01.09.2009

Sucht kennt kein Alter

Nach Schätzungen der Hauptstelle für Suchtfragen sind deutschlandweit mindestens 400.000 Senioren alkoholabhängig. Nur verhältnismäßig wenige suchen jedoch eine Beratungsstelle auf. Die Landesstiftung Baden-Württemberg nimmt diese Entwicklung zum Anlass, ihr neues Förderprogramm "Sucht im Alter" auf den Weg zu bringen. Das Vorhaben befasst sich nicht nur mit Alkoholmissbrauch, sondern auch mit Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit ...

Mit ihrem Programm "Sucht im Alter" will die Landesstiftung Modellprojekte anstoßen, die sich mit Prävention, Früherkennung und -intervention sowie der Rehabilitation von Menschen ab 55 Jahren mit Suchtproblemen bzw. Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenmissbrauch auseinandersetzen. Das Vorhaben ist auf bis zu drei Jahre angesetzt und mit einem Finanzvolumen von 1,5 Millionen Euro ausgestattet. Die Bewerbungsphase zur Teilnahme am Programm endet am 20. November 2009.

Nach Ansicht von Herbert Moser, dem Geschäftsführer der Landesstiftung, haben es Senioren sehr schwer, sich aus eigener Kraft aus der Substanzabhängigkeit zu befreien. "Viele ältere Menschen kommen sich nutzlos vor und glauben, in der Gesellschaft keine Rolle mehr zu spielen." Dazu, so Moser, geselle sich das Problem, dass das soziale Auffangnetz für Senioren in der Regel oft nicht engmaschig und stabil genug sei. "Im schlimmsten Fall sind sie alleinstehend, haben nicht mehr viele Freunde und die eigenen Kinder leben in einer anderen Region." Unter solchen Bedingungen ist es nahezu unmöglich, eine Abhängigkeit allein in den Griff zu bekommen.

Die Landesstiftung sieht es als wichtige Aufgabe, dieses Thema anzupacken und Handlungsalternativen zu unterstützen. "Wir wollen mit diesem Engagement auch zeigen, dass Senioren, die zur Entwicklung des Landes viel geleistet haben, jetzt nicht allein gelassen werden dürfen. Wir wissen auch, dass die älteren Menschen in unserer Gesellschaft noch eine wichtige Rolle spielen können und müssen" so Moser weiter.

Hauptziel des Programms ist es, Menschen ab 55 Jahre über Abhängigkeit und ihre verschiedenen Formen aufzuklären und ihnen gegebenenfalls einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu fachgerechter Beratung und Behandlung zu ermöglichen. An der Ausschreibung können gemeinnützige beziehungsweise öffentlich-rechtliche Körperschaften teilnehmen. Mit Ablauf der Ausschreibungsfrist wird ein Gutachtergremium alle Anträge auswerten und die besten der Landesstiftung zur Aufnahme in das Programm empfehlen.

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Die Landesstiftung Baden-Württemberg setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Landesstiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

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