18.03.2004

Modelle für StudierendenAuswahl ausgezeichnet

Modellprojekte in Freiburg, Stuttgart, Ulm, Karlsruhe und Hohenheim ausgezeichnet - Hohe Aktualität des Themas in Bund und Ländern. Die Universitäten Freiburg, Stuttgart, Ulm, Karlsruhe und Hohenheim haben vorbildliche Modelle entwickelt, mit deren Hilfe Universitäten ihre Studienbewerber künftig selbst auswählen können. Zu diesem Ergebnis kommt die hochrangige Jury, die der Stifterverband und die Landesstiftung Baden-Württemberg in ihrem gemeinsamen Aktionsprogramm "StudierendenAuswahl" eingesetzt haben ...

Die vier Universitäten werden in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 1 Mio. Euro gefördert, um ihre Modelle in der Praxis zu erproben.

Ziel des Aktionsprogramms ist die Förderung von Gesamtkonzepten und Forschungsprojekten zur Einführung und Umsetzung von qualitativ hochwertigen Auswahl- und Eignungsfeststellungsverfahren an einzelnen Hochschulen und Hochschulverbünden in Baden-Württemberg. Die Erfahrungen der vier ausgezeichneten Modellprojekte werden nach Einschätzung der Jury auch für die Hochschulen anderer Bundesländer wegweisend sein.

In Kürze schreiben Stifterverband und Landesstiftung einen weiteren Wettbewerb im Aktionsprogramm aus. Empirische Studien sollen gefördert werden, die die Aussagekraft unterschiedlicher Auswahlverfahren miteinander vergleichen und Empfehlungen für deren Weiterentwicklung an deutschen Hochschulen erarbeiten. Hierfür stehen weitere € 275.000 zur Verfügung.

Aktueller Hintergrund:
Das Aktionsprogramm war für baden-württembergische Hochschulen ausgeschrieben worden, weil die Universitäten dort zur Zeit die größten Freiheiten bei der Auswahl der Studierenden genießen. So dürfen sie in den landesweit zulassungsbeschränkten Fächern 90 Prozent ihrer Studierenden selbst auswählen. Doch auch bundesweit sind grundlegende Änderungen der Zulassungsverfahren vorgesehen. Der Bundesrat hat eine Neuregelung für die momentan noch bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer (Auswahl über ZVS) beschlossen und dem Bundestag vorgelegt. Am 22. 03. 04 wird der zuständige Ausschuss des Bundestages (Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung) über die Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen diskutieren und dabei auch über weitergehende Regelungen bei der Studierendenauswahl sprechen. Dr. Ekkehard Winter, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, wird dort als Experte gehört und u.a. die ausgezeichneten Modelle vorstellen.

Die vier ausgezeichneten Modelle
Das umfassendste Projekt wurde von der Universität Freiburg vorgelegt. In einem hochschulweit eingesetzten Verfahren sollen Abiturienten vor einer Bewerbung online zunächst selber einschätzen, für welche Studienfächer sie geeignet sind (sogenannte Selbsttests). Das weitere Bewerbungsverfahren verläuft dann internetgestützt, wodurch die Hochschulleitung hofft, ein zugleich eignungsdiagnostisch hochwertiges aber auch effizientes Verfahren entwickeln zu können. Parallel dazu soll in einem Forschungsprojekt die theoretische und empirische Fundierung von mehrstufigen Assessment-Verfahren für die Studierendenauswahl systematisch untersucht werden. Für diesen Modellversuch erhält die Universität insgesamt € 500.000.

Das gemeinsame Projekt SULKA der Universitäten Stuttgart, Ulm und Karlsruhe unter der Federführung der Universität Stuttgart zielt auf die besondere Zielgruppe von Studienbewerbern aus dem Ausland. Vor allem in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind die Bewerberzahlen sehr hoch, das Vorwissen der Bewerber ist jedoch sehr unterschiedlich. Für die ingenieur-wissenschaftlichen Kernfächer sollen daher Testmodule entwickelt werden, mit denen man bereits im Heimatland der Studieninteressierten entsprechende Eignungstests durchführt. Dadurch soll die hohe Studienabbrecherquote unter den ausländischen Studierenden drastisch gesenkt werden. Das Projekt SULKA wird mit € 300.000 unterstützt.

Das Forschungsprojekt der Universität Hohenheim untersucht in einer Längsschnittstudie die Vorhersagekraft eignungsdiagnostischer Verfahren für den Studienerfolg und entwickelt daraus ein Best-Practice-Modell zur Implementierung und Qualitätssicherung von Auswahlverfahren. Das Modell soll in Hohenheim praktisch umgesetzt werden. Das Forschungsprojekt der Universität Hohenheim wird mit € 200.000 gefördert.

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