab ein Kind in einem Interview an, Ängste abgelegt zu haben und jetzt offen auf Menschen mit Behinderung zuzugehen.

Insgesamt wurden die Ferienfreizeitmaßnahmen des Programms „Ferienzeit – Gestaltungszeit“ von mehr als 1000 befragten Eltern und nahezu 1500 Kindern gleichermaßen überaus positiv beurteilt. So vergaben die Kinder im Durchschnitt die Schulnote 1,47; die Bewertung der Eltern war mit 1,37 sogar noch ein wenig besser. Erneut teilnehmen würden an einem Ferienfreizeitangebot fast 80 Prozent der Kinder und mehr als ein Drittel gab an, sich später selbst als Betreuer engagieren zu wollen. Damit konnte das Programm nahtlos an den Erfolg des Vorgängerprogramms „Ferienzeit – Zeit nutzen“ anknüpfen, bei dem von 2006 bis 2008 insgesamt 37 Modellprojekte umgesetzt wurden.

Informationen

Die Evaluation des Programms „Ferienzeit – Gestaltungszeit“ ist unter diesem Link verfügbar.

Downloads

Eine Übersicht zu den Modellprojekten, die teilgenommen haben, finden Sie hier.

Pressemitteilung

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