08.12.2008

Fachwelt berät in Heidelberg über Volkskrankheit Demenz

Bundesweit leiden aktuell schätzungsweise 1,3 bis 1,6 Millionen Menschen an einer Form der Demenz. Für das Jahr 2030 erwarten Experten einen Anstieg auf bis zu 2,5 Millionen Erkrankte. Die Landesstiftung Baden-Württemberg will mit dem Forschungsprogramm "Sport – Bewegung – Prävention" Möglichkeiten untersuchen, die kranken Menschen helfen können. Gemeinsam mit dem Netzwerk AlternsfoRschung an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg führt die Landesstiftung am 8. Dezember 2008 den Fachkongress "Training bei Demenz" durch. Hier werden die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt ...

Das Durchschnittsalter der Gesellschaft steigt unaufhaltsam. Parallel nimmt die Zahl der Demenzkranken zu. Nach Ansicht von Wissenschaftlern und Fachärzten ließe sich dieser Trend durchaus drosseln, würde sich die Bevölkerung im jungen Alter gesünder ernähren und gesünder leben. Dennoch wird die Krankheit auf absehbare Zeit nicht aus der Gesellschaft wegzudenken sein, womit sich Fragen aufwerfen: Wie lässt sich das Leiden für demenzkranke Menschen erträglicher machen? Was kann getan werden, damit Patienten möglichst lange in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung leben können? Welche Hilfe kann ihren Angehörigen zuteil werden? Zu diesen und anderen Themen diskutieren und referieren Wissenschaftler und Praktiker am 8. Dezember im Rahmen des Fachkongresses "Training bei Demenz" in Heidelberg.

"Der demographische Wandel verändert unsere Gesellschaftsstruktur grundlegend. Es gilt daher, die Demenz als Krankheit, die meist im Alter diagnostiziert wird, mit einer frühzeitigen Therapie durch Bewegung maßgeblich zu verzögern", sagt Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung. Die Stiftung sehe es als eine wichtige Aufgabe an, Projekte, Programme und Veranstaltungen durchzuführen, die es Menschen ermöglichen, den Krankheitsverlauf und seine Auswirkungen zu verstehen und mögliche therapeutische Ansätze zu nutzen um den Krankheitsverlauf zu verzögern.

So untersuche beispielsweise das Forschungsprogramm der Landesstiftung "Sport – Bewegung – Prävention" Methoden zur Vorbeugung von Alterskrankheiten durch körperliche und geistige Aktivität. Das Forschungsprogramm und die vorgestellten Studien der Tagung "Training bei Demenz" belegen in ihren Ergebnissen den Zusammenhang der Krankheitsverzögerung durch Bewegung und Gesundheitssport.

Professor Dr. Konrad Beyreuther, Direktor des Netzwerks AlernsfoRschung an der Universität Heidelberg: "Mit dieser Tagung wollen wir all denen Hoffnung machen, die unter fortschreitendem Gedächtnisverlust leiden."

Einen ganzen Tag lang referieren und diskutieren mehrere Hundert Akademiker und Praktiker in Heidelberg über die Demenz und Lösungsansätze im täglichen Umgang mit der Krankheit. Der Kongress ist aufgeteilt in fünf Themenblöcke: Lernen und Bewegung, Musik und Bewegung, Assistenzsysteme, Lebensqualität sowie Training bei Demenz. Das Aufgebot an Wissenschaftlern, die sich der Demenzforschung verschrieben haben und in Heidelberg Fachvorträge halten werden, ist beeindruckend: Erst kürzlich bekam Deutschlands bekanntester Alternsforscher, Prof. Dr. Andreas Kruse, das Bundesverdienstkreuz überricht. Kruse, der am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg tätig ist, spricht am Nachmittag zum Thema "Die Lebensqualität demenzkranker Menschen: Empirische Befunde, ethische und sozialpolitische Aussagen". Dem Kreis der Referenten gehört auch Dr. Klaus Hauer vom Bethanien-Krankenhaus, Geriatrisches Zentrum Heidelberg an, der im Auftrag der Landesstiftung zum Thema "Körperliches Training bei älteren Menschen mit kognitiver Schädigung" geforscht hat und die Ergebnisse seiner Studie am 8. Dezember vorstellt.

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