15.03.2006

Hoher Bedarf an Schulleitern - Studiengang wird zum Karriere-Sprungbrett

Der im Jahr 2003 gegründete Studiengang "Bildungsmanagement" der Pädagogischen Hochschule (PH) Ludwigsburg hat sich in nur drei Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Fast die Hälfte der Absolventen des ersten Jahrgangs konnte sich bereits während des Studiums beruflich verbessern. Der Studiengang gilt angesichts des hohen Bedarfs an Schulleitern als Karrieresprungbrett. Die Anmeldefrist für das nächste Studienjahr beginnt am 15. März und endet am 15. Mai 2006 ...

"Für die neuen Herausforderungen im Bildungsbereich brauchen wir professionelle Bildungsmanager", sagt Dr. Andreas Weber von der Landesstiftung Baden-Württemberg, die den Studiengang initiiert hat und finanziell ermöglicht. Das Studium erhöht die Führungskompetenz der Teilnehmer, die aus der Wirtschaft, aus Schulen und aus der Erwachsenenbildung kommen. Zulassungsvoraussetzung sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und einschlägige Berufserfahrung. Parallel zum Masterstudiengang bietet die Hochschule ein Kontaktstudium Bildungsmanagement an, das mit einem Hochschulzertifikat abgeschlossen werden kann.

Vorbereitung auf Führungsaufgaben
Mit dem Masterstudiengang bietet die PH Ludwigsburg laut Institutsleiter Prof. Dr. Ulrich Müller auch künftigen Führungskräften, die den entscheidenden Karrieresprung noch nicht gemacht haben, eine gezielte Qualifizierung an. Bisher würden Schulleiter und Schulleiterinnen erst dann fortgebildet, wenn sie das Amt schon innehaben.

Wichtig sei auch die Vorbereitung auf neue Herausforderungen, denen sich die Schulen in Deutschland zunehmend stellen müssen. Neben der Umsetzung methodisch-didaktischer Innovationen werden wirtschaftliche Aspekte weiter an Bedeutung gewinnen. Zum Beispiel das im Studiengang integrierte Kostenmanagement ist unter diesem Aspekt besonders wichtig. Auch Personalmanagement und die eigenständige Personalauswahl werden in Schulen voraussichtlich immer wichtiger werden.

"Lernen am Unterschied"
Das Angebot kommt nicht nur bei Lehrern gut an, sondern auch bei Bildungsprofis aus der Wirtschaft und der Erwachsenenbildung. Diese unterschiedliche berufliche Herkunft der Studierenden bildet das Alleinstellungsmerkmal des Ludwigsburger Studiengangs: Das sogenannte "Lernen am Unterschied" ermöglicht gegenseitige Information und Inspiration. Gleichzeitig bilden die Studiengangsteilnehmer aus Unternehmen, Schulen, Volkshochschulen, kirchlichen Bildungswerken und Vereinen Netzwerke, von denen sie auch nach der Studienzeit profitieren.

Innovatives Konzept
Die Studierenden sind während des Studiums voll berufstätig. Ein innovatives "Blended Learning"-Konzept verknüpft unterschiedliche Lernformen. Pro Semester verbringen die Teilnehmer lediglich drei "Präsenzphasen" an der PH Ludwigsburg oder in Tagungshäusern. Ansonsten wird zuhause, mit den Studienmaterialien oder am Computer gelernt - das Studium übers Internet (E-Learning) ermöglicht eine hohe zeitliche Flexibilität.

Studierende bilden Netzwerke
Aber nicht nur von den Studieninhalten profitieren die Teilnehmer. Schulleiterin Alice Weeber sieht für sich im Networking den größten Nutzen des Studiengangs. "Bei offenen Fragen und Problemen gelingt es mir nun viel besser, Informationen bei anderen Schulleiterkollegen zu erfragen oder auch Erfahrungen aus der Wirtschaft für meine Institution zu nutzen". Das Studium hat ihr zudem den Blick für den professionellen Stand ihrer Kollegen geschärft. Die Schulleiterin treibt heute die berufliche Entwicklung der Lehrerschaft aktiv voran.

Studieninhalte praktisch umsetzbar
Auch Grundschulrektorin Beate Jeske-Wilzek hat ihr neu erworbenes Wissen bereits wenige Monate nach Studienbeginn umgesetzt. Sie entwickelt nun zusammen mit dem Personalrat und dem Amt für Schule und Bildung eine Vereinbarung über Mitarbeitergespräche.

Miroslav Moravek unterrichtet in einem beruflichen Schulzentrum in Emmendingen. Sein neu erworbenes Wissen setzt er in einer Arbeitsgruppe ein, die das Qualitätsmanagement an seiner Schule weiter entwickelt. Unter anderem wird dazu die Zufriedenheit von Schülern, Eltern, Firmen und Kammern gemessen. Außerdem wird an seiner Schule schrittweise eine Feedbackkultur eingeführt, die unter anderem die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Lehrern, Schülern und Schulleitung stärken soll.

Persönlichkeitsentwicklung im Fokus
Begeistert ist Miroslav Moravek von der Persönlichkeitsentwicklung, die der Ludwigsburger Studiengang ermöglicht. "Heute kann ich meine Stärken und Schwächen besser analysieren und frage mich erstmals, wo ich beruflich eigentlich in fünf Jahren stehen will".

Gerhard Fieger ist Realschullehrer und Beauftragter für Berufsorientierung beim Landratsamt Emmendingen. Er schließt das Studium im Sommer 2006 ab und arbeitet inzwischen bedeutend effizienter. So halfen ihm die an der PH eingeübten Vortragstechniken bei der Einführung eines "Berufswahl-Siegels" für Schulen in seiner Region, die sich in der Berufsorientierung profilieren wollen. Auch Besprechungen organisiert er nun strukturierter und delegiert mehr Verantwortungsbereiche. "Das gibt mir Zeit für weitere Aufgaben", sagt Fieger, der gleichzeitig an einer Freiburger Realschule unterrichtet.

Coaching durch Praktiker
Besonders schätzen die Teilnehmer das Coaching an der PH Ludwigsburg, das es in dieser Form an keiner anderen deutschen Hochschule gibt. In Kleingruppen werden unter Anleitung von Trainern Lösungen von Konflikten aus dem Arbeitsalltag der Studierenden gefunden. Auch hier kommt der Vorteil vom "Lernen am Unterschied" voll zum tragen. Die Studienteilnehmer bringen ihren persönlichen Blickwinkel in den jeweiligen Konflikt ein. So ergänzt sich zum Beispiel der Rat eines Bildungsleiters aus der Wirtschaft mit dem der Leiterin eines Nonnenordens. So mancher Teilnehmer geht anschließend mit einer konstruktiven Problemlösung nach Hause.

Unterstützung durch Verbundpartner
Laut Institutsleiter Müller hat auch die Verbindung der PH Ludwigsburg zu anderen Bildungsinstitutionen zur schnellen Etablierung des Studiengangs geführt. Der Masterstudiengang "Bildungsmanagement" wird gleich von mehreren Verbundpartnern unterstützt: vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft, von der Universität Hohenheim, vom Bildungswerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart und von der Führungsakademie Baden-Württemberg. Praxiserfahrene Lehrbeauftragte der Verbundpartner gestalten zusammen mit den Dozenten des Instituts für Bildungsmanagement die Präsenzphasen des Studiengangs.

Der Studiengang ist ein Projekt der LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg Die LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg ist eine der größten Stiftungen Deutschlands. Sie ist die einzige Stiftung, die in dieser Themenbreite dauerhaft, unparteiisch und ausschließlich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert.

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