29.04.2009

Sprachförderung in Wissenschaft und Praxis

Landesstiftung veranstaltet am 29. und 30. April Fachtagung in Stuttgart Unter dem Titel "Sprachförderung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis" diskutieren 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland die wissenschaftliche Begleitung zur Sprachförderung. Die Pädagogische Hochschule Weingarten und die Pädagogische Hochschule Heidelberg stellen ihre Studien vor. Damit wird das Programm "Sag' mal was" um weitere Bausteine bereichert ...

Seit 2002 führt die Landesstiftung Baden-Württemberg das Programm "Sag' mal was – Sprachförderung für Vorschulkinder" durch. Rund 80.000 Kinder haben inzwischen an den Sprachfördermaßnahmen teilgenommen. Das "lernende Programm", das von vielen Einrichtungen gelobt und sehr geschätzt wird, wurde dabei durch verschiedene Anregungen immer wieder verbessert und ergänzt. So brachte die Landesstiftung neben den direkten Maßnahmen zur Sprachförderung beispielsweise ein Qualifizierungsprogramm für Erzieherinnen und Erzieher, ein neues Verfahren zur Sprachstandsdiagnose und zwei wissenschaftliche Begleitstudien auf den Weg. Die Erkenntnisse daraus werden auf einer Fachtagung im Stuttgarter Haus der Wirtschaft vorgestellt und mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutiert.

"Sprache ist ein zentrales Werkzeug des Menschen. Sprachkompetenz gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten überhaupt.", sagte Dr. Andreas Weber, Leiter des Bereichs Bildung in der Landesstiftung Baden-Württemberg bei der Eröffnung der Tagung im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. "Deshalb müssen wir uns mit aller Intensität darum kümmern, Methoden und Praxisbeispiele zu entwickeln, die zu einer besseren Sprachkompetenz führen können. Dafür liefern die Erkenntnisse aus den Studien wichtige Anhaltspunkte". Die Studien zeigten auf, dass Sprachfördermaßnahmen zu einem verbesserten Spracherwerb beitragen könnten. Um besonders erfolgreich zu sein, seien jedoch besondere Bedingungen erforderlich. Diese gelte es nun genauer zu analysieren und herauszuarbeiten.

Das Sprachförderprogramm der Landesstiftung ist in seiner Art bundesweit einzigartig. Von Anfang an wurde konsequent mit Blick auf die Praxis gearbeitet. In den letzten Jahren wurden Erkenntnisse aus den Fördermaßnahmen laufend in das Programm integriert. Parallel dazu hat die Landesstiftung 2004 zwei wissenschaftliche Begleitstudien in Auftrag gegeben, die die Wirkungsweise der Sprachfördermaßnahmen untersuchten. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg begleitete in Mannheim und Heidelberg von 2005/2006 an 544 Vorschulkinder aus 55 Kindergärten bis zum Ende der zweiten Grundschulklasse. Die Pädagogische Hochschule Weingarten untersuchte in repräsentativen Stichproben in den Stadt- und Landkreisen Alb-Donau, Göppingen, Konstanz, Ravensburg, Stuttgart, Tübingen und Tuttlingen in den zwei Jahrgängen, 2005/2006 und 2006/2007 insgesamt 1150 Kinder in 109 Gruppen.

Beide Forschergruppen haben wichtige Pionierarbeit in der Erhebung von umfangreichem Datenmaterial in der frühkindlichen Sprachbildung geleistet. Durchgängig konnte in den untersuchten Sprachfördergruppen eine Verbesserung der Sprachkompetenz festgestellt werden. Alle Kinder mit Sprachförderbedarf erhielten Sprachförderung, sei es mit speziellen Förderprogrammen, sei es in unspezifischer Form im Rahmen des herkömmlichen Kindergartenalltags. Die Weingartner und Heidelberger Studien belegen eine große Bandbreite und Streuung an Wirkungsweisen, sowohl innerhalb eines Jahrgangs, zwischen verschiedenen Sprachförderprogrammen, als auch in der Abfolge zweier Jahrgänge. In der Folge wird es von großer Bedeutung sein, die Parameter zu untersuchen, die zu einem besonderen Gelingen der Fördermaßnahmen beigetragen haben. Hier kann weitere Forschung erfolgreich anknüpfen.

Die Teilnehmer der Tagung in Stuttgart setzen sich mit den Fragestellungen, den eingesetzten Instrumenten, den vorgelegten Daten und dem aktuellen Stand der Forschung auseinander. Die Untersuchungen über die Einflussfaktoren, Qualifizierungen des Schulungspersonals bis hin zu den zeitlichen Rahmenbedingungen zeigen deutlich die Komplexität des Themas. Einfache Schlussfolgerungen sind vor diesem Hintergrund nicht zu ziehen. Zielsetzung der Landesstiftung ist es, mit der Tagung den wissenschaftlichen Blick für die Praxis aufzuarbeiten und verständlich zu machen.

Landesstiftung Baden-Württemberg
Die Landesstiftung Baden-Württemberg setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Landesstiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

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