17.09.2003

Landesstiftung setzt Behindertenförderung um

Stuttgart. Die Ausschreibungsrunde ist beendet, die Verträge fast vollständig abgeschlossen. Das Programm der Landesstiftung Baden-Württemberg zur Behindertenförderung geht nun in die Umsetzung. Voraussichtlich 10 gemeinnützige Institutionen, die Anträge der Bereiche selbstständiges Wohnen sowie Ausbildung und Eingliederung ins Arbeitsleben einreichten, erhalten eine Förderung für drei Jahre, das gaben Sozialminister Repnik und Prof. Eiselstein, Geschäftsführer der Landesstiftung heute bekannt ...

Die Ausschreibung verfolgte das Ziel, die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen durch finanzielle Förderung von Projekten zu unterstützen. Dabei standen Modellprojekte wie beispielsweise die Verbesserung von selbstständigem Wohnen oder neue Möglichkeiten zur Integration behinderter Mitmenschen in die Ausbildung und des Arbeitslebens im Fokus.

"Für die mehr als 600.000 behinderten Menschen im Land gibt es zwar ein breites Spektrum an Beratung, Hilfe und Unterstützung. Über neue Ansätze kann es dennoch gelingen, behinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiter zu erleichtern. Mit den vorgelegten Konzepten haben wir jetzt die Chance, die bestehenden Angebote qualitativ weiter zu entwickeln", erklärte der Behindertenbeauftragte der Landesregierung, Sozialminister Dr. Repnik.

Besorgnis erregend sei die angesichts der anhaltend negativen konjunkturellen Entwicklung wieder steigende Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen im Land. "Gerade Beschäftigung und Arbeit können ganz entscheidend zur Integration behinderter Menschen beitragen", betonte Repnik, der auch dem Aufsichtsrat der Landesstiftung angehört. So solle beispielsweise Beschäftigten einer Werkstatt für behinderte Menschen über Praktika und Probearbeitsverhältnisse der Weg in den ersten Arbeitsmarkt geebnet werden, erläuterte der Minister. In den letzten zwölf Monaten ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Schwerbehinderten um landesweit 2.166 auf 16.871 angestiegen.

"Wir sehen in der Förderung der Selbstständigkeit und der Eigenverantwortung behinderter Menschen eine äußerst wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe und freuen uns ganz besonders, das wir nun ein Förderprogramm auf den Weg bringen konnten, mit dem innovative Modellprojekte für die Dauer von 3 Jahren gefördert werden", so Prof. Dr. Claus Eiselstein, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg.

Für das Programm "Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung von Menschen mit Behinderungen" stellt die Landesstiftung insgesamt knapp 650.000 Euro zur Verfügung. Ein fachlich besetztes Gutachtergremium hat aus insgesamt 67 eingereichten Anträgen die Förderungsempfehlungen ausgesprochen. Wichtige Vorraussetzung waren die Einbindung des Projekts in ein regionales Konzept sowie die Zusammenarbeit der Institutionen mit weiteren Kooperationspartnern. Außerdem mussten die Antragsteller entsprechende Vorkenntnisse und einschlägige Erfahrung zur Thematik nachweisen.

9 Projektverträge sind bereits abgeschlossen, ein weiteres Projekt steht kurz vor Vertragsabschluß. Unter den von der Landesstiftung geförderten Maßnahmen sind beispielsweise auch Projekte der ARCADE e.V. aus Ravensburg mit der Unterstützung behinderter Menschen bei der Wohnungssuche sowie ein spezieller Lese- und Schreibkurs der Offene Hilfe gGmbH, Heilbronn, der den Einstieg in das Berufsleben behinderter Mitmenschen erleichtern wird. Eine wissenschaftliche Evaluation begleitet das Gesamtprogramm.

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