05.05.2008

Literatur verbindet Kulturen

Mehr als 150 Veranstaltungen an mehr als 50 Orten: Unter dem Motto "Literanto – Kulturen begegnen sich" treffen von Mai bis Oktober Menschen und Kulturen, Ideen und Orte sowie unterschiedlichste Darstellungsformen aufeinander. Der vierte Literatursommer der Landesstiftung Baden-Württemberg wurde heute (4.Mai) in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall eröffnet ...

Bild 1: Die große Liebe zwischen Mariam und Anton ist das Thema in Samuel Wilsis Stück "Das ewige Lied", das bei der Eröffnungsveranstaltung in Schwäbisch Hall in Ausschnitten präsentiert wurde.

Bild 2: Las aus seinem lyrischen Werk: der Hausacher Dichter José F.A. Oliver, der sich im Rahmen des Literatursommers auf die Spuren der Schwarzwälder Flößer nach Amsterdam begeben will.

Bild 3: Melodischer Metal ist das Markenzeichen der jungen Göppinger Band "Sratched Surface" um Frontmann und Sänger Michael Babic. Auch die Göppinger gaben einen Vorgeschmack auf ihren Live-Auftritt in der Heimat am 28. Juni.

Die Literatur bietet vielfältige Möglichkeiten, sich mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensentwürfen auseinander zu setzen. Themen wie Heimweh und Asyl, Fremdsein und Angst, Hoffnung und Neuanfang beschäftigen Menschen, die ihre Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen. Dass diese Auseinandersetzung auch mit viel Humor, Gefühl und einem Augenzwinkern geschehen kann, will der Literatursommer der Landesstiftung Baden-Württemberg unter Beweis stellen.

"Integrationspolitik hat sich lange auf die Diskussion über so wichtige Themen wie Sozialpolitik, Bildungspolitik oder Wahlrecht konzentriert. Der Literatursommer 2008 der Landesstiftung stellt dagegen die kulturelle Dimension in den Blickpunkt", sagte Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL, Minister des Landes Baden-Württemberg beim Bund bei der festlichen Eröffnung in Schwäbisch Hall. "Es geht aber nicht um ein Nebeneinander, sondern um ein Miteinander. Ich verstehe Integration als ein Geben und Nehmen, in dem auch die Möglichkeit besteht, von anderen Kulturen zu lernen", so der Minister weiter.

Zu Gast war die Eröffnungsveranstaltung in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall – einem Ort, der nicht nur mit Bildender Kunst in Verbindung zu bringen ist, sondern auch mit Literatur.
Erst im vergangenen Jahr wurde dort die Ausstellung mit dem Titel "Literatur kann man sehen" mit Werken mit literarischem Bezug zu Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger und Hermann Hesse gezeigt. Das Motto des Literatursommers passt aber auch zur gesamten Firmengruppe, wie Prof. Dr. Harald Unkelbach, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe, bei der Eröffnung sagte: "Alleine in den Firmen der Würth-Gruppe werden 56 verschiedene Sprachen gesprochen, ohne die weiteren Dialekte oder eigenständige Sprachen wie zum Beispiel Südafrika mit elf offiziellen Amtssprachen oder in China. Wir halten diese Diskussion mit anderen Kulturen für unabdingbar auf allen Ebenen."

"Der Literatursommer will eine Plattform sein für die vielen künstlerischen Aktivitäten im Land. Er soll die Menschen zum Träumen, Nachdenken und auch zum Lachen bringen", sagte Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg bei der Eröffnung des Literatursommers. "So verschieden Menschen auch sein können, so unterschiedlich ihre Kulturen und Geschichten sind, sie haben eines gemeinsam: Das Bedürfnis, sich mit der alten und der neuen Heimat auseinanderzusetzen. Es entsteht Dialog durch Kunst. Wir laden alle dazu ein, sich mit der eigenen und der fremden Kultur, der Vergangenheit und der Gegenwart auseinanderzusetzen", so Herbert Moser weiter.

Die Eröffnung des Literaturfestivals in der Kunsthalle Würth war Spiegel der großen Vielfalt des kulturellen Miteinanders in Baden-Württemberg und zugleich auch ein Vorgeschmack auf den Veranstaltungsreigen, der von Mai bis Oktober stattfindet.

Der Gewinner des Kulturpreises Baden-Württemberg 2007, der Hausacher Lyriker mit andalusischen Wurzeln José F.A. Oliver, begeisterte das Publikum mit Wort und a-capella-Gesang. Dabei klingt bereits seine Lyrik so melodisch wie ein Lied – zu hören und zu erleben bei einer außergewöhnlichen Tour während des Literatursommers: Oliver begibt sich von Nagold aus auf einen "HolzWeg": Er folgt ab 6. September den Spuren der Schwarzwälder Flößer bis Amsterdam und berichtet während der Reise, die sowohl von Flößern als auch von Publikum immer wieder begleitet wird, live im Südwestrundfunk.

Musikalisch wurde die Eröffnung umrahmt von der Göppinger Gruppe "Scratched Surface". Zwei Welten bringt Frontmann Michael Babic zusammen. Seine Musik – moderner, melodischer Metal – mit Texten, die immer um dasselbe Thema kreisen: Zwischenmenschlichkeit, ausgedrückt mit viel Metaphorik und Symbolik, sowie genügend Raum für Eigeninterpretation des Hörers. Lyrik und Musik sind im Rahmen des Literatursommers live zu erleben am 28. Juni in Göppingen.

Witzig, bissig, charmant und kulturkompatibel: Sie ist wohl die einzige Spätaussiedlerin auf Deutschlands Kabarettbühnen und heißt Lilia Tetslau. In Schwäbisch Hall präsentierte die freche Frau aus Sibirien Auszüge aus ihrem Programm "Deutsch, …aber immer noch nicht ganz". Zu sehen ist das ganze Programm während des Literatursommers am 6. Juni in Löffingen.

Vom schwierigen Weg der Kulturen zueinander erzählt das Stück "Das ewige Lied" des Freiburger Autors Samuel A. Wilsi, das in Auszügen in Schwäbisch Hall präsentiert wurde: Anton und Mariam sind zwei Liebende, die ihr Glück zwar finden, nicht aber eine neue Heimat. Die junge Mariam kommt von ihrem Dorf nach Deutschland. Hier lebt, tanzt und liebt sie – nämlich Anton. Nach vielen Irrungen und Wirrungen heiraten sie und Mariam versucht das Leben in Deutschland zu verstehen und sich, soweit es ihr möglich ist, zu integrieren. Letztlich scheitert das Vorhaben, nicht aber die Liebe. Um die zu bewahren, fliehen die beiden und finden sich in einer Wüste wieder. Live zu sehen in Freiburg (30. und 31. Mai; 6. und 7. Juni) sowie in Emmendingen (26. Juli).

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