Kulturpreis Baden-Württemberg

Der Kulturpreis Baden-Württemberg ist eine gemeinsame Initiative von genossenschaftlicher Wirtschaft und Stiftungswesen. Sie wird getragen von der Überzeugung, dass Kulturförderung eine Aufgabe ist, die den Zusammenschluss unterschiedlicher Kräfte erfordert. Zu diesem Zweck haben die Baden-Württemberg Stiftung sowie die Volksbanken-Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg im Jahr 2002 eine gemeinsame Stiftung gegründet. Sie stellt die Mittel für den Kulturpreis bereit.

Der Kulturpreis Baden-Württemberg würdigt Leistungen von herausragender Bedeutung. Leistungen von Künstlerinnen, Künstlern oder Institutionen, die sich durch die Kraft der Idee abheben, die Grenzen überschreiten, Neuland erkunden, Wege in die Zukunft weisen für die Kunst und die Menschen.

Der Kulturpreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Künstler abwechselnd in jeweils einer der folgenden Sparten: Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur, Musik, Film / Neue Medien.

Der Kulturpreis Baden-Württemberg ist mit einem Preisgeld von 25.000 € dotiert. Der Preis besteht aus einem Hauptpreis in Höhe von 20.000 € und einem Förderpreis von 5.000 €.

Über die Vergabe des Kulturpreises entscheidet der Stiftungsrat der Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Stiftung auf Vorschlag einer qualifizierten Jury.

Die Hauptpreisträger 2013

Harald Klingelhöller, 1954 in Mettmann/Düsseldorf geboren und seit 1993 Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, gilt spätestens seit seiner Teilnahme am Skulpturenprojekt Münster 1987 und der documenta IX 1992 als einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Seine Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Sammlungen vertreten. Die Jury zeichnet mit Harald Klingelhöller eine Künstlerpersönlichkeit aus, deren Schaffen von großer Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Konsequenz gekennzeichnet ist. Schon früh ist eine klare konzeptuelle Haltung für seine Arbeit charakteristisch, in der sprachliche Konstruktionen und skulpturale Form ein offenes, assoziatives Verhältnis eingehen. Dabei verwendet er von Papier über Glas, Stahl und Stein die unterschiedlichsten Materialien. Oft wirken die Installationen und Objekte bei aller Größe labil und prozesshaft. Seit 2005 entstehen überdies Schrank- und Schattenversionen früherer Skulpturen. Harald Klingelhöller hat von 1976 bis 1982 bei Klaus Rinke an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Er lebt heute in Düsseldorf und Karlsruhe. Nicht zuletzt geht der Hauptpreis der Jury mit Harald Klingelhöller auch an einen der prägenden Künstlerprofessoren des Landes.

Mit Günther Wirth ehrt die Jury einen freien Kurator, Autor und Kunstkritiker, der wie kein zweiter die Kunst in Baden-Württemberg nach 1945 begleitet, unterstützt und bekannt gemacht hat. Die Liste der Publikationen und Ausstellungen, die von 1957 an mit seinem Namen verbunden sind, ist umfangreich. Genannt seien hier daher nur seine beiden wichtigsten Bücher, die Standardwerke geworden sind: „Kunst im deutschen Südwesten von 1945 bis zur Gegenwart“, 1982 erschienen, und „Verbotene Kunst 1933−1945: verfolgte Künstler im deutschen Südwesten“, die bisher einzige grundlegende Aufarbeitung dieses Themas in Baden-Württemberg; dazu als zentrales Ausstellungsereignis „Der große Albgang“ als Skulpturenweg zur Jahrtausendwende. Günther Wirth, 1923 in Magdeburg geboren, hat zunächst Pädagogik studiert und arbeitete von 1950 bis 1983 vor allem im Schuldienst. 1987 ernannte ihn das Land zum Professor. 2012 erhielt er die Staufermedaille. Er ist unter anderem Ehrensenator der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Günther Wirth zeichnet als Berater für zahlreiche Sammlungen von Banken, Kommunen, Verbänden verantwortlich, er hat zahllose Ausstellungen eröffnet, Katalogtexte geschrieben und sich als Geschäftsführer des Deutschen Künstlerbunds in Berlin auch über die Landesgrenzen hinaus für die Interessen der Künstler eingesetzt. Dabei zeichnet ihn bis heute sein unabhängiger Blick aus, die immer direkt gesuchte Nähe zu den Künstlern, die Leidenschaft für die Kunst selbst, für das „Glück des Sehens“. Mit seiner Stiftung hat Günther Wirth zuletzt auch einen Grundstein gelegt für die Förderung nachfolgender Kunstkritiker und Autoren.

Günther Wirth und Harald Klingelhöller teilen sich den diesjährigen Hauptpreis.

 

 

Die Förderpreisträgerin 2013

Die in Stuttgart lebende Künstlerin Pia Maria Martin, geboren 1974 in Altdorf bei Nürnberg, überzeugt die Jury mit ihrer eigenwilligen, oft witzigen und frischen filmischen Sprache. Pia Maria Martin, die an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert und 2005 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg erhalten hat, arbeitet vorwiegend mit Techniken des Animationsfilms, wobei Alltagsgegenständen und Alltagsszenen meist Ausgangspunkt der überraschenden und komplexen Kompositionen sind, die oft erst auf den zweiten Blick Anspielungen auf gesellschaftliche und existenzielle Fragestellungen offenbaren. Mit scheinbarer Leichtigkeit erprobt sie überdies die Möglichkeiten des rhythmischen Wechselspiels zwischen Musik und Film. Ob klassische Stillleben als Vanitassymbole vor den Augen des Betrachters vergehen, ein Suppenhuhn sich selbst wieder zusammennäht oder Stuhlreihen sich zum Appell aufstellen – Pia Maria Martin hat im Bereich des künstlerischen Films bereits eine eigenständige Handschrift entwickelt, die auf die weitere Entwicklung neugierig macht.

Der Kulturpreis im Web

Weitere Informationen finden Sie unter www.kulturpreis-bw.de.

Die Impressionen-Galerie zum Kulturpreis 2011 finden Sie hier.

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Abteilungsleiterin Gesellschaftlicher Wandel & Kultur, Soziale Verantwortung

Birgit Pfitzenmaier Birgit Pfitzenmaier
Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
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