16.05.2011

Prävention ist die beste Medizin – Kampf gegen die Lyme-Borreliose

Informationsbroschüre inklusive Zeckenkarte jetzt kostenlos erhältlich

Forschungsergebnisse der Baden-Württemberg Stiftung beweisen, dass es wirksame präventive Maßnahmen, wie z.B. die gezielte Beweidung mit Rindern, Ziegen und Schafen, im Kampf gegen die Lyme-Borreliose gibt. Die Informationsbroschüre, die diese Maßnahmen erläutert, wurde nun aufgrund hoher Nachfrage erneut aufgelegt und kann ab sofort inklusive Zeckenkarte bestellt werden.

Stuttgart, 16. Mai 2011. Gegen die Lyme-Borreliose gibt es noch immer keinen Impfstoff. Deshalb ist es so wichtig, Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen. Diesem Vorhaben widmen sich Forscherinnen und Forscher im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung.
Die Informationsbroschüre der Baden-Württemberg Stiftung, die auf den Ergebnissen der Forscher beruht und Präventivmaßnahmen für Kommunen und Bürger aufzeigt, enthält auch eine praktische Zeckenkarte, die das Entfernen der Zecke erheblich erleichtert. „Die Broschüre erläutert aufschlussreich, wo die Gefahren von Zecken liegen und wie man wirksame Maßnahmen dagegen ergreifen kann“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Kommt es trotzdem zu einem Zeckenbiss, kann die praktische Zeckenkarte verwendet werden. Eine schnelle Entfernung der Zecke hilft, denn erst nach etwa 24 Stunden sondert diese die Borreliose-Erreger ab. Der Zeckenbiss muss trotz schneller Entfernung der Zecke aber im Blick behalten werden: im Falle von Wanderröte oder eines grippalen Infekts sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Beweidung als wirksame Präventivmaßnahme
Die Feldstudie, die von Prof. Dr. Franz-Rainer Matuschka von der Berliner Charité in den vergangenen fünf Jahren im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung durchgeführt wurde, zeigt: Auf Ziegen- und Rinderweiden, vermutlich ebenso wie auf Schafweiden, kommen deutlich weniger Zecken vor als auf unbeweideten Flächen. Für die Beweidung spricht auch, dass Zecken, die auf beweideten Flächen zu Analysezwecken eingesammelt wurden, deutlich seltener mit den krank machenden Erregern infiziert sind. Die Forscher haben hierfür eine schlüssige Erklärung gefunden. Die Zecken können anscheinend die Erreger nicht auf Rinder und Ziegen übertragen. Mehr noch, infizierte Zecken verlieren ihre infektiöse Fracht, wenn sie Rinder oder Ziegen befallen. Werden Wiederkäuer von Zecken befallen, werden darüber hinaus andere Wirte wie Kleinnager und Vögel, die für die Erreger geeignet sind, verschont. Durch die Beweidung ändert sich auch die Vegetation und der Lebensraum für die Feuchte liebenden Zecken wird unwirtlicher. Aber nicht nur die Beweidung ist ein geeignetes Mittel, die Zeckenpopulation zu minimieren und die Durchseuchung der Zecken mit Borrelien zu verringern. Auch regelmäßiges Mähen oder Mulchen im Frühjahr und Sommer trägt dazu bei. Zudem hilft ein geeignetes Müllmanagement, z.B. in Waldgebieten, auf Wanderwegen, an Schulen und Spielplätzen, die Population an Kleinnagern zu reduzieren und so das Lyme-Borreliose-Risiko weiter zu senken. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass mit einfachen Maßnahmen die Zahl der Zecken und deren Belastung mit den gefährlichen Erregern – und damit das Risiko für den Menschen, an Lyme-Borreliose zu erkranken – drastisch gesenkt werden kann“ stellt Prof. Dr. Matuschka fest.

 

Informationen

Der kostenlose Flyer inklusive Zeckenkarte kann hier bestellt werden.

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Kriegsbergstraße 42 · 70174 Stuttgart
Fon +49 (0) 711 248 476-16
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Leiterin Stabstelle Kommunikation

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