
Wenn ein Kind unheilbar erkrankt, wird das Familiengefüge in seinen Grundfesten erschüttert. Die Angehörigen leiden ebenso wie alle Menschen, die der betroffenen Familie nahe stehen. Die Folgen sind oft gravierend: Die Beziehung der Eltern zueinander wird belastet; die Geschwisterkinder fühlen sich vernachlässigt; Freunde und Verwandte ziehen sich zurück, weil die Familie ihre gesamte Kraft in die Pflege des kranken Kindes investiert.
Eine solche Belastung auszuhalten, oft über Jahre, Tag für Tag, 365 Tage im Jahr kostet enorm viel Kraft. Ambulante Kinder und Jugendhospizdienste entlasten die Familien im täglichen Leben. Die Ehrenamtlichen bringen Zeit mit, haben ein offenes Ohr, kümmern sich um die Geschwisterkinder, die oft zu kurz kommen, und schaffen Freiräume, damit die enorm geforderten Eltern einmal etwas für sich selber tun können.
Um das Netzwerk an Anlaufstellen und ehrenamtlichen Helfern im ganzen Land auszuweiten, hat die Stiftung Kinderland in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Baden-Württemberg e. V. das Programm "Ausbau der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit in Baden-Württemberg" aufgelegt. So gab es 2008 an 17 Standorten in Baden-Württemberg bereits einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst – womit etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu einem Dienst in erreichbarer Nähe hatte. 2012 – nach der Initiierung weiterer Dienste – kann jede betroffene Familie in Baden-Württemberg Unterstützung von einem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in der Nähe bekommen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kinderhospizarbeit-bw.de.
Den Abschlussbericht finden Sie in unserer Schriftenreihe.
Birgit Pfitzenmaier
Sven Walter