07.07.2009

Forschungstag 2009 bringt Wissenschaft, Politik und Wirtschaft an einen Tisch

Am Forschungstag der Landesstiftung forderten namhafte Wissenschaftler und Nobelpreisträger Sir Harold Kroto effizienteres Talentmanagement, verbesserte naturwissenschaftliche Bildung und Ausbildung sowie eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Forschung und deren Ergebnisse ...

Hochschulen und Forschungseinrichtungen betreiben Grundlagenforschung und entwickeln neue Technologien, die für das 21. Jahrhundert von großer Relevanz sind. Für einen möglichst optimalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen ist der Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft über Fach- und Branchengrenzen hinweg zwingend notwendig. Am Forschungstag der Landesstiftung (7. Juli) kamen rund 750 Wissenschaftler und Vertreter aus Politik und Wirtschaft in Stuttgart zusammen, um sich über neueste Erkenntnisse der High-Tech-Forschung auszutauschen. Darunter auch Nobelpreisträger Sir Harold Kroto, Dr. Roland Schenkel, Generaldirektor des Joint Research Centre der Europäischen Union und Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie forderten gemeinsam ein effizienteres Talentmanagement, verbesserte naturwissenschaftliche Bildung und Ausbildung sowie eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Forschung und deren Ergebnisse.

80 % aller Forscher, die es je gegeben hat, leben heute. Diese Zahl zeigt den internationalen Wettbewerbsdruck, der auf den Industrieregionen lastet. Wirtschaftswachstum und Wohlstand eines Landes sind in dieser globalisierten Welt eng mit seiner technologischen Innovationsfähigkeit verbunden. Dies gilt in besonderem Maß für die Baden-Württemberg prägenden Unternehmen des Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagebaus. Grund genug für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und sich über aktuelle Trends zu informieren. Der Forschungstag der Landesstiftung bot hierfür gute Gelegenheit.

Nobelpreisträger Sir Harold Kroto betonte in seiner Rede, dass die Schnittstellen zwischen den Disziplinen Physik, Biologie, Ingenieurswesen und Chemie weiter an Bedeutung gewinnen werden. "Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der molekularen Maschinen sein". Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft sei jedoch eine weltweite Stärkung der naturwissenschaftlichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Kroto appellierte auch an das Verantwortungsbewusstsein: Bei allem notwendigen Fortschritt dürfe die Menschlichkeit nicht aus dem Blick geraten.

Der Generaldirektor des Joint Research Centers der Europäischen Union, Dr. Roland Schenkel, schlug in seinem Vortrag die Brücke zur weltweiten Entwicklung. Die aktuell anstehenden riesigen Herausforderungen seien nicht ohne Wissenschaft und Forschung zu bewältigen. Er forderte gleichzeitig, dass verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssten, um die gesellschaftliche Akzeptanz von Forschung und deren Anwendung zu verbessern.

Der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, Dr. Dietrich Birk sagte: "Das Geld der Landesstiftung für die Hochtechnologieforschung ist gut investiert. Die Themen des Forschungstages - Photonik, Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik - sind wirtschaftlich von großer Bedeutung. Sie ermöglichen eine Vielzahl von neuen, innovativen Anwendungen - vom Alltagsprodukt bis zur Verfahrenstechnik. Ein Technologievorsprung auf diesen Gebieten trägt maßgeblich zum Erfolg unserer Wirtschaftsunternehmen auf den Weltmärkten bei."

Der Aufsichtsratsvorsitzende der TRUMPF Gruppe, Prof. Dr.-Ing. E.h. Berthold Leibinger, betonte bei der Tagung, die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft müsse gestärkt werden, um so zu effizienteren Lösungen zu gelangen. Einig waren sich die Teilnehmenden über die Bedeutung von Grundlagenforschung und die notwendige Verbesserung des Wissensmanagements.

Um die Innovationsfähigkeit Baden-Württembergs zu sichern, hat die Landesstiftung seit ihrer Gründung im Jahr 2000 über 100 Millionen Euro in die Hochtechnologieforschung investiert. "Baden-Württemberg gilt als führender Forschungsstandort mit einer ausgezeichneten Infrastruktur. Mit Förderprogrammen und Auftragsforschung vor allem im Grundlagenbereich wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass das so bleibt." sagte Rudi Beer, stellvertretender Geschäftsführer im Projektbereich und Leiter des Bereichs Wissenschaft und Forschung in der Landesstiftung Baden-Württemberg.

Neben der Präsentation neuer Erkenntnisse aus den Optischen Technologien, der Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik dient der diesjährige Forschungstag insbesondere dem interdisziplinären Austausch und der Anregung zu fachübergreifenden Kooperationen. Er holt Hochschulen und Wissenschaftler, Vertreter aus Politik und Wirtschaft an einen Tisch und lässt neue Netzwerke entstehen. Ein Empfang des Ministerpräsidenten und Aufsichtratsvorsitzenden der Landesstiftung Günther H. Oettinger am Abend im Neuen Schloss bildet den Abschluss des Forschungstags 2009.

Landesstiftung Baden-Württemberg
Die Landesstiftung Baden-Württemberg setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Landesstiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Informationen

Die Dokumentation mit allen Beiträgen und Bildern des Tages wird im August auf www.forschungstag-bw.de bereitgestellt.

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