20.07.2005

Aufsichtsrat der Landesstiftung unter neuem Vorsitz

In der Sitzung des Aufsichtsrates am 20. Juli 2005 wurde Ministerpräsident Günther Oettinger zum neuen Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion folgt er dem ausgeschiedenen Ministerpräsidenten Erwin Teufel nach ...

Stuttgart. Der Aufsichtsrat der Landesstiftung wählt Ministerpräsident Günther Oettinger zum neuen Vorsitzenden. Die am heutigen Mittwoch beschlossenen Projekte umfassen Forschungsmaßnahmen und die Gründung der "Stiftung Kinderland Baden-Württemberg".

In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg erwartungsgemäß Ministerpräsident Günther Oettinger zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. In dieser Funktion folgt er dem ausgeschiedenen Ministerpräsidenten Erwin Teufel nach. "Es ist für mich eine große Freude, diesem Aufsichtsrat vorzustehen" so der Ministerpräsident am Mittwoch. "Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat sich als eine der größten Stiftungen bundesweit bereits in vielfältiger Form als effektiver und kompetenter Partner bewährt".

Kinderland Baden-Württemberg
Unter den neuen Beschlüssen des Aufsichtsrates kommen vor allem den Jugendprojekten besondere Bedeutung zu. So wurde die Gründung der "Stiftung Kinderland Baden-Württemberg" als Unterstiftung der Landesstiftung mit einem Kapitalstock in Höhe von 50 Mio. Euro beschlossen.

"Die "Stiftung Kinderland Baden-Württemberg" soll eine Gemeinschaftsinitiative mehrerer Partner sein", sagte Ministerpräsident Oettinger. "Sie ist jederzeit offen für weitere Zustiftungen. Die Zukunft unserer Kinder ist es wert, dass sich viele Mitstreiter finden" warb der Aufsichtsratsvorsitzende. Darüber hinaus würde jeder dem Stiftungskapital zugestiftete Euro mit einem weiteren Euro der Landesstiftung honoriert.

Die unselbständige Unterstiftung soll sich dem Ausbau kinder- und familienfreundlicher Strukturen in Baden-Württemberg widmen. Gemeinnützige Erziehungs- und Bildungsprojekte sollen dazu beitragen, dass Kinder und Familien optimale Lebens- und Entwicklungschancen in Baden-Württemberg vorfinden. Dazu gehören Aktivitäten zur Gesundheits- und Bewegungsförderung ebenso wie Projekte zur Drogenprävention und Integrationsmaßnahmen. Den präzisierten Stiftungszweck wird der Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung gemeinsam beschließen.

Forschung
Bereits im November 2004 hat der Aufsichtsrat 10 Mio. Euro für die strategische Forschung der Landesstiftung bewilligt. Die im Frühjahr dieses Jahres vorgelegte Forschungsstudie empfiehlt die besondere Förderung in den Bereichen der Biochemie und Materialforschung. Die Umsetzung der Empfehlung geht die Landesstiftung nun mit neuen Linien in der Bionik und Proteinbiochemie an.

Als Bionik wird die Umsetzung von Erkenntnissen aus der biologischen Forschung in technische Anwendungen verstanden - eines der bekanntesten Beispiele ist der Lotuseffekt, der mittlerweile in verschiedenen technischen Feldern Anwendung findet. Das wirtschaftliche Potential ist vor allem in der Materialforschung sehr hoch und für Baden-Württemberg von herausragender Bedeutung. Mögliche Anwendungsfelder sind in der Textilindustrie ebenso zu nennen wie im Maschinen- und Anlagenbau und in der Luft- und Raumfahrttechnik.

In der Proteinbiochemie bzw. Proteomforschung geht es um die Identifikation der an einer Erkrankung beteiligten Proteine. Diese zellbiologische Grundlagenforschung eröffnet völlig neue Möglichkeiten beispielsweise für die Pharma- und Wirkstoff-Forschung. Hier kann sich Baden-Württemberg mit einer strategisch konsequenten Forschungsförderung auf einem echten, auch für pharmazeutische Unternehmen im Land hochinteressanten Zukunftsfeld an vorderster Front positionieren.

Bildung
Im Frühjahr dieses Jahres wurde das Projekt start und klick! abgeschlossen. Mit diesem europaweit größten Computer- und Internetschulungsprogramm wurden über 280.000 Teilnehmer in ca. 30.000 Weiterbildungskursen im Umgang mit PC und Internet geschult. Eine repräsentative Befragung von Kursteilnehmern und unter den Kursanbietern ergab, dass gerade die ältere Generation die niedrigschwelligen Angebote gern in Anspruch nahm. Die Zielsetzung des Programms wird nun unter klick und lern! fortgeführt, um den Bürgerinnen und Bürgern neue Anwendungen in den Bereichen E-Verwaltung, E-Learning oder E-Recherche nahe zu bringen.

Völkerverständigung
Bereits im Februar 2005 hat der Aufsichtsrat die Bereitstellung von 1 Mio. Euro für die Flutkatastrophe in Südostasien beschlossen. Konkret soll hier der Wiederaufbau einer Siedlung mit modellhaften Ver- und Entsorgungsstrukturen auf Sri Lanka unterstützt werden. Für das von Gutachtern befürwortete Projekt soll eine ökologische Mustersiedlung entstehen, die weitgehend versorgungsautark sein soll. Darüber hinaus fördert die Landesstiftung unter dem Motto "Baden-Württemberg hilft weiter" Eine-Welt-Projekte in Baden-Württemberg mit dem Ziel, die Bevölkerung für die Notwendigkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu sensibilisieren. Für ein integratives Therapie- und Bildungszentrum für Flutopfer in Sri Lanka/ Distrikt Ampara, des Stuttgarter Vereins "Kinderberg International e.V." hat der Aufsichtsrat eine grundsätzliche Bereitstellung von bis zu 500.000 Euro signalisiert. Voraussetzung ist allerdings die Verankerung in Partnerstrukturen vor Ort und die Einbindung von Regierungspartnern in Sri Lanka sowie die stärkere finanzielle Beteiligung der baden-württembergischen Kooperationspartner. Endgültig entschieden wird das Projekt in einer der nächsten Sitzungen.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg fördert gemeinnützige Projekte, die sie überwiegend selbst durchführt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei, neben der Forschung und Wissenschaft, in der Förderung von Bildungs- und Jugendarbeit, Kunst und Kultur, Völkerverständigung und Sport. Die Landesstiftung Baden-Württemberg ist die einzige bedeutende Stiftung, die in dieser Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert und damit in die seiner Bürgerinnen und Bürger.

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