05.06.2007

Deutschlandlauf - durch Thüringen nach Erfurt

Sie sind kreativ, engagiert und nehmen einen Kraftakt auf sich: Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen und ihr Lehrer Philipp Schenk (im Bild rechts) laufen in Etappen in einer Woche vom Bodensee bis zur Ostsee. Start war am Samstag, 2. Juni, in Friedrichshafen. Das Ziel in Rostock wollen die rund 50 Läufer am Samstag, 9. Juni, am Nachmittag erreichen. Ihr Deutschlandlauf 2007 ist eines von 400 Projekten mit über 3700 Jugendlichen, die seit 2001 im Programm „jes – Jugend engagiert sich“ der Landesstiftung Baden-Württemberg stattfanden. Der Lauf dient als Spendenlauf für ein Schulbauprojekt in Peru ...

Drei Tage und Nächte sind die rund 50 Läufer bereits auf dem Weg und die Bilanz von Projektleiter und Lehrer Philipp Schenk ist nach wie vor positiv: "Die Stimmung ist noch immer sehr gut. Allen geht es gut, auch wenn langsam aber sicher die Knochen etwas weh tun." Kleine Verzögerungen im Zeitplan (aktuell sind die Läufer auf dem Weg nach Erfurt) haben die engagierten Läufer nicht aus der Bahn geworfen. In der Nacht standen die Läufer auf einem Wald, wo eigentlich ein Weg hätte sein sollen. Schenk: "Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, haben sich die Läufer durch das Gebüsch geschlagen und sind dann wieder auf der richtigen Strecke gelandet."

Zufälle und schöne Begebenheiten säumen den Weg: Am vergangenen Sonntag wurden die Läufer beim Stadtlauf in Heidenheim willkommen geheißen und sind ihre Strecke einfach parallel mitgelaufen. Am Sonntagabend hatte die Gruppe unerwarteten Besuch: Die Comboni-Brüder, die das Schulbauprojekt in Peru betreuen, kamen zu den Schülern ins Camp. "Wir hatten direkt neben ihrem Kloster in Ellwangen das Camp, so entwickelten sich schöne Gespräche zwischen den Welt erfahrenen Missionaren und den Schülern", erzählt Philipp Schenk.

Auch körperlich gehen die Schüler an ihre Grenzen. Allein heute (5. Juni) müssen sie im Thüringer Wald 800 Höhemeter überwenden. Begleitet werden sie derweil mit guten Wünschen im Gästebuch auf der Homepage. Gabi Schneider aus Grosselfingen schreibt heute (5. Juni): "Hallo ihr Helden aus dem Schwabenland!!! Mit Gänsehaut lesen auch wir täglich wie es euch wohl so geht und können mit ruhigem Gewissen sagen: Wir sind stolz auf euch! Hoffentlich halten sich die Blasen an euren Füßen in Grenzen und die gute Laune bleibt aufrecht erhalten. Also Jungs und Mädels, Kopf hoch mit Blick nach vorne und weiterhin viel Kraft euch allen!"

Morgen wird eine Abordnung der Läufer von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin MdB,
Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Bundestag in Berlin empfangen. Eine Abordnung deshalb, weil Berlin nicht auf der Strecke nach Rostock liegt und ansonsten der Zeitplan nicht eingehalten werden könnte.

Der Deutschlandlauf 2007: Drei Dutzend Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hechingen laufen in einer Staffel in acht Tagen vom Bodensee zur Ostsee. Dabei legen sie eine Strecke von rund 1100 Kilometern zurück. Während die Jüngeren in Turnhallen übernachten, laufen einige Oberstufenschüler und Eltern auch die Nächte durch. Alle fünf Kilometer wird gewechselt. Ein Bus und mehrere Fahrzeuge begleiten die Laufgruppe. Unterwegs werben die Schüler um Spenden für ihr Schulbauprojekt in Peru. Spenden sind aber auch jederzeit über die Homepage möglich (www.deutschlandlauf2007.de)

Philipp Schenk: "Alle trainieren schon seit Monaten, um unser Projekt zum Erfolg zu führen. Die größte Herausforderung war allerdings die Organisation des Vorhabens: Immer wieder gab es neue, ungeahnte Fragestellungen zu bearbeiten und zu lösen. Aber wir laufen nicht nur der Herausforderung wegen. Die Schüler wollen vor allem Vorbild sein und zeigen, dass sie eine ganze Menge bewegen können." Ein symbolischer Akt: Zwei Flaschen Bodenseewasser werden mit auf die Reise genommen und in Rostock in die Ostsee gekippt (im Bild Mitte).

Beim Start in Friedrichshafen war die Stimmung trotz Regens und frostiger Temperaturen gut. Herbert Moser (im Bild links), Geschäftsführer der Landesstiftung: "Vor 20 Jahren wäre ein solcher Lauf nicht möglich gewesen. Niemand konnte einfach vom Bodensee nach Rostock laufen. Wir können darauf stolz sein, heute in einem Land ohne solche Grenzen zu leben und hier junge Schüler zu haben, die eine solche Idee für den guten Zweck umsetzen." Für die Schüler war der Startschuss aber auch das Ende der Wartezeit.

"Was wir hier machen, ist etwas absolut Einmaliges für uns", sagte Kevin Eissler aus der elften Klasse des Hechinger Gymnasiums. Er sei stolz dabei zu sein. "Ich habe bis Ostern noch gezweifelt, dass wir das wirklich schaffen", sagte Frederick Sutter, der "Chef" des Lagezentrums und einer, der vor allem den Routenplan – ausgedruckte 2500 Seiten – detailgenau ausgearbeitet hat. Die Schüler laufen nur auf Nebenstraßen und Feldwegen, denn ein Genehmigungsverfahren für Land- und Kreisstraßen hätte die ohnehin schon schwierige Organisation ausufern lassen.

Die Hechinger Dauerläufer sind eines von mehr als 400 Projekten im Programm "jes– Jugend engagiert sich", dem größten Jugendprojekt der Landesstiftung, für das der Aufsichtsrat der Landesstiftung insgesamt über drei Millionen Euro bewilligt hat. Seit 2001 haben sich rund 3700 Jugendliche in den Bereichen Soziales, Ökologisches und Kulturelles engagiert.

Aber inhaltlich ist jes ein großer Erfolg. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Evangelische Fachhochschule Freiburg brachte überraschende Ergebnisse. Eines der Hauptziele bei jes war, junge Menschen an freiwilliges Engagement heranzuführen, ihnen eine Art "Kulturkompetenz" auf den Weg zu geben. Dieses Ziel wurde mehr als erreicht: Für mehr als 70 Prozent war die Freiwilligenarbeit bei jes ihr einziges freiwilliges Engagement.

Den Grund für diese hohe Akzeptanz geben die Jugendlichen selbst an: Sie fühlten sich angesprochen vom Angebot – im Fall der Hechinger Dauerläufer stand zuerst die Projektidee, die dann mit jes-Unterstützung starten konnte. Und sie mussten sich nicht langfristig an einen Verein oder eine andere Institution binden, stellte die Fachhochschule Freiburg in ihrer Untersuchung fest. Besonders erfolgreich waren die jes-Projekte immer dann, wenn sie vernetzt waren – oft gab die Schule den Anstoß, Kommune, Verein oder Kirche waren aber ebenso häufig mit an Bord.

Viele der jes-Projekte werden am 23. November auf einer großen Abschlussveranstaltung mit Festakt im Forum der LBBW in Stuttgart vorgestellt.

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