29.11.2010

Mehr Chancengleichheit für Frauen und Männer

Neue Ansätze für Politik und Wirtschaft

Stuttgart, 29. November 2010 - Die Gewährleistung der Chancengleichheit für Frauen und Männer stellt eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Bei der heutigen Tagung der Baden-Württemberg Stiftung wurden neue Ansätze für die Lebens- und Arbeitswelt von Frauen und Männern vorgestellt. Vertreter aus Politik und Wirtschaft sprachen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit aus.  

Die demografische Entwicklung verändert die Lebens- und Arbeitsmuster von Frauen und Männern gleichermaßen. Für die Verwirklichung tatsächlicher Geschlechtergerechtigkeit braucht es einen umfassenden Ansatz, der die Bereiche Arbeitswelt, Lebensumfeld und individuelle Entwicklung berücksichtigt. Die Baden-Württemberg Stiftung hat im Programm „Chancen=Gleichheit“ sieben Projekte mit einem Volumen von 1,5 Mio. Euro unterstützt. Ziel war es, die Lebens- und Arbeitsfelder von Frauen und Männern aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden heute im Rahmen einer Fachtagung diskutiert. Sie sollen die Gesellschaft sensibilisieren und die notwendigen Entwicklungen befördern.

Neue Ansätze für Politik und Wirtschaft

Die Untersuchungen der sieben Projekte kommen zu dem Ergebnis, dass in einigen Feldern gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft nützlich und notwendig sind, um eine Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. Insbesondere in den Bereichen

  • Weibliche Führungskräfte in Naturwissenschaft und Technik
  • Weibliche Auszubildende in naturwissenschaftlich-technischen Berufsgruppen
  • Sensibilisierung von Personalverantwortlichen für familienfreundliche Maßnahmen
  • Geschlechterverständigung von Jungen und Mädchen mit Schwerpunkt Hauptschule
  • Geschlechterbezogene Qualifizierung von Mitarbeitenden in Kommunalverwaltungen
  • Gendersensitive Erziehung im Kindergarten

müssen Synergien erzielt und genutzt werden. „Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit von Frauen und Männern ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Die heutige Tagung und die Ergebnisse unseres Programms sollen die Diskussion vorantreiben und Verantwortlichen neue Wege aufzeigen, um eine größere Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erreichen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung bei seiner Begrüßung.  

Das Programm ‚Chancen=Gleichheit. Gleiche Chancen für Frauen und Männer‘ ist ein beeindruckendes Beispiel für die Anstrengungen des Landes für mehr Chancengleichheit“, sagte Sozialministerin Dr. Monika Stolz. Bei der rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern sei zwar schon einiges erreicht worden. „Einiges ist sogar eine Selbstverständlichkeit geworden“, erklärte Stolz. „Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch ein gutes Stück vor uns liegt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und erheblich veränderter sozialer, ökonomischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen müssen wir an dieser Stelle rasch nachlegen. Ein Schneckentempo können wir uns nicht leisten“, so die Ministerin.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister stellte in seinem Statement die zunehmende ökonomische Bedeutung des Themas heraus. „Die Gewährleistung von Chancengleichheit ist zu einem harten wirtschaftlichen Standortfaktor geworden. Mit einer familienorientierten Unternehmenspolitik können wir nicht nur Talente gewinnen und halten, sondern wir sichern uns damit den Nachwuchs, den unsere Wirtschaft angesichts des fortschreitenden Fachkräftemangels in Zukunft dringender denn je braucht“, betonte Pfister. „Ferner belegen Untersuchungen, dass Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen erfolgreicher sind, denn immer öfter müssen unternehmerische Entscheidungen getroffen werden, die unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen, von Frauen und Männern, erfordern. Diversity ist ein Erfolgsfaktor, der neue Impulse setzt und Innovationen begünstigt.“

Mehr Chancengleichheit in der Wirtschaft

Thomas Sattelberger, Vorstand der Telekom AG, berichtete in seinem Vortrag über die Verbesserung der Chancengleichheit in Unternehmen. Als ein Beispiel nannte er die  Einführung einer Frauenquote im Vorstand und bezeichnete die Entscheidung als „fair, gut und richtig“. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Weg und der Erfolg uns Recht geben werden“, sagte Sattelberger.

In vier verschiedenen Workshops nutzen über 130 Teilnehmenden aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Möglichkeit, die Ergebnisse aus den einzelnen Projekten näher zu betrachten und sich auszutauschen. Insbesondere bei Themen wie Chancengleichheit in der Wirtschaft, berufliche Identität und Karriereförderung sowie Gender in der Erziehung bestand großer Informationsbedarf.

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