27.06.2011

Kulturpreis 2011 an Medienkünstler Walter Giers und Pipo Tafel verliehen

Der Medienkünstler Walter Giers aus Schwäbisch Gmünd ist der Hauptpreisträger des Kulturpreises der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung. Der 74-jährige gilt als einer der Väter der „Electronic Art“ und hat regional, national und international mit seinen Werken bleibende Spuren hinterlassen. Der Förderpreis geht an Pipo Tafel. Der Preis wird alle zwei Jahre von den Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung verliehen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettbewerbs standen die „Neuen Medien / Medienkunst“. Die Künstler wurden für ihr Schaffen im Rahmen einer festlichen Veranstaltung geehrt.

Karlsruhe, 27. Juni 2011. Heute wurde der Kulturpreis 2011 der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung in der Volksbank Karlsruhe verliehen. Die Wahl des Stiftungsrats fiel bereits im Februar auf den Licht-, Klang- und Medienkünstler Walter Giers. Er zeichne sich durch seine Kreativität und Einzigartigkeit aus und setze mit seinem Wirken in Baden-Württemberg herausragende Impulse. Giers erhielt den Hauptpreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Die Laudatio auf den Gewinner hielt Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Lothar Späth. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an den Medienkünstler Pipo Tafel aus Stuttgart.

Baden-Württemberg herausragender Medien- und Kunststandort
„Baden-Württemberg hat sich in der Förderung neuerer künstlerischer Ausdrucksformen aus dem Bereich der Medienkunst bestens profiliert. Einrichtungen wie die Akademien für Film, Pop und Darstellende Kunst, die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie besitzen eine enorme Strahlkraft und bieten den Studierenden professionelle Ausbildungs- und Studienbedingungen. Die angemessene Förderung neuer Kunstformen spielt auch in Zukunft eine wichtige Rolle“, erklärte Jürgen Walter MdL, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

„Wir sind stolz auf die reichhaltige, vielfältige Kultur in Baden-Württemberg, sie gehört zu uns, zu unserem Gemeinwesen“, ergänzte Verbandsdirektor Herbert Schindler, Vorstandsmitglied des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. „Es ist den Volksbanken Raiffeisenbanken ein wichtiges Anliegen, das kulturelle Leben im Land zu unterstützen, weil sie mit den Menschen und Unternehmen in der Region auf besondere Weise verbunden sind.“ Er könne sich auch sehr gut vorstellen, dass es im Bereich der Kultur und der Kreativität spannende Möglichkeiten gibt, in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft zu kooperieren, egal ob es Museen seien, Galerien, Werkstätten von Kreativen oder Kunstschulen. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, gratulierte den Preisträgern und lobte ihre herausragende Leistung. „Die Verleihung des Kulturpreises zeigt, wie viele künstlerische Talente wir in Baden-Württemberg haben. Wir würdigen mit der Auszeichnung Leistungen, die Wege in die Zukunft weisen. Die beiden Preisträger sind nicht nur im Land Persönlichkeiten, sondern international anerkannte Künstler, die sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht haben.“


Der Hauptpreisträger Walter Giers
Der im Jahr 1937 geborene Pfälzer Walter Giers arbeitete zunächst einige Jahre als Jazzmusiker, bevor er 1963 sein Studium im Fachbereich Industrial Design an der Werkkunstschule Schwäbisch Gmünd beendete. Der Licht-, Klang- und Medienkünstler erhielt 2003 den Maria-Ensle-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg und im Jahr 2007 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Neu an seiner Kunst ist vor allem die Einbeziehung elektronischer Bauteile in seine Kunstobjekte, die neben der Erzeugung von Klängen und Licht auch als Gestaltungselemente dienen. Giers thematisiert in seinen Werken Probleme im Umgang des Menschen mit der Umwelt, Konflikte in der Mediengesellschaft oder den Missbrauch von Religion. Der Hauptpreisträger arbeitet oft mit Ambivalenzen und kaschiert die Problemstellungen hinter einer visuellen Fassade aus Acrylglas, hinter der sich elektrische Lampen verbergen. Mit zahlreichen Ausstellungen unter anderem in Toronto, London, Stuttgart, Amsterdam, Hamburg und Mannheim machte sich der Künstler einen Namen. Die Jury des Kulturpreises Baden-Württemberg begründete ihre klare Entscheidung, Giers zum Träger des Hauptpreises zu küren, mit seinem „herausragenden singulären Lebenswerk“.

Der Förderpreisträger Pipo Tafel
Philipp („Pipo“) Tafel wurde 1979 in Stuttgart geboren und studierte Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und anschließend Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen und an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Film, Videokunst, Installation und Tanzperformance. Momentan absolviert Tafel sein vertiefendes Studium der Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Im Rahmen eines Seminars zu Ernst Herbert Gombrichts Beitrag zu einer kunsthistorisch fundierten Bild- und Wahrnehmungstheorie stellte Tafel seine installative Arbeit „SHADOWING“ fertig. In dieser originellen Umsetzung stellt er das Spiel mit Präsenz und Absenz des Schattens dar und reflektiert das Verhältnis zwischen Körper, Bild und Raum. Im Gegensatz zu einer zunehmend entkörperlichten modernen Kommunikation eröffnet Tafel dem Besucher einen ungewöhnlichen Weg: In „SHADOWING“ führt das Digitale nicht zur Entkörperlichung, sondern verhilft dem Menschen zu einem Bezug zum eigenen Körper. Tafel erhält den Förderpreis für den „crossmedialen Ansatz seiner Arbeit zur Verknüpfung von Performance und Medienkunst“, wie die Jury begründete.

Hinweise an die Redaktionen:

Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg:
Die im Jahr 2002 gegründete „Stiftung Kulturpreis Baden-Württemberg der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Baden-Württemberg Stiftung“ vergibt den Kulturpreis alle zwei Jahre im thematischen Wechsel. Er ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert und teilt sich in einen Haupt- und einen Förderpreis. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film/Neue Medien, Literatur und Musik. Die Preisträger müssen einen erkennbaren Bezug zum Land Baden-Württemberg aufweisen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kulturpreis-bw.de.

Informationen

Bitte beachten Sie bei der Verwendung der Pressefotos 1 und 2 von Walter Giers folgenden copyright-Hinweis: "Gabriella Kerler, machtkultur.de".

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