16.07.2004

Landesstiftung legt Bilanz 2003 vor

Stuttgart. Bei der Bilanzpressekonferenz der Landesstiftung Baden-Württemberg wurden am heutigen Freitag (16.07.) die Zahlen des Geschäftsjahres 2003 präsentiert. Trotz der schlechten allgemeinen Wirtschaftlage haben die Fonds der Landesstiftung im Jahr 2003 eine bemerkenswert gute Rendite von über 7,16% erzielt. Für 2003 konnten so 36 neue Projekte mit einem Gesamtvolumen von 56,1 Mio. Euro beschlossen werden ...

"Bereits nach 3 Jahren kann gesagt werden, dass die Landesstiftung in vollem Umfang arbeitsfähig ist und sich etabliert hat. Sie gehört heute zu den größten Stiftungen in Deutschland. Ihrem Vermögen nach ist sie die zweitgrößte Stiftung in privater Rechtsform. Kein anderes Bundesland hat eine Stiftung, die sich auch nur annährend damit vergleichen lassen könnte" führte Ministerpräsident Erwin Teufel in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Landesstiftung aus. Die Landesstiftung habe im Bilanzjahr 2003 insgesamt 224 innovative Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 211 Mio. Euro gefördert. Nach den für das Jahr 2004 gefassten Beschlüssen sind es mittlerweile über 260 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 262 Mio. Euro.

Ertragslage 2003
"Die Finanzierung der für das Geschäftsjahr 2003 beschlossenen Projekte ist durch die erwirtschafteten Erträge sicher gestellt", so der stellvertretende Geschäftsführer, Ministerialdirigent Walter Leibold. "Daneben wird aus dem Überschuss aus der Vermögensverwaltung zum inflationsbereinigten Erhalt des Kapitals der Landesstiftung eine Rücklage von 25,6 Mio. Euro gebildet."

Seit Auflage der Fonds Ende Februar 2001 bis Ende Mai 2004 beträgt die Rendite 5,7 % pro Jahr. Dies bedeutet, dass in diesem Zeitraum Erträge von insgesamt 312 Mio. Euro erwirtschaftet wurden. Die Performance beträgt seit Auflegung der Fonds 14,43 % und damit 4,43 % pro Jahr. "Die Landesstiftung konnte ihre an sie gestellten jährlichen Ertragserwartungen von durchschnittlich 75 Mio. Euro pro Jahr trotz schwieriger Marktbedingungen auch in 2003 erfüllen", so Leibold weiter.

Aussicht Kapitalentwicklung 2004
Nachdem sich der Kapitalmarkt seit März 2003 wieder konsolidiert hat, erwartet die Landesstiftung auch für das laufende Geschäftsjahr eine Rendite von mindestens 6 %. Mit dazu beigetragen haben auch die von den Mitarbeitern des Vermögensbereichs entwickelten neuen, speziell auf die Landesstiftung ausgerichteten Anlagegrundsätze. Sie führen zu einer Verbesserung der ausschüttungsfähigen Erträge bei gleichzeitiger Verminderung des Risikos.

Mittelverwendung 2003
Die zur Verfügung stehenden Mittel wurden zu wesentlichen Teilen in den Bereichen Forschung, Bildung und Jugend eingesetzt. Rund 36 % der Mittel, das entspricht 76,16 Mio. Euro, standen 2003 für Forschungsprojekte zur Verfügung. Mit 72,28 Mio. Euro belief sich der Bereich Jugend und Bildung in 2003 auf gut 34 % des Gesamtetats. Weitere 11 % (24,25 Mio. Euro) standen für soziale Maßnahmen bereit und 9 % (19,59 Mio. Euro) wurden für künstlerische Projekte eingesetzt.

Projektbereiche der Landesstiftung Baden-Württemberg

Projektbereich Forschung
"Unter den deutschen High-Tech-Regionen nimmt Baden-Württemberg nach wie vor eine führende Position ein" erläuterte der Geschäftsführer der Landesstiftung, Prof. Dr. Claus Eiselstein. "Es ist daher von großer Bedeutung, in dieses für die Zukunft des Landes so wichtige Segment auch weiter zu investieren. Spitzentechnologie und hoch innovative Forschungseinrichtungen liefern die Grundlagen für den Forschungstransfer in die industrielle Nutzung" führte Eiselstein weiter aus. Die Landesstiftung habe daher die Forschungsförderung neben den Bildungsprogrammen als einen der wichtigsten Schwerpunkte in ihrer Tätigkeit definiert.

Hier gelte es für Baden-Württemberg relevante Zukunftsthemen zu definieren, neue Forschungsfelder zu analysieren und gezielt zu unterstützen. Gerade in der Strategischen Forschung, die in 2003 mit 26,13 Mio. Euro gefördert wurde, werden sowohl allgemein relevante Themen wie beispielsweise die Entwicklung allergischer Krankheiten und die Erforschung von Grundlagen der Resistenzentwicklungen angegangen, als auch technologische Spitzenforschung in der Nanotechnologie, der Quanteninformationsverarbeitung, die im Forschungsverbund mit Bayern durchgeführt wird, oder der Mikrosystemtechnik.

Projektbereich Bildung/Jugend
Die Bildung junger Menschen ist, ebenso wie die Aus- und Weiterbildung Erwachsener, ein wesentlicher Faktor für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlergehen einer Region. Die Landesstiftung will mit ihren Projekten und Programmen Anstöße für innovative Themen in der Bildungslandschaft geben.

So sind internationale Erfahrungen heute unabdingbare Voraussetzungen, um der zusammenwachsenden Weltgemeinschaft angemessen Rechnung tragen zu können. Dabei gewinnt auch der Erfahrungsaustausch im beruflichen Umfeld immer mehr an Bedeutung. Die Landesstiftung will hier mit dem auf Austausch basierenden Baden-Württemberg-STIPENDIUM eine geeignete und attraktive Hilfestellung bieten.

Sprachkompetenz und Ausdrucksvermögen sind Schlüsselfähigkeiten zum Bildungserfolg für alle Kinder und eine wesentliche Voraussetzung für ihre Chancen in unserer Gesellschaft. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Lebensbiographie werden bereits im Vorschulalter gelegt - Versäumnisse, die hier nicht aufgearbeitet werden können, setzen sich meist in der Schule und auf dem weiteren Lebensweg fort.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg will mit ihrem Projekt "Sprachförderung im Vorschulalter" daran mitwirken, individuelle Lebenschancen von Kindern im Bereich des Spracherwerbs zu verbessern. Schon die große Resonanz auf die erste Ausschreibungsrunde zeigt den enormen Bedarf und die Bereitschaft aller Beteiligten, in dieser Pilotphase am Erfolg des Programms mitzuarbeiten. Rund 11.000 Kinder konnten in der ersten Runde gefördert werden. Derzeit läuft die aktuelle Ausschreibung für das Kindergartenjahr 2004/2005.

Kenntnisse und Fertigkeiten aus der Informationstechnologie sind ein immer wichtigerer Bestandteil unserer Welt, zunehmend auch im alltäglichen Leben. Das europaweit größte Einsteigerprogramm für PC und Internet start und klick! richtet sich an jene Menschen Baden-Württembergs, die sich an diese Technologien bisher noch nicht heran getraut haben. Das Programm will der Tendenz einer Zweiklassengesellschaft entgegenwirken und Bürgerinnen und Bürger, die einen Computer und das Internet nicht oder nur selten nutzen, motivieren, sich Kenntnisse im Umgang mit modernen Informationstechnologien anzueignen. Bis Ende 2003 haben 590 Kursanbieter als Schulungspartner der Landesstiftung Kurse durchgeführt. Darunter befinden sich 335 private Anbietern, 164 Volkhochschulen, 19 Familienbildungsstätten, 35 Landfrauenvereine und 35 Vereine der Initiative Hardware4Friends. In diesem Zeitraum wurden in rund 18.700 Kursen über 160.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in ganz Baden-Württemberg geschult. Das Programm start und klick! wird noch bis in das Frühjahr 2005 durchgeführt.

Weitere Förderbereiche
Die Integration von bleibeberechtigten Ausländern und Aussiedlern ist eine zentrale Maßnahme für unsere Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Mit insgesamt 6,61 Mio. Euro (Stand 31.12.03) hat die Landesstiftung ein deutliches Zeichen gesetzt. So konnten Sprachkurse und andere kommunale Integrationsprojekte durchgeführt werden. Weitere soziale Projekte der Landesstiftung befassen sich beispielsweise mit der Sucht- und Drogenprävention, der Resozialisierung straffälliger Jugendlicher und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements.

Mit Hilfe des Kunstfonds der Landesstiftung, der auch in 2003 mit 2,5 Mio. Euro bestückt war, konnten zahlreiche kleinere, innovative Kunstprojekte gefördert werden. Gemeinsam mit den Volksbanken Raiffeisenbanken wurde erstmals der Kulturpreis Baden-Württemberg verliehen. Der Hauptpreis ging an den Künstler Wolfgang Laib, mit dem Förderpreis wurde die Kunststiftung Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg
Das Vermögen der gemeinnützigen Landesstiftung Baden-Württemberg umfasst verschiedene Unternehmensanteile, Immobilien und Anlagefonds. In letzteren sind u.a. die Erlöse aus dem Verkauf des Aktienanteils des Landes an der EnBW enthalten. Ausschließlich mit den Vermögenserträgen finanziert die Landesstiftung gemeinnützige Projekte, die sie hauptsächlich selbst durchführt oder als Projektzuschüsse bereitstellt. Ziel dabei ist, die Zukunftsfähigkeit des Landes Baden-Württemberg zu stärken und zu sichern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei, neben der Forschung und Wissenschaft, in der Förderung von Bildungs- und Jugendarbeit, Kunst und Kultur, Völkerverständigung, Umwelt und Sport.

Der Aufsichtsrat umfasst unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Erwin Teufel neun Vertreter der Landesregierung und neun Vertreter des Landtags, die aus dem Kreis der Abgeordneten entsandt werden.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg ist die einzige bedeutende Stiftung, die in dieser Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert.

Leiterin Stabsstelle Kommunikation

Julia Kovar (in Elternzeit) Julia Kovar (in Elternzeit)
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
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Fon +49 (0) 711 248 476-16
Fax +49 (0) 711 248 476-54 kovar(a)bwstiftung.de

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Referentin Stabsstelle Kommunikation

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