17.09.2003

Neue Perspektiven für Straßenkinder und Schulverweigerer - Landesstiftung startet Hilfsprojekte

Stuttgart. Das Modellprogramm "Hilfen für Straßenkinder und Schulverweigerer" der Landesstiftung Baden-Württemberg fördert ab sofort neun Projektpartner. Ziel der Projekte ist es, die Kinder und Jugendlichen wieder in einen normalen Lebensablauf einzugliedern ...

Oft befinden sich die unfreiwilligen "Aussteiger" bereits in einer gefährlichen Spirale aus Kriminalität, Prostitution, Sucht und Gewalt, die mit den bekannten Hilfsangeboten nicht mehr zu durchbrechen ist. Das Modellprogramm der Landesstiftung bezieht eine wissenschaftliche Evaluation mit ein.

Kinder und Jugendliche, die obdachlos auf der Straße leben, wollen sich in aller Regel nicht helfen lassen. Sie empfinden sich geradezu als "Aussätzige", die in ihrer eigenen Welt leben - mit dem Rest der Gesellschaft verbindet sie herzlich wenig. Kein Wunder, dass die klassischen Angebote der Jugendhilfe hier nicht mehr greifen. Es braucht Mut, aus dem Abseits der Gesellschaft heraus seinem Leben eine neue Orientierung zu geben. Die Programme wollen deshalb zunächst den obdachlosen Kindern und Jugendlichen helfen, diese Schwellenangst zu überwinden.

"Die Zahl von Kinder und Jugendlichen wie auch Eltern, die auf Grund von krisenhaften familiären Situationen Hilfe und Unterstützung brauchen, wächst. Eine sozial verantwortliche Gesellschaft darf jedoch gerade bei jungen Menschen, die das Leben mit allen seinen Chancen und Möglichkeiten vor sich haben, niemals resignieren. Deshalb müssen wir für Jugendliche, die Halt, Orientierung und die Verankerung in der Gemeinschaft verlieren, immer wieder aufs Neue versuchen, Brücken zu bauen", erklärte Sozialminister Dr. Friedhelm Repnik.

Notwendig sei dazu die Entwicklung und Erprobung so genannter niedrigschwelliger Angebote. "Es geht um Angebote, die an die Jugendlichen keine Vorbedingungen stellen und so keine Abwehrhaltung erzeugen. Vorrangiges Ziel muss es sein, den Kontakt zu den betroffenen Jugendlichen nicht zu verlieren und einem weiteren Abgleiten vorzubeugen", erläuterte Minister Repnik, der dem Aufsichtsrat der Landesstiftung angehört.

Ein weiterer Eckpunkt des Modellprogramms ist - nach erfolgreicher Ansprache der Jugendlichen und Kinder - eine enge Verzahnung mit den bestehenden Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch darüber hinaus: Je nach örtlicher Situation kann beispielsweise die Zusammenarbeit mit anderen Formen der Jugendhilfe (Schule, Polizei, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gesundheitsversorgung) aufgegriffen und auf andere Kreise des gleichen Sozialraums übertragen werden. Auch die Zusammenarbeit unter den teilnehmenden Projektpartnern ist erwünscht und wird gefördert, genauso wie die Einbindung beispielsweise von Ausbildungsbetrieben und engagierten Menschen aus der Bürgerschaft.

Das Programm ist mit insgesamt 800.000 Euro dotiert. Die neun geförderten Modellprojekte, die im Ausschreibungsverfahren der Landesstiftung ihre Förderungswürdigkeit unter Beweis stellen mussten, haben zum Ziel, die Straßenkinder und Jugendlichen aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen und sie dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren.

Prof. Dr. Claus Eiselstein, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg, dazu: "Wir, die Projektverantwortlichen und die Landesstiftung, bewegen uns mit diesem Projekt auf noch neuem Terrain. Es ist höchste Zeit, sich der Problematik dieser leider immer größeren Gruppe von obdachlosen Jugendlichen und Kinder anzunehmen. Den Teufelskreis aus fehlenden oder gestörten sozialen Kontakten, fehlender Bildungschance, Kriminalität, Gewalt und Prostitution müssen wir aufheben und den Kindern und Jugendlichen neue Wege aufzeigen."

Parallel zur Projektpraxis findet eine wissenschaftliche Evaluation statt, um gewonnene Erkenntnisse auf allgemeingültiger Basis absichern zu können.

Leiterin Stabstelle Kommunikation

Christine Potnar Christine Potnar
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-17
Fax +49 (0) 711 248 476-54 potnar(a)bwstiftung.de

Referentin Stabsstelle Kommunikation

Henny Radicke Henny Radicke
Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-71
Fax +49 (0) 711 248 476-54 radicke(a)bwstiftung.de

Senior Referentin Stabsstelle Kommunikation

Julia Kovar Julia Kovar
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-16
Fax +49 (0) 711 248 476-54 kovar(a)bwstiftung.de

Veranstaltungskalender